Personal

Introvert’s Diary: Am Rande der sozialen Erschöpfung

Es ist Dienstagabend, 21 Uhr.
Es ist Mittwochnacht, 2 Uhr.
Es ist Donnerstagmorgen, 9 Uhr.
Alles was ich will, ist alleine sein.

Dienstagabend haben wir elf Stunden Arbeit hinter uns, mindestens neun davon im Team. Wir diskutieren unsere kreativen Ideen hundertfach, drehen und wenden unsere Strategie, brainstormen und feilen. Mittwochnacht schrauben wir bis 2 Uhr gemeinsam an der Präsentation für Donnerstag. Die letzten beiden Stunden hallen die Stimmen der anderen im meinem Kopf wie Schreie im Krankenhausflur. Spät nachts schleppe ich mich nach Hause, falle ins Bett und quäle mich Donnerstagmorgen wieder hoch. Ich komme zurück in die Academy, wo alle anderen sich halbwegs erholt zu haben scheinen: Sie schnattern und sind trotz Müdigkeit gut gelaunt. Ihre Stimmen und der Zwang, in meinem Zustand noch mit ihnen zu reden, treiben mich so zur Verzweiflung, dass ich um mich schlagen will.

Donnerstagmittag, 13 Uhr.
Für 10 Minuten Präsentation hatte ich kein Problem, zu glänzen.
Dann ist es vorbei – obwohl alles gut lief, bin ich kurz davor, hysterisch heulend zusammenzuklappen.
Ich ziehe die Reißleine und gehe nach Hause.
Für einen introvertierten Menschen wird Teamwork irgendwann zur Hölle.

Still sein heißt schwach sein

Wenn die Welt zu laut wird, werde ich still. Ich ziehe mich in mich selbst zurück und wirke so dem Trubel entgegen – ich füge nicht meinen eigenen Noise Factor zu der ohnehin anstrengenden Situation hinzu. Ich versuche nicht, gegen etwas anzuschreien, das mich schon beim Zuhören müde macht. Im Club tanze ich dann einfach still, im Meeting höre ich aufmerksam zu und denke für mich nach – und sage erst dann meine Meinung, wenn sie relevant ist und einen echten Mehrwert fürs Gespräch bietet. Ich rede nicht beim Denken, sondern denke bevor ich rede; ich bin nicht die, die das ganze Semester unterhält und erst recht nicht die, die jeden Abend mit einer anderen Freundesgruppe den Kiez unsicher macht. Im Gegenteil: Ich feiere den „asozialen Abend allein“ (über diesen Ausdruck könnte ich übrigens eine eigene Hassrede schreiben), mit meiner besten Freundin gehe ich am liebsten Essen und penne dann mit zwei Gläsern Wein zu unserer Lieblingsserie auf der Couch ein; ich gehe genauso gern alleine auf ein Konzert wie zu zweit, und so sehr ich Gesellschaft schätze und in ihr auch aufblühe, wenn ich jemanden besser kenne, so sehr muss ich danach auch wieder meine Ruhe haben.

Damit geht es mir ausgesprochen gut. Der Gesellschaft aber offenbar nicht. Wenn ich still werde oder allein sein will, kommen grundsätzlich Fragen. Von einem lieb gemeinten „Ist alles okay?“ über verständnisloses „Wieso gehst du alleine Mittagessen, magst du hier niemanden?“ und tadelndes „Kapsel dich nicht so ab“ bis hin zum ultimativen, patronising „Du musst nicht so schüchtern sein, trau dich doch mal was!“ – habe ich schon alles gehört. Sowohl von Freunden als auch von Wildfremden, die ich definitiv nicht danach gefragt hatte. Und ich kann es den Leuten nicht einmal übel nehmen, denn überall wird impliziert: Still sein ist falsch. Wer sich zurückhält anstatt mitzuschreien, zeigt Schwäche und hat am Ende nichts zu sagen. Still sein heißt, dass etwas mit dir nicht stimmt oder dass du in irgendeiner Form gehemmt bist und in Wirklichkeit auch gerne anders wärst; ganz egal, was du behauptest.

Kolumne Introversion Introvert's Diary

Fakt ist aber: Es gibt da ein viel zu wenig beachtetes Persönlichkeitsmerkmal, das uns unterscheidet: Die Skala von Introversion bis Extraversion. Das sind zwei Typen Mensch (und eine ganze Menge zwischendrin), die einfach verschieden funktionieren: Introverts ziehen ihre Energie aus dem Alleinsein und Extroverts aus sozialer Interaktion. Der extravertierte Mensch wird von äußeren Eindrücken, neuen Menschen und lauten Umgebungen förmlich elektrisiert und fühlt sich unwohl, wenn er lange Zeit alleine ist. Der introvertierte Mensch kann dagegen sehr gut alleine sein, beschäftigt sich gerne mit seiner Gedankenwelt und steht auf tiefsinnige Gespräche mit engen Freunden. Der Introvert klappt irgendwann zusammen, wenn unkontrolliert neue Reize auf ihn einprasseln und er pausenlos sozial interagieren muss, besonders mit Personen, die ihm weniger vertraut sind. Die erste natürliche Notbremse: Der Rückzug.

Nach müde kommt wütend

Ich ziehe mich auf der Arbeit ab einem gewissen Zeitpunkt zurück, weil die ständigen Diskussionen im Team mich dann extrem erschöpfen. Ich brauche zwischendurch meine Ruhe, weil ich meinen Energiehaushalt nur ausgleichen kann, wenn ich alleine oder in meiner absoluten Comfort Zone bin. Ich isoliere mich, erhole mich und komme dann wieder zurück – und die Teamarbeit kann dann sogar wieder Spaß machen. Wenn das aber nicht geht, also die Erholungsphase ausbleibt, zum Beispiel, weil wir tagelang Überstunden schieben und ich nur noch zum Schlafen nach Hause gehe und die richtige Me-Time einfach flach fällt, dann kommt in meinem Fall nach müde leider auch – wütend.

Donnerstagmorgen lag ich nach so einer Arbeitsphase auf der Academycouch, zu Tode erschöpft und gleichzeitig innerlich brodelnd, und wollte jeden treten, der nicht müde war und womöglich auch noch Motivation für die bevorstehende Präsentation zeigte. Ich war wütend, dass die Belastung für andere nicht so hart war wie für mich, und dass sie keine Scham hatten, dies auch zu zeigen. Ich wollte mit jeder Faser schreien: EURE EXTRAVERSION KOTZT MICH AN! Hört auf, den verdammten Diskurs zu bestimmen, nur weil ihr von Natur aus lauter seid als wir. Denn das macht die Gesellschaft an sich extravertiert und prägt die Erwartungen, die nicht nur Freunde und Bekannte, sondern vor allem auch unsere Arbeitgeber an uns haben.

Ich arbeite in der Werbung, gefühlt also der Branche mit den schrillsten Vögeln und den lautesten Angebern, mindestens aber einer sehr extravertierten, sozialen, netzwerkenden Gemeinschaft. Und wenn ich sagen würde, dass ich es als Introvert dort leicht habe, würde ich lügen. Trotzdem habe ich mich vollen Herzens für genau diesen Beruf entschieden. Ob diese Entscheidung schlicht blauäugig war oder ob ich meinen Weg finde?

Fortsetzung folgt…

Fotos: Johannes Fucke

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17 Comments

  • Reply
    Elin
    10.07.16 at 17:56

    Das ist ein wahnsinnig spannender Artikel. Introvertierte sind genauso gut wie Extrovertierte, sie arbeiten nur anders. Man überlegt einfach, bevor man irgendeinen sinnlosen Satz rauslässt. In der Arbeitswelt scheint nur der Extrovertierte was zu taugen weil er ja ständig am sabbeln ist…was daran schlimm sein soll, auch mal die Klappe zu halten und überlegt zu handeln, erschließt sich mir nicht. Unaufgeregte Menschen sind mir mitunter lieber als diese ständigen Aufmerksamkeitsbraucher, die ständig am Zappeln sind und laut reden.

    Zuerst hast du mich an eine Hochsensible erinnert, das „habe“ ich nämlich. Ich reagiere ungleich stärker auf Außenreize als andere, nehme Stimmungen wahr, die sonst keiner bemerkt, ich analysiere alles und jeden und mein Kopf scheint immer zu arbeiten. Bin ich schlecht drauf, dann bringen mich Geräusche an den Rand des Wahnsinns (mein langjähriger Hausarzt hat es bei mir vermutet). Lustigerweise bin ich aber auch ein Ambivert. Ich liebe den Kontakt zu Menschen, Tage ohne meine Arbeit oder die Uni finde ich fast schon langweilig…dennoch brauche ich dann einen Gammelnachmittag ohne Menschen und ich bin fit.

    Vielleicht brauchst du Zeit um dich an diese Arbeitsweise zu gewöhnen? Als Hiwi habe ich immer alleine gearbeitet, jetzt in der Firma habe ich mehr Kontakt zu Menschen und musste Teamwork erlernen – ich mag Menschen, hatte als elender Perfektionist nur immer Probleme damit, wenn ich was nicht selbst machen kann. Bei dir ist etwas anderes, aber ich hoffe, dass es für dich leichter werden wird, wenn du keine Ruhepausen hast und dann weiterarbeiten musst.

    Des Weiteren: ich liebe deinen Blog und ich verfolge deine „Reise“ unheimlich gerne. Sich weiterzuentwickeln ist einfach unheimlich spannend…

    • Reply
      Sabine
      13.07.16 at 00:55

      Liebe Elin,
      zunächst mal – danke für das große Kompliment <3 Ich freue mich immer wieder darüber, wie lange du schon mitliest!
      Extravertierte jetzt aber mit zappelnden Aufmerksamkeitsbrauchern gleichzusetzen, die ständig sabbeln, finde ich etwas schwierig. Ich empfinde Extravertierte als gute Mitglieder im Team, weil sie oft die sind, die durch ihre Art motivierend und antreibend wirken, vielleicht auch mal schneller eine Entscheidung treffen, sich eher trauen spontane Ideen rauszuhauen... Schwierig wird es finde ich nur, wenn sie in der Überzahl sind und die Introvertierten unfassbar viel Energie aufwenden müssen, um nicht komplett unterzugehen. Das hat aber sicherlich auch nochmal etwas mit zwischenmenschlicher Rücksichtnahme zu tun! Dennoch weiß ich, was du meinst - laute, übersprudelnde Charaktere werden schon rein natürlich mehr wahrgenommen und bekommen dadurch nicht nur mehr Beachtung, sondern oft auch mehr (unmittelbare) Anerkennung.
      Danke für den Input zur Hochsensibilität, du bist tatsächlich schon die zweite, die mich darauf hinweist. Das Thema kannte ich bisher gar nicht und es gibt da auf jeden Fall Punkte, die auch auf mich zutreffen.
      Auch das mit dem Drang zur Perfektion kenne ich übrigens - und lustigerweise glaube ich, dass es genau das ist, was mich regelmäßig aus meiner Introvert Comfort Zone treibt. Ich möchte einfach unbedingt mitgestalten, auch wenn es anstrengend ist. Mal sehen, ob ich dafür noch ein paar energieschonendere Techniken finde 🙂
      xx

  • Reply
    Tabea
    10.07.16 at 20:49

    Ach Mensch, du sprichst mir teilweise wirklich aus der Seele! Wenn mir etwas zu viel wird, dass verstumme ich auch immer – ganz automatisch. Und plötzlich erscheint mir alles, was ich sagen könnte, unpassend. Mein Exfreund hat sich immer total aufgeregt, dass ich so reagiere, wenn er mich zu etwas überreden wollte, was ich auf keinen Fall machen wollte… Aber sobald ich nicht mehr rede, kann man sich bei mir echt sicher sein, dass nicht viel fehlt, bis ich zu weinen anfange, weil mir alles zu viel wird.

    Ich brauche auch immer solche Ruhepausen – meist laufe ich dann einfach eine Weile allein durch die Gegend. Spazieren gehen hilft mir einfach meistens… und dann liebe ich auch mal Zeit mit anderen gemeinsam, solange ich weiß, dass ich danach wieder allein sein darf.

    Ich hoffe doch sehr, dass du den richtigen Job gewählt hast! Ich habe mich ja nun eher für etwas wenig soziales entschieden: Maschinenbau. Lieber Schrauben und Zahlen als Menschen und vor allem Kinder 😉

    Liebe Grüße

  • Reply
    Kato
    11.07.16 at 09:09

    Hey Sabine, mir gehts ähnlich – und dein Text erinnert mich daran, dass ich noch einen Entwurf zum Thema „als introvertierter Mensch Gruppenarbeit und Blockseminare überleben“ rumfliegen hab. Krass, dass du dich bewusst für einen Job in der Werbebranche entschieden hast. In so einer Agentur würde ich mit Sicherheit in kürzester Zeit verrückt werden 😀 LG, Kato

    • Reply
      Sabine
      13.07.16 at 00:59

      Liebe Kato,
      auf den Artikel bin ich gespannt!
      xx

  • Reply
    Ruth Weckmüller
    14.07.16 at 18:05

    Hallo Sabine,
    ich heiße Ruth, bin 68 Jahre alt und war in meinem früheren Leben Lehrerin. Ich gehe davon aus, dass du in deinem Artikel deine dir wichtigen Wahrheiten ausgesprochen hast. Ich fühlte mich oft in ähnlichen Lebenssituaionen.
    Ich gehe von folgenden Möglichkeiten aus.
    Du bist ausserordentlich sprachgewandt. Das weißt du von dir. Aber du bist auch sensibel und denkst über Verhaltensweisen anderer Menschen dir gegenüber ausgiebig nach. Solche Ablenkungen können das eigentliche Potential vermindern.
    Vielleicht denkst du über andere Berufsumgebungen nach, in denen du dein sprachliches Potential auch verwirklichen kannst und ein positives Echo bekommst ohne dich auf allzu viele aufregende Diskussionen einlassen zu müssen.
    Ruth

    • Reply
      Sabine
      14.07.16 at 23:40

      Hallo Ruth,
      tausend Dank für deinen Kommentar und die lieben Worte!
      Ich habe natürlich schon über die möglichen Hürden als introvertierte Person nachgedacht, bevor ich mich auf diesen Karrierepfad begeben habe. Gewonnen haben dann allerdings mein Enthusiasmus für das Fach und das schlichte „Weil ich es will“. Das war bei deinem Beruf wahrscheinlich ähnlich – Lehrer wird man glaube ich auch nicht, wenn man keine Lust darauf hat. Ich bin auf jeden Fall dankbar, dass es heute so einfach ist, Berufe „auszuprobieren“ und sich umzuorientieren, sollte es nötig werden. Bisher ist das bei mir noch nicht der Fall. Vielleicht ist es junger Idealismus, aber im Moment glaube ich nicht daran, den eigenen Grenzen schon nachzugeben, bevor man sie ausgetestet hat. Vielleicht wartet dahinter ja etwas Großartiges, das man sich nie zugetraut hätte 🙂
      Liebe Grüße

  • Reply
    flowery
    14.07.16 at 22:40

    Hmm ich bin weder noch, früher war ich introvertiert, aber nicht weil ich allein sein wollte, sondern weil ich mich schlichtweg abgelehnt fühlte. Mittlerweile ist alles ganz anders, den mein Umfeld seit einigen Jahren passt einfach besser zu mir. Also nicht ich selbst sondern mein Umfeld haben mich in die Introvertiertheit geschickt, sie waren halt nicht auf derselben Ebene. Keine Ahnung ob dir dein Job gefällt, aber wenn nicht, würde ich das Ganze beenden. Viele Menschen arbeiten um zu leben, statt zu Leben und die Arbeit darin zu integrieren. Als mir mein gelernter Job nach knapp 1 Jahr keine Freude bereitete, habe ich mich zur Uni angemeldet und bin seither total happy. Naja ich werde wohl eher in Richtung Selbständigkeit gehen, denn andere Menschen behindern einem oftmals im Fortkommen. Oftmals kommt in Gruppenarbeit nicht wirklich was schlaueres heraus als in Einzelarbeit.

    • Reply
      Sabine
      14.07.16 at 23:27

      Hey Flowery,
      es kann total gut sein, dass du schon immer ein sogenannter Ambivert warst oder einfach irgendwo auf der Skala zwischen Extra- und Introversion liegst anstatt an einem der Pole, so wie übrigens die meisten Leute 🙂 Allerdings klingt es für mich – sofern ich aus so wenigen Worten lesen kann – eher so, als hättest du damals soziale Ausgrenzung erfahren und das würde ich definitiv nicht mit Introversion gleichsetzen, vor allem nicht, wenn du nicht gern allein warst! Introvertiert sein heißt nicht, sich grundsätzlich auszugrenzen oder ein unsozialeres Leben zu führen; es heißt nur, dass man Zeit alleine braucht, um aufzutanken.
      Meinen Job mag ich übrigens sehr – deshalb fände ich es auch schlecht für mich, ihn hinzuschmeißen, „nur“ weil ich mir in manchen Situationen schwer tue. Ich bin da eher so der Typ „Es muss einen Weg geben, mit den schwierigen Momenten umzugehen“ 🙂 Deine Entscheidung verstehe ich aber voll und ganz – wenn der Job nie Spaß macht, sollte einen nichts halten. Viel Erfolg auf deinem spannenden Weg zur Selbstständigkeit!
      xx

  • Reply
    Jenni
    06.09.16 at 10:39

    Liebe Sabine!

    Mit deinen Worten hast du mich vollkommen elektrisiert – denn ich hätte das genauso niederschreiben können! Haargenauso!

    Und ich habe mich immer gefragt, was eigentlich falsch ist mit mir, bis ich begriffen habe, dass es sowas wie Extrovertierte und Introvertierte gibt. Und ich zu Letzteren gehöre. Ich hasse Partys, stundenlanges Aufeinanderhocken und Familienurlaube sind mir ein Graus – das kommt nicht daher, dass ich die Menschen nicht mag, sondern dass mich viele Menschen auf einem Haufen und über einen langen Zeitraum total erschöpfen und mir jede Energie rauben. Ich werde dann – genau wie du – immer stiller und ruhiger und irgendwann dann sauer und wütend – und es ist verdammt schwer, dann noch sozial zu bleiben und das nicht zu zeigen, weil dann sofort die Fragen kommen, ob alles okay sei (was absolut lieb gemeint ist) und ob es einem gutgehe. Ich verurteile die Menschen dann nicht, die mich so etwas fragen – wünsche mir aber gleichzeitig, sie möchten doch bitte endlich nicht alle 3 Minuten nachfragen, damit ich nicht irgendwann doch mit der Wahrheit herausrücken muss: Nämlich, dass ich jetzt am liebsten alleine wäre. Denn das verletzt die meisten Menschen sehr und das möchte ich nicht, denn es liegt nicht an ihnen persönlich, sondern daran, dass ich mit solchen hypersozialen Situationen schlecht umgehen kann. Wer mich kennt – sehr gute Freunde – weiß das, wer nicht, der ist zunächst irritiert und stellt auch oft falsche und unzureichende Vermutungen über mich an (arrogant, ein bisschen „komisch“, weltabgewandt, eigenbrötlerisch…).
    In einer Welt, in der man nur etwas gilt, wenn man andauernd ein perfektes Sozialleben zu präsentieren hat, finde ich das einigermaßen schwierig, mich zurechtzufinden und nicht von einer problematischen Situation in die andere zu stolpern. Deswegen liebe ich unter anderem das Schreiben: Hier kann ich mich vollkommen zurückziehen und für mich austoben. Etwas Besseres gibt es nicht. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply
      Sabine
      07.09.16 at 11:41

      Danke für diesen tollen, reflektierten Kommentar. <3

  • Reply
    Tanja
    08.09.16 at 16:28

    Hy Sabine! Danke für den tollen Artikel! Ich hab mich in deinen Zeilen immer wieder selbst gefunden und hoffe, es stört dich nicht, dass ich dich in einem meiner Artikel eingebaut habe! 🙂 Den findest du übigens hier, falls du mal Lust hast reinzuschauen: https://blattgruen.me/vom-introvertierten-bloggerdasein-und-anderen-schwierigkeiten/
    Liebst, Tanja

    • Reply
      Sabine
      10.09.16 at 10:33

      Danke, das bedeutet mir sehr viel!

  • Reply
    Natalie
    17.09.16 at 10:27

    Richtig guter Artikel, Sabine. 🙂 Ich mag auch die anderen aus der Reihe sehr, vor allem auch den mit dem Fühlen.

    Und P.S.: Ich bin so dankbar dafür, dass du „extravertiert“ und nicht „extrovertiert“ schreibst, ich kriege da nämlich immer ein nervöses Zucken, auch wenn inzwischen auch das ‚o‘ vom Duden anerkannt wurde. 😀

  • Reply
    Monika
    01.10.16 at 20:00

    Hallo Sabine,

    was ist die wichtigste Fähigkeit eines guten Verkäufers? Zuhören können.
    Was ist die wichtigste Fähigkeit eines guten Werbe-Experten? Die Zielgruppe und deren Bedürfnisse erkennen.

    Für beides sollte man nicht extrovertiert sein. Für beides ist ein großes Ego hinderlich. Oder hat dih schon mal interessiert, was der Verkäufer für den coolsten Wagen hält/die schickste Mode/?

    Wenn du dich gerne schriftlich ausdrückst, kreativ bist, und gerne wirbst/überzeugst: Überlege, dein Talent in der Unternehmenskommunikation einzusetzen.

    Gruß von einer Senior Expert UK.

  • Reply
    Lisa
    12.11.16 at 22:35

    Liebe Sabine,
    danke für deinen tollen Blog und den wunderbaren Artikel. Mir kommt das alles nur zu gut bekannt vor, ich nenne diesen Zustand der sozialen Erschöpfung bei mir immer „Sozialgrenze“. Und alle Sätze von Kollegen wie „Du bist so still, magst du uns nicht“ oder „Ich würde mir wünschen, dass du auch mal gleich was sagst, bevor du es zu Ende gedacht hast“ kenne ich gut… Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass ich eben die meiste Zeit eher intro als extro bin und eine Perfektionistin (leider oder Gott sei Dank?!) noch dazu. Aber Menschen sind verschieden und das ist gut so. Jedenfalls vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel, vielleicht werde ich dazu auch mal ein paar Gedanken auf meinem Blog schreiben 🙂

    LG Lisa von Lichtfarben

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