Personal

Introvert’s Diary: Dann bin ich halt schüchtern!

introvertiert schüchtern

„Sei doch nicht so schüchtern!“
– Jeder Typ, den ich jemals nicht küssen wollte.

„Komm doch mal aus dir raus!“
– Jedes Familienmitglied, das mich auf dem Klassenfoto breit lachend in der Mitte sehen wollte.

„Trau dir ruhig mal mehr zu!“
– Jeder Chef, der nicht verstand, dass Selbstbewusstsein nicht laut sein muss.

„Du darfst deinen tollen Wortschatz nicht verstecken!“
– Jede Dozentin, die nicht wusste, dass ich eigentlich alles darf.

Ihr kennt das ja: Würde ich jedes Mal einen Dollar bekommen, wenn mich jemand mit latentem Vorwurf in der Stimme „schüchtern“ nennt oder etwas mitleidig fragt, ob ich es bin, dann… müsste ich nochmal schnell in die USA, bevor Donald Trump sich im Weißen Haus breit macht.

Aus reinem Trotz möchte ich auch heute noch jedes Mal entgegnen: Ich bin nicht schüchtern. Ich habe nur keinen Bock. Und ganz oft stimmt das auch. Introvertiert sein heißt nicht schüchtern sein. Die meisten verwechseln schüchtern mit still. Dass ich mich oft zurückziehe, heißt aber nicht, dass ich Berührungsängste habe, es heißt im ersten Moment nur, dass ich Stille brauche und sie vielleicht auch ganz absichtlich suche.

Introvertiert und schüchtern – ist doch das Gleiche!

Definitiv: Nein. Wer introvertiert ist, muss nicht schüchtern sein, und nicht jeder Schüchterne ist auch von Natur aus introvertiert. Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen diesen beiden Eigenschaften. Susan Cain definiert ihn in ihrem Buch Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt* so:

„Introvertierte sind überdies nicht unbedingt schüchtern. Hinter Schüchternheit steckt die Angst, von anderen abgelehnt oder gedemütigt zu werden, während Introversion nach innen gerichtete Aufmerksamkeit ist. (…) Viele schüchterne Menschen wenden sich nach innen, zum Teil als Flucht vor dem Kontakt mit anderen, der ihnen Angst macht. Und viele Introvertierte sind schüchtern, teilweise weil sie immer wieder zu hören bekommen, etwas stimme nicht mit ihrer Vorliebe für die Reflexion, und teilweise weil ihre Physiologie (…) sie zwingt, sich aus hochstimulierenden Umgebungen zurückzuziehen.“

Nicht immer, wenn ich still bin, bin ich auch schüchtern. Zwar sehen die beiden Eigenschaften von außen gleich aus – sie fühlen sich aber grundverschieden an. Jemand, der vor allem schüchtern ist, leidet darunter und würde sich gerne mehr trauen. Ich fühle mich meistens extrem wohl dabei, still zu sein, weil ich in dem Moment kein Bedürfnis habe, zu reden. Ich bin in erster Linie introvertiert. Aber in Folge dessen manchmal auch schüchtern.

Mach dich mal ein bisschen locker!

Es liegt als Introvert nicht in meiner Natur, laut zu sein. Manchmal bin ich es trotzdem. Weil ich Lust dazu habe. Es liegt wirklich an der Tagesverfassung, wie schwer es mir fällt, auf andere zuzugehen, lustig oder schlagfertig zu sein. An manchen Tagen fühlt es sich natürlich an und ich habe Spaß dabei, an anderen komme ich mir lächerlich verstellt vor und stammle verlegen rum. Einfach, weil ich gerade viel lieber für mich wäre und die Kommunikation ein Hindernis für mich ist, das ich überwinden muss, um zu meinem eigentlichen Ziel zu kommen; zum Beispiel an Informationen für die weitere Arbeit. Ich bin einfach gerne still. Ich bin gerne bei mir selbst. Und deshalb vielleicht nicht so gut mit anderen.

Dadurch, dass ich viel weniger Übung darin habe, die Klappe aufzureißen, traue ich es mich auch nicht sofort bei jedem. Meine Introversion macht mich gewissermaßen schüchtern. Es ist ein bisschen wie im Job: Ich greife erst dann richtig ein, wenn ich mich kompetent genug dazu fühle, also wenn ich die Hintergründe der Situation erfasst habe. Davor stelle ich sachliche Fragen, um mir einen Zugang zu verschaffen. Genau so ist es bei Menschen: Wenn ich jemanden noch nicht kenne, drücke ich ihm auch keinen Spruch. Ich versuche erst einmal, ein bisschen mehr über ihn herauszufinden, indem ich höfliche Fragen stelle und beobachte. Wozu immer mit dem Geplänkel mithalten und sofort mega locker sein, obwohl ich mich nicht so fühle? Ich taste mich lieber langsam an andere Menschen heran und ehrlich – ich genieße diese kleinen Schritte, dieses sprichwörtliche „Auftauen“. Ich will gar nicht am ersten Tag dein bester Buddy sein. Es macht auch irgendwie Spaß, beim fünften Mittagessen zu merken: Jetzt fühle ich mich wohl in deiner Gegenwart.

Der Punkt, an dem ich mich wohlfühle – das ist der Raum, in dem ich mich frei bewegen kann. In dem ich ich selbst werde und mir nicht mehr aufgesetzt oder angestrengt vorkomme. Manchmal ist dieser Ort ein Zimmer mit zwei neuen Menschen, die mir so langsam vertraut sind. Öfter ist es ein Ort in mir.

Komm doch mal aus dir raus!

Manchmal bin ich so in meinen Gedanken vertieft, so sehr in meiner eigenen Welt gefangen, so tief in meiner Arbeit, dass es mich erschreckt, wenn plötzlich jemand mit mir spricht. Egal, was derjenige in dem Moment sagt – es ist, als würde er mich ertappen. Als würde er in meinen inneren Mittelpunkt latschen, wo ich gerade splitterfasernackt sitze und meditiere. Dann werde ich rot. Und jeder im Umkreis von 10 Metern denkt, ich sei übertrieben schüchtern. Dabei bin ich einfach nur kurz überfordert, aus meiner inneren Comfort Zone zu kommen und dabei auch noch sozial lässig zu bleiben.

Wie soll ich auch mal eben „aus mir raus kommen“, wenn ich gerade ganz tief in mir drin bin? Und vor allem: Warum? Wieso muss ich auf Knopfdruck an sein, schlagfertig, charmant, forsch, bestimmend? Ich habe gegen keine dieser Eigenschaften etwas und hätte selbst oft gerne mehr davon. Und das ist doch eigentlich das Paradoxe: Ich würde mich gerne extravertierter verhalten, obwohl es überhaupt nicht in meiner Natur liegt. Einfach nur, weil es besser angesehen und damit leichter wäre. Der extravertierte, laute, amüsante Charakter ist die Messlatte, das, was jeder am liebsten rund um die Uhr erfüllen soll. Aber muss denn jeder ein Showmaster sein? Ich glaube, man kann auch mit ruhig, klug, empathisch und zurückhaltend überzeugen. Es ist auf die Art zwar nicht immer leicht, sich Gehör zu verschaffen. Aber ein kluger Mensch hört auch einem zu, der nicht ganz so laut schreit.

Mäuschen, so reißt du doch nie was!

Ich bin nicht nur introvertiert, ich bin in Folge dessen auch hin und wieder schüchtern. Und damit hatte ich lange ein Problem. Neue Menschen kennenzulernen dauert für mich gefühlt länger und es ist mir tierisch unangenehm, wenn ich dabei im Mittelpunkt der (fremden) Aufmerksamkeit stehe. Dann werde ich nervös und verkrampft, weil ich das Gefühl habe, ich muss jetzt irgendwie locker und selbstsicher wirken. Schüchternheit ist aus Sicht der Gesellschaft keine Eigenschaft, die man gut finden soll, und aus meiner Sicht kein besonders deskriptives Wort für eine Person. Ich meine, was sagt es über mich aus, wenn mich jemand „schüchtern“ nennt? Es klingt immer ein bisschen, als wäre ich ungewollt in meinem eigenen Charakter gefangen.

Die Implikation ist doch irgendwie so: Schüchterne Menschen sind keine Achiever. Sie sind keine Go-Getter. Sie trauen sich nichts zu. Sie verstecken sich. Und verschenken damit automatisch ihr Potential.

Das stimmt nicht.

Weil ich nicht laut bin, denken viele, ich sage nicht, was ich will. Oder weiß es womöglich gar nicht. Dass meine Schüchternheit von Männern schon oft als Grund für mein Nichtwollen interpretiert wurde, war leider kein schlechter Witz für einen guten Aufmacher. Dass ich schüchtern bin, heißt aber in keinster Weise, dass ich mich nicht traue, dir die Meinung zu sagen oder den entschlossenen Schritt zurück zu machen, wenn du mir ungefragt zu nahe kommst – übrigens auf jeder Ebene. Und das hat dann doch schon den einen oder anderen überrascht.

Genauso wie es viele überraschen mag, welchen beruflichen Weg ich als schüchterne Introvertierte eingeschlagen habe. Aus beiden Perspektiven scheint die Werbebranche so ziemlich die letzte Wahl. Dabei bin ich ja nur im Alltag manchmal ein bisschen verlegen. Die größte Fehleinschätzung, der ich begegne, ist, dass ich dadurch automatisch mehr Skrupel hätte, mein Ding durchzuziehen. Egal was ich mache – ich bin und bleibe nun einmal introvertiert und schüchtern. Und deshalb treffe ich meine Entscheidungen genauso straight und unabhängig wie ein extravertierter, nicht schüchterner Mensch. Es ändert ja nichts. Ich bin ans andere Ende des Landes gezogen, um genau hier zu sein. Dann bin ich dabei halt schüchtern! Was will man tun? Tief durchatmen, den roten Kopf aussitzen und weitermachen. Das war bisher mein Manöver.

„Dass du dich das traust!“, höre ich öfter, tatsächlich gut gemeint und leicht ehrfürchtig. „Mir wären die alle zu cool!“ Ich verrate euch was: Die sind gar nicht so cool. Nur nicht so schüchtern.

*Affiliate Link. Wenn du etwas über diesen Link kaufst, bekomme ich von Amazon einen ganz kleinen Anteil des Kaufpreises gutgeschrieben. Dich kostet es nicht mehr als üblich! Danke.

You Might Also Like

21 Comments

  • Reply
    San
    06.12.16 at 19:53

    Danke, Danke und nochmals Danke für diesen Artikel. „Wie soll ich auch mal eben „aus mir raus kommen“, wenn ich gerade ganz tief in mir drin bin?“ – passender hätte ich es auch nicht ausdrücken können. Ich bin jetzt Anfang 40 und habe einige „Tools“ entwickelt und ja, ich bin auch um einiges weniger „schüchtern“ als ich das mit Mitte 20 war. Ich muss in meiner Arbeit oft ein Go-Getter sein, drauf lospreschen, unangenehme Situationen aktiv angehen. Keiner merkt dort, dass ich eigentlich schüchtern bin, denn mit meiner professionellen Maske kann ich das gut verstecken. Das sah früher ganz anders aus, da hat man mir meine Panik direkt angesehen. Dennoch: Introvertiert bin ich aber (natürlich) noch genau so. Das ist nun eben Mal ein Teil von mir und ich merke, wie ich mich auch immer mehr zu ähnlichen Menschen hingezogen fühle. „Hallo-hier-bin-ich“-Menschen haben es dabei um einiges schwerer, von mir gemocht zu werden (man kann es ja auch so herum mal betrachten). Das Buch, von dem du schreibst, muss ich unbedingt lesen. Und ich bin sehr froh, diesen Blog hier entdeckt zu haben und auch deinen Youtube Kanal (meinen allerhöchsten Respekt für diesen Mut! Und: Du solltest Hörbücher lesen. So eine schöne, beruhigende Stimme). Gerne wäre ich in deinem Alter schon so reflektiert gewesen und so offen mit meiner Introvertiertheit umgegangen. Aber es ist ja nie zu spät!

    • Reply
      Sabine
      06.12.16 at 23:22

      Liebe San,
      danke für diesen tollen Kommentar und die lieben Worte!
      Ich muss zuerst kurz auf das „oberflächlichste“ Kompliment eingehen – das mit der Stimme finde ich so lustig; mir wurde nämlich auch schon gesagt, dass man es an meiner Stimme als allererstes merkt, wenn ich unsicher bin.
      Dass du dich eher zu Introvertierten hingezogen fühlst, kann ich voll verstehen. Das geht mir gerade bei neuen Leuten genauso, nicht zuletzt, weil sie sich mir sanfter nähern und ich mich dadurch direkt viel wohler mit ihnen fühle als mit jemandem, der mit einem großen Knall den Raum betritt und mich damit einfach maßlos überfordert.
      Deine Tools würden mich wahnsinnig interessieren, vielleicht magst du ja ein paar davon teilen oder sogar mal einen eigenen Artikel dazu schreiben?
      xx Sabine

      • Reply
        San
        11.12.16 at 22:42

        Hi Sabine,

        lustigerweise wird in den Momenten, in denen ich innerlich am unruhigsten bin, meine Stimme ganz tief, was nach außen meist ruhig wirkt. Paradox :). Gute Idee, die Tools mal in Worte zu fassen. Da werde ich mir bald mal was überlegen. Mich würde auch noch mehr interessieren, wie du im Joballtag damit umgehst. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gerade im Kreativbereich schwer ist, zu zeigen was man draufhat, wenn man eben introvertiert ist. Oft auch, weil man sich selbst und sein Können ja irgendwie anpreisen muss, dies genau aber seinem bzw. meinem inneren Wesen widerstrebt…und wenn dann aber die „Lauten“ einen Job/Projekt/Aufmerksamkeit abgreifen, ärgere ich mich wieder über meine zurückhaltende Art. Alles in allem ein spannendes Thema!

  • Reply
    Carolin
    06.12.16 at 21:56

    Ein wirklich toller Beitrag! Ich persönlich würde mich jetzt nicht als schüchtern bezeichnen und eigentlich bin ich ein sehr kontaktfreudiger Mensch, aber introvertiert fühle ich mich schon irgendwie. Manchmal brauche ich einfach meine Ruhe und genieße die Stille. Wenn ich in einer Gruppe bin, muss ich nicht überall meinen Senf dazugeben, sondern beobachte lieber. Na und? So bin ich eben.

  • Reply
    Katharina
    07.12.16 at 10:10

    Großartiger Artikel liebe Sabine!! Ich kann mich sehr in Deinem Beitrag wiederfinden.
    Dass ich introvertiert bin, stört mich nicht. Ich finde, es ist oft eine Stärke, weil ich durch mein Beobachten viele Nuancen mitbekomme, die andere nicht wahrnehmen. Meine Schüchternheit, die besonders in der Schulzeit und am Anfang des Studiums sehr stark ausgeprägt war, hat mich dagegen immer gestört. Inzwischen habe ich sie in weiten Teilen abgelegt – natürlich gibt es immer noch Momente, in denen sie mich überkommt. Aber sie werden seltener… Ich glaube das war eine Kombination aus Alter und Training. 🙂
    Ich finde es klasse, wie Du Dein Ding machst!
    Liebe Grüße

  • Reply
    Jenni
    07.12.16 at 10:30

    Liebe Sabine,

    ich muss gestehen, dass ich manchmal gar nicht so recht die Worte dafür finde, wie gut du Dinge beschreiben kannst, von denen ich mich gefragt habe, ob sie eigentlich nur mich betreffen. Ich meine: Introvert, okay, das kennt man schon irgendwie vom Wort her und aus Film/Fernsehen und so weiter – aber so im echten Leben hat man manchmal schon das Gefühl, irgendwie falsch zu sein. Du bringst die Dinge ganz perfekt auf den Punkt und die Unterscheidung zwischen schüchtern und introvertiert finde ich ganz, ganz wichtig – ich kannte sie nämlich sehr lange ebenfalls nicht und dachte immer, ich sei einfach schüchtern. Natürlich geht das beides irgendwie auch Hand in Hand, aber die Unterscheidung ist wirklich essentiell, finde ich.

    Besonders treffend finde ich auch die Passage, in der du beschreibst, dass es manchmal ja so leicht fällt, sozialkompartibel zu sein, je nach Tagesform – und an anderen Tagen fragt man sich nur, warum zum Teufel man jetzt wirklich rausmuss und ob man nicht bittebittebitte einfach nur seine Ruhe haben kann. Ich muss gestehen, dass ich es mir manchmal auch gar nicht so leicht damit tue, solche Tage über die Bühne zu bringen – vor allem, weil einem dann das Aufmerken der anderen (Warum redet sie nicht? Ist was mit ihr? Mag sie uns nicht? Ist sie arrogant?) dann doch schon ziemlich an die Nieren gehen kann.

    Aber ich denke, es gehört zur Entwicklung dazu, solche Dinge auch irgendwie anzunehmen und damit zurechtzukommen. 🙂
    Danke dir für den wieder mal wunderbaren Beitrag!

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply
      Sabine
      09.12.16 at 13:44

      Danke für deine vielen, klugen Kommentare!
      <3

  • Reply
    Tina
    07.12.16 at 10:45

    Ich lese deinen Blog schon länger und die Themen Introversion & Minimalismus etc. behandelst du wirklich ausführlich und authentisch. Danke dafür.
    Ich frage mich nur, wie das mit einer Affiliate Kooperation mit Amazon zusammenpasst? Ist eine lokale Kooperation mit einem Buchhandel vor Ort nicht passender, auch wenn du dafür vielleicht keine 2Cent pro Buch bekommst?
    Nur eine Frage zum Nachdenken, keine Kritik. Ich hoffe, du verstehst, wie ich auf so etwas komme.

    • Reply
      Sabine
      07.12.16 at 12:22

      Liebe Tina,
      natürlich verstehe ich deinen Einwand! Ich mache mir über solche Themen auch vorab Gedanken.
      Allerdings kaufe ich selbst fast nur noch Ebooks und denke, dass die meisten Minimalisten das so handhaben. Die im lokalen Buchhandel zu bekommen, ist ziemlich umständlich und die meisten meiner Leser kommen nicht aus Hamburg. Wer nicht bei Amazon kaufen will, wird auch nicht von mir dazu verleitet!
      Grüße,
      Sabine

      • Reply
        Tina
        07.12.16 at 14:14

        Danke für deine schnelle Antwort! Eine Sache verstehe ich nur noch nicht: Du bist ja nicht gezwungen einen Affiliate Link einzubinden. Eine normale Verlinkung hätte ja den gleichen Effekt. Wieso willst du von einem Konzern profitieren, der für alles andere spricht als für Minimalismus?
        Bin gespannt auf deine Antwort! Liebe Grüße!

        • Reply
          Sabine
          07.12.16 at 14:50

          Gut, ich könnte dir das jetzt hindrehen. Ich könnte sowas sagen wie: Klar steht Amazon als Konzern nicht für Minimalismus, aber der Kindle vereinfacht meinen Bücherkonsum, steht also auch für mein reduziertes Leben und diesen Teilaspekt kann ich guten Gewissens bewerben. Kann man bei Büchern überhaupt von klassischem Konsum sprechen? Jeder Handelskonzern steht übrigens für Konsum und nicht alles was Amazon macht ist schlecht, bla, bla, bla. Und: Wieso sollte ich auf Amazon verlinken, OHNE selbst davon zu profitieren? Das wären 2 Cent mehr, die an Amazon gehen 😉
          Die Wahrheit ist: Ich wollte es einfach mal ausprobieren! Wenn niemand von euch Interesse daran hat, über so einen Link zu kaufen, werde ich das ganz schnell merken und es wieder lassen! 😉 Direkter Test an meiner Zielgruppe quasi. Du hast mir da ja nun schon ein erstes Feedback geliefert.

          • Tina
            08.12.16 at 17:55

            „Nicht alles was Amazon macht ist schlecht“? Das finde ich natürlich eine etwas strittige These, aber darum muss es ja an dieser Stelle nicht gehen. Auch, dass es eine Buchhandelsfreundliche Alternative zum Kindle, den „Tolino“ gibt, muss ich nicht erwähnen. Aber gut, lassen wir das.
            Viele Blogger unterstehen ja sofort dem Vorwurf, dass sie das alles nur machen, weil sie durch Kooperationen Geld dafür bekommen. Das sehe ich bei ahungrymind.com ja noch nicht so extrem, deswegen wie gesagt: Danke fürs Bloggen. Ich wollte nur einmal nachfragen;)

  • Reply
    Lebenslaunen
    07.12.16 at 12:09

    Ich erkenne da mein ungefähr 13-jähriges Ich wieder. Mittlerweile habe ich das „überwunden“ und bin sehr direkt und „laut“ wenn es sein muss =)

    Neri von Lebenslaunen

    • Reply
      Sabine
      07.12.16 at 12:23

      Liebe Neri,
      ich glaube, mein Text kam bei dir falsch an. „Wenn es darauf ankommt“, sage ich genauso meine Meinung. Ich denke, da habe ich mich in den letzten 12 Jahren doch auch ein wenig entwickelt 😉

  • Reply
    Daniela
    09.12.16 at 12:06

    Momentan habe ich einen Kollegen neben mir sitzen, der mir genau so etwas immer unterstellt, nur weil ich eben nicht rede, wenn ich nichts zu sagen habe oder nichts von dem Sachverhalt weiß. Weil das einfach dumm wäre. Es ist furchtbar nervig, wie schnell man vorverurteilt wird, weil dein Gegenüber einfach in einer halben Sekunde ein Bild von dir hat, das nicht seinem entspricht.

    Liebst Daniela
    von http://cocoquestion.de

    • Reply
      Sabine
      09.12.16 at 13:41

      Das ist so unnötig, vor allem auf der Arbeit, wo man unbedingt ein angenehmes Umfeld braucht. Tut mir leid für dich! Aber jemanden, der Menschen nach 2 Sekunden be- und verurteilt, kann man auch getrost ignorieren (soweit es geht)…

  • Reply
    Beatrice
    09.12.16 at 14:22

    Oooh super! Ich fühle mich verstanden! In einem von mir sicher empfundene Rahmen bin ich auch laut und ausgelassen. Meistens jedenfalls. Und je nach Laune. Aber ansonsten in neuen Situationen, mit vielen Menschen bin ich auch meistens die Stille, „Schüchterne“. Ja, ich fühle mich sogar oft hölzern und sehr ungelenk. Und das mit dem Erröten in eigentlich ganz harmlosen Situationen, kenne ich auch nur zu gut!
    Ach, was rede ich da lange. Du hast alles gesagt! Danke! 🙂

  • Reply
    Dorie
    09.12.16 at 23:39

    Super toller Beitrag. Ich selbst bin eher von der etrovertierten Sorte und dementsprechend schwer fällt es mir, die andere Seite zu verstehen. Das ist auch manchmal ein Problem, weil mein Bruder genau das Gegenteil von mir ist und auch so manch eine Freundin.
    Dein Artikel hat mir dabei geholfen die andere Seite mal zu sehen. Aus der „richtigen“ Perspektive inklusive Gefühlsleben. Vielen Dank dafür, es macht es mir jetzt viel einfacher meine lieben Menschen zu verstehen 🙂
    Ganz herzliche Grüße und ein schönes Wochenende!
    Dorie
    http://www.thedorie.com

    • Reply
      Sabine
      12.12.16 at 13:38

      DANKE! Ich finde es großartig, wenn ich nicht nur Feedback von denen bekomme, denen es genauso geht, sondern auch von jemandem, der sich die Mühe macht, sich in uns hineinzuversetzen. Das ist so viel wert!

  • Reply
    Kim
    18.01.17 at 19:04

    Liebe Sabine,

    jetzt muss ich aber doch mal kommentieren. Heute habe ich mir einen großen Teil meiner Wartezeit mit dem Lesen deiner Beiträge gefüllt und kann dir nur sagen, dass ich deinen Blog liebe. Jeder Artikel, den ich heute gelesen habe, spricht mir aus der Seele und ich bin froh, dass ich dich entdeckt habe. Besonders dieser Beitrag hat es mir angetan, weil es mir ständig so geht. Manchmal hasse ich mich dafür, dass ich nicht so gut mit neuen Leuten kann, aber das macht mich immer nur in dem Moment unzufrieden. Meistens habe ich das ziemlich schnell wieder vergessen, weil ich insgeheim doch froh bin, dass ich mit mir, meinen wenigen, aber dafür engen Freunden und meiner Gedankenwelt allein bin. Wer braucht schon ständig Lärm und Beschäftigung, um wirklich glücklich zu sein?

    Von Patrick Hundt gibt es zu dem Thema auch ein Buch (Kopfsache: Liebe den Introvertierten in dir) – das hab ich noch nicht gelesen, weiß also nicht, ob es wirklich zu empfehlen ist. Aber ich nehm’s mir für demnächst mal vor. Wäre ja ganz schön, wenn man ein bisschen davon ablegen könnte. 😀

    Ganz liebe Grüße und weiter so!
    Kim

  • Leave a Reply