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Kleiderschrank Inventur Herbst // YouTube

Capsule Wardrobe Kleiderschrank Inventur

Hi and welcome to my YouTube channel! So oder so ähnlich könnte dieser Artikel anfangen, wäre das nicht maßlos übertrieben. Einige von euch haben mich gefragt, ob ich vielleicht Lust hätte, meinen reduzierten Kleiderschrank im Detail zu zeigen. Was ist nach dem Ausmisten noch in meiner Kommode, wie sieht eine minimalistische Garderobe aus? Ist das jetzt eine Capsule Wardrobe oder nicht? Und da habe ich mich einfach mal getraut, mein erstes YouTube Video zu veröffentlichen.

– zum Video springen –

48 Teile für den Herbst. Das ist der Hard Fact, mit dem ich aus meiner letzten Ausmistaktion herausgehe. Ich würde an dieser Stelle gerne sagen, es war nicht schwer; es ist irgendwie immer noch viel; ich brauchte den ganzen anderen Krempel nicht. Aber mal ehrlich? So leicht ist es nicht, sich auf vier Paar Schuhe zu beschränken. Nicht, weil vier Paar Schuhe wirklich zu wenig wären, sondern, weil man sich wirklich klar machen muss, dass man die anderen nicht braucht, und dass „Die sind aber schön“ nicht immer ein Grund ist, noch mehr anzuhäufen.

Warum die Capsule Wardrobe mit 37 Teilen nicht (zwingend) funktioniert

Es ist auch nicht leicht, aus Prinzip zu reduzieren. Und deshalb habe ich irgendwann aufgehört und mich dagegen entschieden, bis zur 37 zu gehen. Nein, ich brauche keine vier Strickpullover. Und auch keine acht Shirts. Aber wenn ich alle davon immer wieder mal trage und sie noch schön sind, wieso sollte ich dann welche loswerden? Mehr Shirts heißt in dem Fall nur: Mehr Schonfrist, bis ich neue kaufen muss. Wenn eines abgetragen ist oder kaputt geht, reduziere ich es und mir fehlt nichts. Auch das ist ein gutes Gefühl. Ich will Kleidung nicht mehr sinnlos sammeln, aber kein Kleidungsstück darf so einzigartig und essentiell werden wie der Herd, wenn er kaputt geht. So viel Macht über mich und meine Finanzen möchte ich nicht auch noch an meine Garderobe abgeben.

Ich möchte nicht eines Tages meine einzige Jacke in der Hand halten und feststellen, dass sie kaputt ist – und ich jetzt und heute eine neue brauche. Die fair produziert sein soll, auch wenn das mein Konto um 300 Euro ins Minus stürzt. Ich glaube, es gibt keinen effektiveren Weg, sich selbst zu versklaven, als mit einer Lebensveränderung komplett zu übertreiben.

Ich habe mehr, weil…

Ich könnte nämlich auch Rechtfertigungen aufschreiben, warum ich mehr im Schrank habe als die magischen 37 Teile der Capsule Wardrobe. Auch im Video setze ich zu ein paar davon an.
– Ich trage Sachen auf, die zu schade zum Weggeben sind und die ich auch mag. Auch wenn ich sie zahlenmäßig nicht bräuchte.
– Meine Capsule Wardrobe für den Herbst ist fast identisch mit der für den Winter. Dann werden nur Jacken und Schuhe getauscht.
– Ich spare mir Alltagsstress, wenn ich seltener waschen muss.

Aber wozu und vor wem rechtfertige ich mich? Wem gehorche ich, wenn ich mich krampfhaft an eine Zahl halten will, um es „richtig“ zu machen?

Aus Prinzip zu reduzieren tut niemandem gut. Nicht nur das Immermehr, auch das Immerweniger kann zur Sucht werden. Das kommt von einer Frau, die nur noch zwei Schubladen in der Kommode und eine halbvolle Kleiderstange für ihre Alltagskleidung braucht und deren Zimmer absolut pur wirkt. Und die sich trotzdem davon abhalten muss, sich für das fünfte Paar Schuhe, das sie gestern bestellt hat, selbst ein schlechtes Gewissen einzureden. 49. Und ich liebe fast alles davon.

Was ist in meinem minimalistischen Kleiderschrank?

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10 Comments

  • Reply
    Tabea
    27.09.16 at 21:09

    Deine Einstellung zur Anzahl – also dass auch ein wenig Puffer da sein muss, damit nichts lebenswichtig ist und einen zu Schnellkäufen im Notfall zwingt, finde ich super. Man sollte echt nur aussortieren, was man auch nicht verwendet… der Rest darf so lang bleiben, wie man ihn mag! Und das Argument mit dem Waschen ist auch wichtig! Denn halbvolle Maschinen sind ja nicht gerade umweltfreundlich 🙁

    So… und jetzt gratuliere ich dir also zu deinem neuen Kleiderschrank – egal, wie viel da nun zahlenmäßig wirklich drin ist.
    Und weißt du was? Obwohl ich früher nur 2 Paar Schuhe hatte (1 für Schule etc. und eins für zu Hause auf dem Bauernhof), brauche ich heute viel mehr wirklich: Ein paar für normalen Alltag, eins für matischige Spaziergänge, zwei zum Joggen (die soll man ja abwechseln, wenn man mehrmals die Woche läuft), Sicherheitsschuhe für die Arbeit, schicke Schuhe für gute Anlässe. Und wenn die Wander- oder Alltagsschuhe drohen zu sterben, gibt es schon vor dem endgültigen Tod ein neues Paar zum langsamen Einlaufen. Sonst habe ich doch Blasen, wenn ich erst aktiv werde, wenn es zu spät ist 😉

    Liebe Grüße

  • Reply
    Sabrina
    27.09.16 at 21:32

    Ich selbst habe am liebsten alle Kleidung immer im Blick und in einem Kleiderschrank, also Sommer und Winter, bequem und schicker, etc.. Daher machen Capsule Wardrobes für mich keinen wirklichen Sinn, spannend finde ich sie trotzdem. Einer strikte Beschränkung auf 37 Teile würde ich auch nicht folgen, denn wie du so schön schreibst, aus Prinzip zu reduzieren geht meist nach hinten los und blind nach fremden Regeln zu leben macht wenig Sinn.

    Wieviel Kleidung ich im Kleiderschrank habe, kann ich gar nicht genau sagen, ist mir ehrlich gesagt auch egal. Mein Kleiderschrank passt zu mir, meinen Ansprüchen und meinem Leben, mehr muss ich nicht wissen.

    Sabrina
    grün grün
    http://gruengruenblog.blogspot.de

  • Reply
    Elena
    28.09.16 at 11:35

    Hi, ich persönlich finde Ausmisten immer befreiend. Da mein Kleiderschrank klein ist bin ich gezwungen Winter- und Sommergardrobe zu tauschen. Dabei werden immer auch ein paar Teile aussortiert, die die ganze Saison ungetragen Platz eingenommen haben. Aber mich an bestimmt Zahlen zu halten käme für mich nicht in Frage. Das fände ich so zwanghaft wie Kalorienzählen 😉
    Viele Grüße Elena

  • Reply
    Petra
    28.09.16 at 21:41

    Yeah, du hast es geschafft mit dem Upload! 🙂 Und lustig, dass du auch so viele grauen und schwarzen Sachen hast, haha. Ausmisten befreit wirklich, muss ich mal im Wochenende wieder in Angriff nehmen. Danke für die Inspiration!

    Und ich find’s gut, dass du jetzt nichts wegschmeißt, nur um auf eine bestimmte Anzahl zu kommen.

    Liebe Grüße
    Petra

    • Reply
      Sabine
      02.10.16 at 09:02

      Sehr gerne! Dieses Wochenende ist ja ein bisschen Zeit.
      xx

  • Reply
    Kaddinator
    29.09.16 at 21:25

    Mir gefällt deine Auswahl für den Herbst/Winter total super. Und du hast mich mit deinem Video angespornt, meinen Kleiderschrank endlich mal auszumisten. Ich hab so viele Sachen, die mir nicht mehr passen und denen ich wohl nicht hinterher weinen würde.
    Wo verkaufst du denn deine ausgemisteten Stücke?
    Außerdem will ich in Zukunft nur noch Fair Fashion kaufen und will Anziehsachen wieder wertschätzen.
    Zum Thema Hosen färben: ich habe meine schwarzen Hosen immer mit diesem Waschmaschinenfarbe aus der Drogerie gefärbt. Ich weiß allerdings nicht ob das jetzt umweltfreundlich war.

    • Reply
      Sabine
      02.10.16 at 09:02

      Hey Kaddi,
      ich versuche es aktuell auf Kleiderkreisel. Muss aber sagen, dass dort die letzten Wochen/Monate fast nichts mehr geht. Ich behalte die Sachen jetzt erstmal in einem Karton unterm Bett, vielleicht kann ich sie irgendwann bei KK gegen etwas tauschen, das ich brauche. Wenn nicht, spende ich sie in ein paar Monaten.
      Danke für den Tipp mit der Hose! Sowas hab ich auch zuhause, hab aber ein bisschen Angst, dass die Maschine nachher schwarz ist…
      xx

      • Reply
        Nanne.
        04.11.16 at 22:56

        Vorsicht, ich hatte nachher eine leicht schwarze Maschine und auch Wäsche von wesentlich späteren Waschladungen, die noch Farbe abbekommen hat. Keine Ahnung, wieso – ich machs nie wieder!

  • Reply
    Elisabeth
    14.10.16 at 11:04

    Liebe Sabine,
    toll dein Video! Ich mag deinen Stil <3 Ich finde auch, dass man das mit der Anzahl der Teile eher als Richtwert denn als feste Grenze sehen sollte. Je nach Klima ist das ja auch ganz unterschiedlich, wie groß die Temperaturschwankungen sind etc. Und überhaupt passt ja sowieso kaum jemand so recht in diese one-size-fits-all-Konzepte. In meiner Herbst-Garderobe sind auch noch ein paar Teile drin, die ich zwar nicht ideal finde, aber die für mindestens diese Saison noch mitmachen müssen. Insgesamt war ich aber, wie ich ja schon auf Instagram verkündet habe, noch nie so zufrieden mit meiner Garderobe 🙂
    Bin gespannt, wie es bei dir weitergeht und welche Erfahrungen du mit deiner Auswahl machst! Ich fände dann ein Fazit-Video auch spannend, vielleicht magst du ja im Frühling erzählen, wie gut es mit deiner Capsule funktioniert hat?
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

    • Reply
      Sabine
      17.10.16 at 21:19

      Liebe Elisabeth, ein Wardrobe-Update ist sogar schon für den Winter geplant!
      xx

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