Minimalism

Fair Fashion Piece: Herbst in Bordeaux

Fair Fashion Shirt

„Schau mal, wir sind im Bloggerviertel!“ Ich drehe mich um und muss direkt lachen. Zwischen Rotklinker, Herbstlaubbaum und Elbe steht sich noch ein anderes Paar gegenüber. Sie trägt einen Hut, er eine große Kamera. Was soll ich sagen? So ist das eben mit den Instagram Husbands und den Fashionblogger Boyfriends: Sie machen ganz schön viel mit. Ich kann wohl in zweifacher Hinsicht froh sein, dass Fotos ohnehin Johannes Leidenschaft sind. Und immerhin kann ich im Gegenzug auch endlich sagen, dass seine neue Website online ist – ein Monateprojekt liegt hinter uns!

Manchmal wäre es gefühlt zeit- und nervensparender, sich selbst das Programmieren eines WordPress-Themes beizubringen, als ein gekauftes auf Biegen und Brechen hinzudrehen, bis es endlich so läuft, wie man will. Denn eigentlich reicht für eine einfache WordPress Seite ein Zeitbudget von ein bis zwei Wochenenden, wenn man sich ein bisschen mit dem Tool auskennt. Dieses Mal… nicht. Und das frustrierte mich so, dass ich es wochenlang ganz liegen ließ, es zwischendurch weitergab und einfach nicht mehr sehen wollte. Aber jetzt ist es vollbracht – das heißt, hier und da zippelt es noch immer und es ist am Ende immer irgendwie unfair, wenn die klugen Ideen an der zickigen Technik scheitern, aber wie war das nochmal mit lean development? Allen, die sehen wollen, wer immer diese abgefahrenen Fotos von mir macht, präsentiere ich hiermit endlich: Johannes Fucke Fotografie, Version 1.

Nachhaltige Mode Hamburg

Es macht so viel Spaß, mit einem Profi zu arbeiten. Nicht nur sind garantiert immer Aufnahmen dabei, auf denen ich mir gefalle. Oft gibt es auch solche, die mich überraschen. „So kenne ich mich gar nicht!“ ist dann mein Gedanke. Und das sind die besten. Ich versuche mich nun also wirklich im Fashionblogger Game und habe dafür die wertvollste Unterstützung, die man haben kann, an der Seite.

Der Herbst ist währenddessen endgültig in Hamburg angekommen. Wie hat er das eigentlich gemacht, sich so über einen Monat hinweg langsam einzuschleichen? An manchen Tagen ist es schneidend kalt. Der Wind macht aus meinen Fingern Eiszapfen und aus meinen Haaren ein echtes Naturspektakel. Aber die Zeiten, in denen ich krampfhaft versucht hätte, sie zu zähmen, sind vorbei. Sogar für Fotos, denn das bin eben 100% ich. Irgendwie verrückt, wie sehr man als Teenager versucht hat, sich zu verändern.

Faire Herbstmode

Ich bin verliebt in die klare Luft dieser Jahreszeit, freue mich auf duftende Lebkuchen und den ersten zimtigen Glühwein. Und noch eine Sache gehört einfach zum Herbst: Meine Lieblingsfarbe Bordeaux. Auf den Lippen und mit meinem neuen Shirt von Funktionschnitt auch am Körper. Wenn ich für eine Farbe weg von meinem geliebten schwarz/grau/weiß/Jeans Schema gehe, dann für Bordeaux.

Das Shirt aus Lyocell ist weicher als alle herkömmlichen, die ich bisher besitzen durfte. Gleichzeitig hat es einen edlen Glanz und ist super elastisch. Man traut sich fast nicht, es zu waschen – kann man aber bei 30 Grad. Und im Gegensatz zu Shirts vom Discounter ist danach keine Naht verdreht. Salat esse ich damit trotzdem extra vorsichtig. Ich bin mega tollpatschig und der Fettfleck auf meinem Jan ’n June Pullover hat mich ordentlich geschockt (Spülmittel hat mich am Ende gerettet!). Aber auch dieses Gefühl ist irgendwie schön – seit ich mich für Fair Fashion entschieden habe, spüre ich praktisch, wie ich Textilien wieder mehr zu schätzen lerne. Und das nicht nur wegen des höheren Preises, sondern wegen des Wissens über die Herstellung.

Woraus besteht Lyocell?

Die Naturfaser Lyocell wird von der Firma Lenzing in Österreich aus Cellulose hergestellt – ja, richtig gehört. Aus Holz! Natürlich FSC-zertifiziert und damit aus verantwortungsvoller Rodung. Mehr zum Material und den Vorteilen lest ihr hier.

Alle anderen Teile des Outfits gehören zu meinem Altbestand, bevor ich mich entschied, nur noch fair produzierte Mode zu kaufen. Nachhaltig heißt eben auch, das aufzutragen, was man schon hat. Und ich bin sehr glücklich darüber, dass mir so viel von meinen alten Sachen noch gefällt und ich sie gut mit neuen Lieblingsstücken kombinieren kann. Meinen Kleiderschrank nach und nach zu ersetzen ist eine Reise, kein Rennen.

Fairtrade FashionblhggerNachhaltige Mode Hamburg

Shirt: Funktionschnitt
Jacke, Hose, Schuhe: alt & geliebt

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9 Comments

  • Reply
    Nole
    05.11.16 at 12:26

    Die Fotos sehen echt schön aus und dein Outfit gefällt mir auch gut 🙂
    Liebe Grüße Nole

  • Reply
    Petra
    05.11.16 at 18:54

    Ich liebe diesen Farbton, er hat so was warmes an sich. Ausserdem steht er dir auch sehr gut. LG Petra

  • Reply
    Christiane
    05.11.16 at 19:05

    Ich finde den Satz „Nachhaltigkeit bedeutet auch das aufzutragen was man hat“ gut und wichtig. Ich finde Nachhaltigkeit setzt sich nicht nur daraus zusammen, dass die Produktion nachhaltig ist, sondern auch das ich als Endverbraucher damit nachhaltig umgehe. Sprich, dass ich die Ressource so lange nutze, wie sie zu nutzen geht. Aufgrund dessen bin ich aber auch im Zwiespalt: Ich kaufe erst nach/neu wenn das alte hinüber ist oder mittlerweile so viel hinüber ist, dass ich keine Waschmaschine mehr voll bekomme – darf ich mit diesem „Ich-trage-auf“-Leben sagen, dass ich bei H&M und Co. einkaufe? Das ich Adidas mag? Oder werde ich bald deswegen geköpft, weil diese Konzerne sicherlich nicht nachhaltig produzieren (Aber ist die Produktion nicht so belastend, weil es so viel produziert werden muss, weil der Konsument so viel verlangt?) Ein Thema, was mich seit Monaten irgendwie beschäftigt… ich könnte mich da mit Fragen im Kreis drehen!
    Das Thema habe ich für mich noch nicht ganz durchgedacht…

    Aber ich find die Bilder hübsch. Ich mag deinen schlichten Stil. 🙂

    • Reply
      Sabine
      06.11.16 at 10:58

      Liebe Christiane,
      danke für das Kompliment und die klugen Gedanken!
      Das Thema ist nicht einfach und es gibt für mich auch keine Schwarz-Weiß-Lösung, was richtig oder falsch wäre. Sicher ist deine Art, zu konsumieren, viel nachhaltiger als der Durchschnitt, allein schon weil du dir diese ganzen Gedanken machst und dadurch weniger kaufst. Ich löse es momentan so, dass ich solche Marken, die ich „mag“ (aufgrund von optischen oder qualitativen Merkmalen) und für die es wenig faire Alternativen gibt (zB Funktionskleidung), gebraucht suche. Denn es gibt immernoch genügend Leute, die auch davon einfach zu viel kaufen und diese Sachen wieder loswerden wollen, entweder bei einem Käufer oder dann eben im Müll.
      xx

  • Reply
    Tatjana
    06.11.16 at 00:58

    Was für wahnsinns Fotos & deine Haare sind ja mal mega!! 🙂
    Der letzte Satz gefällt mir besonders gut.

    Liebe Grüsse.

  • Reply
    Claudia
    06.11.16 at 14:59

    Sowohl Outfit, Makeup und Frisur gefallen mir supergut! Sehr stimmungsvolle Bilder und ich tippe mal auf die Speicherstadt als Location. 😉

    Claudia
    http://junegold.blogspot.de

  • Reply
    Jenni
    08.11.16 at 21:11

    Liebe Sabine!

    Zuerst einmal: Glückwunsch zum doch noch erfolgreichen Launch der Seite – sie ist toll geworden! 🙂
    Von den Bildern hier in dem Beitrag gar nicht erst zu reden – ich finde, du machst das klasse mit dem Fashion-Blogger-Ding und solltest unbedingt weitermachen!
    Rot ist übrigens auch ein absoluter all-time-favorite von mir – aber ganzjährig und im Erdbeerton. Ich gehöre zu den komischen Frauen, die ohne Rot auf den Lippen das Haus so gut wie nie verlassen… 😉

    Deine Gedanken zu nachhaltigem Konsum teile ich natürlich – was ich habe, kann ich sehr gut aufbrauchen, bis es nicht mehr zu tragen ist oder ich es wirklich gar nicht mehr leiden mag. Aber glücklicherweise kann man mit ein wenig Achtsamkeit und Gefühl den meisten alten Teilen noch eine Menge Charme abtrotzten. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply
    Petra
    08.11.16 at 21:46

    So schöne Fotos! Und Johannes macht echt sehr schöne Bilder, auch die auf seiner Website sind sehr toll! 🙂
    Und auf einmal ist nicht mehr nur Herbst, sondern gleich Winter. Irgendwie kommt es mir so vor, als hätten wir den Herbst fast schon übergangen – was ist mit dem Indian Summer passiert? Aber dafür können wir uns jetzt einkuscheln und es uns zu Hause gemütlich machen. Oder wirklich die Glühwein-Saison eröffnen, haha.

    Liebe Grüße!
    xx

  • Reply
    Jana
    10.11.16 at 20:25

    Ich liebe Bordeaux rot! 🙂 Mein Kleiderschrank besteht nur aus der Farbe, oder aus rosa oder blau! 😀
    Die Fotos sind wirklich schön und das Outfit steht dir sehr gut!

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