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Introvert’s Diary: 10 awkward things I do

Nachdem die letzten Introvert’s Diary Einträge ein bisschen ernster und teilweise fast ein wenig schwermütig waren, erzähle ich euch heute mal mit einem Augenzwinkern, wie ich mich manchmal verhalte – und wie das wohl von außen aussehen muss. Soziale Inkompetenz, kein Bock oder einfach nur eine liebenswürdige Eigenheit? Wieso ich mich in den folgenden Situationen so komisch benehme, können wahrscheinlich nur Introverts nachvollziehen…

10 Awkward Moments aus dem Leben einer Introvertierten

  1. Ich tu manchmal so, als wäre ich nicht da. Ich lese über Stunden absichtlich Whatsapp-Nachrichten nicht, weil ich keine Lust habe, zu kommunizieren. Das hat auch gar nichts damit zu tun, ob ich dich mag oder nicht. Manchmal will ich einfach nicht. Das geht so weit, dass ich dann auch nicht ans Telefon oder an die Tür gehe. #invisible
  2. Obwohl ich mir einbilde, ein überdurchschnittlich eloquenter Mensch zu sein, stammle ich extrem rum, wenn ich jemanden noch nicht gut kenne. Ich rede viel zu schnell, nuschle und mache dann sogar auf Deutsch üble Grammatikfehler, für die ich mich noch facepalmen könnte, während sie aus meinem Mund kommen.
  3. Ich stelle mich einfach dazu, wenn Kollegen in einer Runde stehen. Und sage dann nichts. Es muss verdammt creepy sein, wenn jemand nur kommt, um zuzuhören.
  4. Ich schalte mich urplötzlich mitten in Gespräche ein, die nicht meine sind. Auch das ist vermutlich unangebracht. Hey, I’m trying!
  5. Ich schleiche mich aus dem Raum, wenn ich mir fehl am Platz vorkomme oder nicht mehr weiß, was ich in einer Runde sagen soll. Kommentarlos, aber betont leise und heimlich, als wäre es verboten.
  6. Manchmal sage ich doch was. „Ich geh mal kurz nach Dessert gucken!“ Dude. ICH KOMME NIE WIEDER!
  7. Über Gefühle reden kann ich eigentlich nur schriftlich. Face to face fällt es mir selbst bei meiner besten Freundin schwer. Wenn wir etwas Liebes zueinander sagen, oder uns ein emotionales Geschenk zum 10jährigen machen, setzt eine von uns sofort einen blöden Spruch nach. Auf eine feste Umarmung folgt ein „Okay, reicht jetzt!!“
  8. Ich gehe auf Parties mit suchendem Blick umher, um so auszusehen, als hätte ich ein bestimmtes Ziel. In Wirklichkeit weiß ich gerade einfach nicht, mit wem ich rumhängen soll.
  9. Wenn mir eine Situation peinlich ist, ich verlegen oder auch übermütig bin, habe ich manchmal den Drang, das unangenehme Gefühl mit Geräuschen auszugleichen. Wenn ich mich in deiner Gegenwart wohlfühle, kann das schon mal ein Miauen sein; wenn wir uns nicht so gut kennen, ist es eben sowas wie „Mhh“, Ieks!, räusper … Meine beste Freundin hat diese Erscheinung „Peinli-Geräusche“ getauft.
  10. Ich werde in den unmöglichsten Momenten rot. Übrigens ziemlich gemein als blasser blonder Mensch, weil uns das Blut viel schneller sichtbar ins Gesicht schießt. Ich brauche dafür auch keinerlei Anlass. Es muss mir nichts peinlich sein. Es gibt sogar Menschen, bei denen ich IMMER rot werde, wenn ich mit ihnen spreche. Ohne Grund, ich schwör’s.

Tada! Das ist schon eine ganz schön lange Liste von #awkwardmoments, die ich hier zusammengeschrieben habe und gleich veröffentlichen werde, aber ehrlich – das hat verdammt Spaß gemacht! Wären wir nicht auch ein bisschen langweilig ohne unsere kleinen Inkompetenzen?

Foto: Johannes Fucke

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28 Comments

  • Reply
    Vita
    22.09.16 at 20:01

    Ganz ehrlich? So viele Dinge mache ich auch! Vielleicht bin ich ein Teilzeit-Introvert? Besonders bei der Arbeit bin ich ruhig und sehe die Verbindungen noch eher als locker an und will dann nicht zu sehr auffallen. Deshalb stehe ich lieber leise daneben und wenn ich etwas sage, verhasple ich mich zu 80% Sicherheit. Und das mit den WhatsApp-Nachrichten mache ich auch 😀

  • Reply
    Verena
    22.09.16 at 20:27

    oh, manche dieser Situationen kenne ich nur zu gut – vor allem die erste (nur, dass ich kein WhatsApp habe, aber das lässt sich ja auf alle Nachrichtendienste übertragen). Und Nummer 4 kann ich auch ziemlich gut. :/

  • Reply
    Lea
    22.09.16 at 20:38

    Haha, Nr. 3 is mein absoluter Favorite! Erst letztens genauso gemacht 😀

  • Reply
    Amelie
    22.09.16 at 20:44

    Toller Post! Ich muss ehrlich zugeben, dass fast alle Punkte auch auf mich zutreffen – ich glaube, wir könnten uns mögen. 😀 Vor allem Punkt 2 ist mir absolut sympathisch!

  • Reply
    Christin
    23.09.16 at 07:11

    Wie ähnlich wir uns sind! hihi 🙂 Bei Nr. 3 musste ich lachen – zu lustig, mach ich auch gern.
    Ein erfrischend ehrlicher und amüsanter Post!

  • Reply
    Dunja
    23.09.16 at 07:50

    haha das ist ein richtig toller Post! Mir geht es auch wie Vita, eventuell bin ich ein Teilzeit-Introvert 🙂
    Hab es meistens beschrieben mit „ich kann halt nicht so gut mit Menschen“ .. da trifft es „I’m trying“ auf den Punkt. Manchmal klappts ganz gut und manchmal find ich mich selbst doof dabei 😀

    Liebe Grüße,
    Dunja

  • Reply
    Rabea
    23.09.16 at 10:14

    Liebe Sabine,
    wir hatten gestern kurz auf Insta geschrieben (mylife_isajourney) und ich sagte, ich würde regelmäßig Deinen Blog lesen. Tu ich auch. Nur kommentiert hab ich noch nie.
    Das liegt aber daran, dass ich nicht der größte Schreiberling bin.
    Aber jetzt mache ich mal eine Ausnahme, um mich auch hier zu outen. 🙂
    Ich mag die Themen in Deinem Blog (v.a. natürlich Minimalismus -by the way: Dein neues Zimmer ist wirklich toll geworden! ) und ich finde, dass Du eine sehr authentische und sympathische Person bist.
    Deine Blogartikel klingen für mich gut durchdacht/recherchiert und nicht einfach nur so dahergepfeffert, wie man das z.T. auf anderen Blogs sieht. Daran kann man mal wieder erkennen: Qualität vor Quantität!
    Ich hoffe, Du bleibst Deinem Stil noch lange treu. Ich jedenfalls schaue immer gerne wieder hier vorbei.
    Liebe Grüße an Dich!

    • Reply
      Sabine
      23.09.16 at 13:48

      Ich erinnere mich! 🙂
      Danke für das mega liebe und große Kompliment!
      Ich bin immer sehr glücklich, wenn Leser auch merken, dass ich in meinen Artikeln viel Mühe und Herzblut stecken.
      xx

  • Reply
    Miri
    23.09.16 at 10:18

    Das kommt mir alles so bekannt vor. Schön nicht allein zu sein 😀

  • Reply
    Jasmin
    23.09.16 at 10:43

    Ich saß gerade bei den meisten Punkten kopfnickend da. Am meisten hat mich Punkt 9 erfreut. Ich miaue auch aus dem gleichen Grund wie bei dir sehr gerne in Gegenwart von Menschen bei denen ich mich wohl fühle. 😀 Schön, zu sehen, dass man nicht alleine ist mit seinen schrägen Momenten.

    Liebe Grüße
    Jasmin

  • Reply
    Desiree
    23.09.16 at 13:29

    HI, über das Thema introvertiert habe ich ehrlich gesagt nie großartig nachgedacht. Ich wusste nur ich bin halt anders als andere. Kann so gut wie alle Punkte unterschreiben, besonders mit Punkt 10 tu ich mich schwer da viele es in gewissermaßen lustig finden 🙁 LG Desiree

    • Reply
      Sabine
      23.09.16 at 13:54

      Weißt du, es mag sein, dass „die anderen“ uns nicht verstehen oder sogar über uns lachen. In manchen Momenten ist mir gerade die Rotwerderei auch tierisch unangenehm, vor allem wenn sie gegenüber Männern passiert (die dann womöglich denken, ich stünde auf sie, was in 95% der Fälle einfach nicht so ist). Aber eure Reaktionen auf meinen Artikel beweisen mir mal wieder: Die Leute, die es verstehen oder zumindest ohne vernichtende Hintergedanken hinnehmen, sind ohnehin die wichtigeren <3

  • Reply
    Jenni
    23.09.16 at 13:33

    Liebe Sabine,

    manchmal finde ich es schon ein wenig gruselig, wie ähnlich man sich sein kann. 😀
    Ich glaube, ich habe mich in allen Punkten absolut und sowas von wiedererkannt. Das Problem an der Sache – also jetzt bezogen auf andere Menschen: Meistens kommt es mir nicht nur so vor, als ob mein Verhalten merkwürdig wäre – ich habe den starken Verdacht, als ob Umstehenden das manchmal auch wirklich auffällt (und nicht nur in meiner Einbildung). Die Reaktionen reichen dann von verwundert-reserviert bis neugierig-belächend… 😉

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply
    Aki
    23.09.16 at 18:11

    Ich erkenne mich irgendwie wieder. *lol*
    Nr 9 mache ich auch ganz gerne – besonders das langgezogene „mhmmmm“. 😉 Und Nr 6! Dessert gucken, mal kurz ins Bad, ich glaub, da hinten erkenn ich wen.. und tschüss.

  • Reply
    Dominique
    23.09.16 at 18:55

    Was für ein toller Post! Ich fühle mich in sehr vielen Punkten absolut wieder. Mein Freund erzählt sehr gerne die Anekdote, wie ich mal in einen Tchibo rein bin und etwas überfordert war, sodass in dem Moment meine erste Frage „Verkaufen Sie hier Kaffee?“ lautete. Oder als wir uns noch nicht so lange und überhaupt nicht gut kannten, er mich mal in der Uni grüßte und ich wortlos weglief. Generell weiß ich oft nicht, wie ich mich Leuten gegenüber verhalten soll, die ich online gut bis sehr gut kenne, denen ich aber noch nie im echten Leben begegnet bin. Immer wieder eine große Herausforderung auf Branchentreffen.

    Alles Liebe
    Dominique

  • Reply
    Julie
    23.09.16 at 21:41

    Ich erkenne mich total wieder 😀 ich bin auch offen introvertiert und stehe dazu. Lange war mir das unangenehm und ich hab versucht, extrovertiert zu werden – kann man aber leider nicht 😀 aber was solls, introversion hat auch ihre guten Seiten 🙂 uns macht es eben glücklicher, allein zu sein und wenn man das weiß, weiß man auch, was man tun muss 🙂

  • Reply
    Carolin
    23.09.16 at 23:30

    Musste gerade ganz stark schmunzeln, da ich mich in einigen Punkten wiedererkenne. 3. klingt total nach mir! 😀 Echt, ich mach das quasi ständig und manchmal will ich ja was sagen, aber mir fällt nichts ein. UND 10. IST SO NERVIG!!!! Ich werde nicht nur rot, sondern bekomme auch rote Flecken im Ausschnitt, was echt peinlich sein kann. 😮

  • Reply
    Friede
    24.09.16 at 00:10

    Hahaha, sehr gut! Fast all das tue ich auch.
    Danke für diesen zauberhaften Beitrag! 🙂

  • Reply
    Anne
    25.09.16 at 19:45

    Hab mich auf deinem Blog noch bisschen umgesehen und er gefällt mir echt gut 🙂 Und die Liste kann ich fast vollständig unterschreiben 😀 Wie witzig … die Nr. 4. Ich denke mir dann im Nachhinein meistens … äh ja, wie kommt das jetzt rüber, dass ich gleichzeitig bei gefühlt jedem Gespräch im Raum mitgehört habe und sobald ein Stichwort fällt, einen Kommentar dazu einwerfe? 🙂 Nja.

  • Reply
    Anni
    26.09.16 at 18:24

    Hey liebe Sabine, gruselig – du hättest über mich schreiben können! Es gab nicht einen einzigen Punkt, in dem ich mich nicht wiedererkannt habe 😀 Aber ich gehöre auch schon mein ganzes Leben lang zu den introvertierten Menschen, alle Versuche, sich zu verstellen, haben nie funktioniert 😉 Wahrscheinlich noch ein Grund, warum ich deinen Blog so mag! danke für den Beitrag, er hat mich echt zum Schmunzeln gebracht 🙂

    • Reply
      Sabine
      27.09.16 at 10:21

      Liebe Anni,
      vielen Dank! Ich freue mich so, dass der Artikel bei euch so gut ankommt!
      Ich hätte nicht mit so viel Identifikation gerechnet, Wahnsinn.
      xx

  • Reply
    ingridcat
    29.09.16 at 18:57

    Hey 🙂 Ich hab deinen Blog neu entdeckt und bin total begeistert 🙂 🙂 Ich mag die Themen und wie du schreibst und bei diesem Blogeintrag musste ich so lachen ^^ Ich kenne vieles davon soo gut (z.B. „mmh“ sagen wenn die Situation irgendwie komisch ist) und irgendwie gibt mir dein Text das Gefühl, okay zu sein, so „komisch“ zu sein hahaha
    Aber irgendwie bin ich mir gar nicht sicher, ob ich nun introvertiert oder extravertiert bin… bzw… kann man von einem extrovert zu einem introvert werden?! Früher war ich der geselligste Mensch der Welt, wollte ständig Leute um mich rum haben, ständig was unternehmen, habe ganz viel geplappert und jetzt das komplette Gegenteil. Naja plappern mag ich noch immer, aber nur eine kurze Zeit und dann brauch ich meine Ruhe ^^
    Und cool dass du auch in Hamburg wohnst <3 Liebe Grüße <3

    • Reply
      Sabine
      29.09.16 at 22:45

      Liebe Ingrid,

      das freut mich total 🙂
      Introversion – Extraversion ist ja eine Skala, kein Entweder/Oder. Das heißt, dass die meisten Menschen sowohl introvertierte als auch extravertierte Züge an sich haben. Ich glaube, dass die Ausprägung dieser Gefühle einfach sehr von der Grundverfassung und den Außenbedingungen abhängt, besonders, wenn man auch noch hochsensible Eigenschaften an sich entdeckt. Ich beobachte bei mir auch „phasenweise“ Entwicklungen. Zum Beispiel bin ich seit ein paar Wochen in einer sehr introvertierten Phase, in der ich mich an vielen Tagen am liebsten komplett einschließen und meine Ruhe haben möchte. Ich glaube, das liegt daran, dass ich mich von den letzten 2-3 Monaten erholen musste, die einfach die pure Reizüberflutung für mich waren. So langsam spüre ich nämlich, dass ich auch wieder Lust auf Gesellschaft bekomme und Treffen mit Freunden vermisse.

      Bei Edition F habe ich heute einen tollen verwandten Artikel gelesen, vielleicht interessiert er dich: https://editionf.com/Hochsensibel-und-selbstaendig

      Liebe Grüße!

      • Reply
        ingridcat
        30.09.16 at 22:46

        Das mit der Skala wusste ich, aber dass man darauf hin- und herwandern kann wusste ich nicht 😀 Und es war irgendwie komisch bei mir, denn als diese Wanderung stattfand, waren die äußerlichen Bedingungen dieselben wie die Jahre zuvor… Oder vielleicht doch nicht? ^^ Das bringt mich gerade zum Nachdenken, warum genau ich so geworden bin wie ich jetzt bin.
        So wie du es beschreibst, dass du dich an vielen Tagen am liebsten einschließen willst, so ist es bei mir seit ca. 1,5 Jahren aber es geht irgendwie nicht mehr weg ^^ Hattest du das schon mal so lang? Darum an dieser Stelle auch zu deinem zweiten Kommentar: Da ich erst vor einem Jahr nach Hamburg gezogen bin und da mitten in meiner introvert comfort zone war (und bin), komme ich irgendwie GAR nicht mehr da raus. Denn dafür müsste ich ganz neue Menschen kennenlernen und … -.- und glaube du weißt was mir daran schwer fällt… Aber natürlich hast du recht, irgendwann muss ich schon aus meiner Höhle raus (daran arbeite ich auch schon in einer Therapie, Ängste hinter mir zu lassen, es lockerer sehn und so)
        ohh hoffe ich hab nicht zu durcheinander geschrieben! Es ist spät und mein Gehirn ist schon ein wenig im Schlafmodus

        <3 🙂

      • Reply
        ingridcat
        30.09.16 at 22:47

        oh und den Artikel lese ich mir morgen durch (wegen Gehirn müde), aber der Titel hört sich schon sehr interessant an! Ich hab mir schon Gedanken gemacht ob ich hochsensibel bin und teilweise bin ich das auf jeden Fall!

  • Reply
    Julia
    05.10.16 at 20:53

    Puhh :´-D Gott sei Dank bin ich nicht die einzige!!!

  • Reply
    Kiki
    13.11.16 at 01:05

    Hallo Sabine! Ich habe deinen Blog gerade entdeckt und bin schockverliebt ! Ich würde mich selbst als leicht introvertiert bezeichnen und du sprichst mir hier mit jedem zweiten Satz aus der Seele! Tut gut, richtig gut! Auch zu deinem genialen Artikel „Am Rande der sozialen Erschöpfung“ kann ich dir nur gratulieren! Ich bin dann mal Stammleser!
    Ich grüße dich aus dem verschneiten Kanada
    Vlg Kiki

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