Minimalism

ROOM UPDATE: Minimalistisches WG Zimmer

Minimalistisches WG Zimmer

Hallo ihr Lieben! Heute nehme ich euch mit zu einem kurzen Room Update. Wie ihr wisst, wohne ich in einer WG in Eimsbüttel und bin dort vor etwa zwei Wochen ins andere Zimmer gezogen, weil meine Mitbewohnerin die Wohnung Ende August verlassen hat. Auch wenn es noch komisch ist, dass ich jetzt die Hauptmieterin bin und mir das Zimmer aussuchen konnte, bedeutet es: Mehr Platz, mehr Licht, mehr Balkon! Ich bin happier denn je. Aber „yeah, mehr Platz“ hieß für mich nicht automatisch „yeah, mehr Kram“; im Gegenteil. Den kleinen Umzug habe ich zum Anlass genommen, noch einmal genau zu schauen, was von meinen Sachen ich wirklich noch brauche. Willkommen in meinem minimalistischen WG Zimmer – das leerste Zimmer, das ich je hatte!

Umzüge, und seien sie nur innerhalb der eigenen vier Wände, sind für mich das beste, was meiner Lust auf Weniger passieren kann. Denn sie bringen mich dazu, alles, was ich habe, in die Hand zu nehmen. Dabei kommen Sachen aus ihren Verstecken, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe – übrigens ein ziemlich zuverlässiger Indikator dafür, dass das Ding weg sollte. Oder aber solche, die ich schon seit drei weiteren Umzügen oder Ausmistaktionen mit mir rumtrage, weil ich sie „irgendwie nicht wegwerfen kann“. Aber eigentlich gerne würde.

Capsule Wardrobe: Must Have für ein minimalistisches WG Zimmer?

Die größte Baustelle war mein Kleiderschrank. Würde ich es jetzt endlich anpacken, einen Capsule Wardrobe aufzubauen? Jenni von Mehr als Grünzeug hatte mich wieder angefixt – ihr entschleunigter Guide für einen Capsule Wardrobe machte mir wieder Lust auf ein Thema, das ich eigentlich nicht mehr hören konnte und das ich nie für möglich hielt, wenn man nicht schon immer denselben Stil oder ziemlich viel Geld hatte. Mit der Erkenntnis, dass es nicht so schnell gehen muss, und dass man auch keine starre Regel oder Anzahl – die magische 37 – einhalten muss, war es auf einmal wieder denkbar.

Ich packte ein paar wenige Sommer- und Winterkleider auf den Dachboden und sortierte das aus, was ich beim letzten Mal behalten, aber immernoch nicht wieder getragen hatte. Zurück blieben rund 50 Kleidungsstücke, wenn man die Schuhe mitzählt. Ob das nun ein „Capsule Wardrobe“ oder ein „Anti Capsule Wardrobe“ oder irgendwas dazwischen ist – für mich ist es schon ziemlich perfekt!

Braucht man eigentlich Deko?

Ich liebe Sachen mit Funktion, die dabei noch gut aussehen. Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich meinen weiß-kupferfarbenen Föhn nur wegen der haarschonenden Technologie gekauft habe. Ich bin total verknallt in ihn, weil er mein Kallax Regal im Flur optisch aufwertet, ohne dass ich Deko verwenden muss. Denn Deko ist irgendwie auch nur zusätzlicher Kram – oder? Ich muss sagen, dass ich trotzdem Einiges rumstehen habe, das „einfach nur schön“ ist. Und das ist auch gut so! Grüne Pflanzen, am besten die pflegeleichten, machen für mich jeden Raum schöner und harmonischer. Fast beruhigt mich der Anblick ein bisschen…

Neben den Pflanzen müssen natürlich ein paar Erinnerungsfotos mit den wichtigsten Menschen und zwei meiner absoluten Lieblingsprints an die Wand – eines, das das Fernweh nach dem Meer und den rauen Klippen von Schottland weckt, und eine uralte, viel zu witzige englische Werbung für ein Regencape. Und auch Dumby und Voldy, meine niedlichen Potterhead-Symbole für Gut und Böse und das Gleichgewicht der Welt, dürfen einfach nicht fehlen. Ganz große Liebe!

Das größte Teil, das gehen musste, war übrigens mein Schreibtisch. Denn ich habe festgestellt, dass ich ihn einfach nicht mehr nutze! Ich fühle mich absolut befreit von einem Möbelstück, das irgendwie auch nach Feierabend suggeriert, dass ich noch produktiv sein sollte. Vom Bett aus sichtbar führte es eher zum Gegenteil: Trotz. Nein, ich setze mich da nicht hin! Ihgitt, Arbeit! Mein neues Zimmer macht mir keinerlei Stress. Noch bin ich sehr verwirrt von dem freistehenden Bett, weil ich noch nie genug Raum dafür hatte. Alle meine Betten waren immer in irgendeine Ecke gequetscht und viele sagen, so schläft es sich auch besser. Wie ich es mit der Freiheit halte? Ich glaube, ich finde sie gut. Und nichts schlägt die Sonne, die morgens reinkommt, um mich aus den Federn zu holen…

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17 Comments

  • Reply
    Kati
    20.09.16 at 14:01

    Wow, das sieht unglaublich einladend aus und so, als könnte man wunderbar zur Ruhe kommen 🙂
    Davon bin ich persönlich sehr, seht weit entfernt – meine Kleidung braucht nach wie vor einen Kleiderschrank, und Bücher hab ich auch viel zu viele. Nach und nach werden es weniger, aber es wird immer viel mehr sein als bei dir – schon schade, wenn ich sehe, wie luftig es sich bei dir lebt.

    • Reply
      Sabine
      20.09.16 at 21:43

      Ach, ich halte nicht so viel von „es wird immer“ so und so sein! Bestimmt findest du ja einen Weg, so viel zu reduzieren, wie du magst. Die Bücher sind bei mir allerdings auch nur eine Übergangslösung. Bei meinen Eltern stehen noch zwei Ausgaben Harry Potter, die ich vermutlich auch nicht weggeben werde; und in der Küche stehen neben 3 Kochbüchern zurzeit auch zwei meiner Fachbücher, weil die nicht in das kleine Weinregal gepasst haben. Ich glaube, den perfekten Zustand gibt es nicht.
      xx

  • Reply
    *thea
    20.09.16 at 14:12

    sehr schön, frei und minimlistisch! Ich schlafe auch in einem freistehenden Bett und mir gefällt es richtig gut – mittlerweile schon über ein Jahr. lg *thea

  • Reply
    Dunja
    20.09.16 at 18:43

    sieht wirklich super aus! Hab schon auf Snapchat gesehen, dass du umgezogen bist, wenn auch nur innerhalb der WG 🙂 toll, dass du es dir so schön machen konntest!

    Liebe Grüße, Dunja

  • Reply
    Lea
    20.09.16 at 20:21

    Sieht echt sehr schön und clean aus 🙂 Ziehe gerade in eine neue (sehr kleine) Wohnung und habe dort ähnliches vor: so viel wie nötig, so wenig wie möglich 😉 mal sehen, ob ich das umsetzen kann. LG Lea

    • Reply
      Sabine
      20.09.16 at 21:40

      Oh super, du hast was gefunden! 🙂 Dann viel Spaß beim Umzug, das ist echt die perfekte Gelegenheit.
      xx

  • Reply
    Mona
    20.09.16 at 20:24

    Wow, ich finde das ist eine sehr minimalistische Garderobe 🙂 schönes Zimmer!

  • Reply
    Tabea
    20.09.16 at 20:31

    Mehr Balkon klingt spitze, aber mehr Platz wäre der Horror für mich. Große Räume sind nicht so meins 😉

    Aber mehr minimalistische Züge im Raum sind immer gut – ich habe bei meinem Auszug von zu Hause auch ein wenig ausgemistet und werde das bei meinem Wiedereinzug in einem Monat erneut tun 🙂 Der ganze ungenutzte Krempel belastet mich wirklich nur.
    Meine schlimmste Baustelle ist gerade ein Geburtstagsgeschenk, dass ich dieses Jahr bekam. Ein ehemals sehr guter Freund hat aus einem Blanko-Notizbuch ein „Buch der Freundschaft“ gebastelt und dabei Fotos verwendet von Momenten, die er nicht miterlebt hat, und teilweise einfach nur schleimige und fast beleidigende Dinge hinein geschrieben, aber ist der Meinung, dass da nun alles drin stünde, was uns verbindet. Ich mag das Buch leider gar nicht – weder den Einband noch den Inhalt, aber traue mich nicht es wegzuwerfen, da er sogar meinte, eventuell wolle er auf den freien Seiten in Zukunft noch was ergänzen. Was soll ich nur tun?

    Zum Kleiderschrank ausmisten gratuliere ich dir! Da würde ich gern auch mal ansetzen, aber ich brauche einfach viel, da es so viele unterschiedliche Anforderungen gibt (Schicke Anlässe; Arbeit, die keine Flecken auf Kleidung macht; Arbeit, die Flecken hinterlassen könnte, aber bei der man trotzdem akzeptabel aussehen muss; Dinge, bei denen man richtig dreckig wird; Sport). Was nicht mehr passt oder gefällt, wird aber an meine Schwester weitergegeben oder ganz aussortiert.

    Deko kaufe ich nie – ich mag nichts, was keine Funktion hat. Nur Pflanzen wären ok, aber die vergesse ich leider immer zu gießen, sodass ich vorsichtshalber keine besitze 😉 Und falls mir mal jemand Deko schenkt, dann kann ich mich darüber nicht wirklich freuen und versuche, sie weiterzugeben an Leute, die sie mögen. Ohne schlechtes Gewissen!
    Fotos sind aber okay – das ist keine Deko sondern eine Erinnerung!

    Dass du dich ohne Schreibtisch besser fpühlst, klingt nachvollziehbar. Meinen würde ich aber nicht her geben, da ich es genieße, daran Blogs zu lesen und gleichzeitig zu essen (auf dem Bett würde ich zu viel verschütten…).

    Liebe Grüße und viel Spaß im neuen Zimmer!

    • Reply
      Sabine
      20.09.16 at 21:48

      Liebe Tabea,
      puh, das ist echt eine schwierige Situation! Wie viel liegt dir denn an der Freundschaft? Du schreibst ein bisschen, als hättest du damit eh schon ein bisschen abgeschlossen – dann würde ich es ihm auch ehrlich sagen, was du davon hältst, denn das wird ja einen Grund haben, dass du es „schleimig“ nennst. Es scheint ohnehin ein klärendes Gespräch (oder auch keins mehr) nötig zu sein, oder? Wenn dir doch noch mehr daran liegt… dann ab in eine Kiste und unters Bett, auf den Dachboden oder sonstwohin, bis er es zum Ergänzen haben will … Ich bin an sich kein Fan von „aus den Augen, aus dem Sinn“, aber bei solchen Sachen finde ich es okay.
      Beim letzten Satz musste ich übrigens richtig lachen. Meine Matratzenauflage musste auch schon an die eine oder andere Müslischüssel glauben…
      xx

  • Reply
    Jenni
    22.09.16 at 14:23

    Liebe Sabine!

    Ich bin total beeindruckt und gleichzeitig unglaublich verliebt in dein schönes Zimmer! Minimalismus, das zeigst du hier ganz eindrücklich, ist unglaublich ästhetisch.
    Ich freue mich auch total, dass dir mein Beitrag zum Capsule Wardrobe so gut gefallen hat – ich muss gestehen, dass er zu den Beiträgen gezählt hat, bei dem man beim Veröffentlichen nicht so ganz sicher ist, ob das hier gerade eine gute Idee ist. 😉

    Ich bin aktuell auch schwer am Ausmisten und Umsortieren und finde aber nach wie vor, dass Umzüge wirklich die beste Gelegenheit für umfassendes Cleaning sind – andernfalls funktioniert das Aufräumen zwar auch, aber es dauert wesentlich länger und irgendwo hat sich mit Sicherheit immer etwas versteckt, das man gerade nicht auf dem Schirm hatte und von dem man noch nicht einmal mehr ahnte, dass es überhaupt existiert. Aber ich bleibe dran – so langsam kann man die Fortschritte auch bereits erkennen.

    Ich freue mich auf jeden Fall total für dich und dein schönes „neues“ Zimmer! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply
    Sabrina
    23.09.16 at 10:49

    Wirklich ein sehr schönes Zimmer, mit Platz um sich zu entfalten, aber auch einer schönen Portion an Wärme zum Wohlfühlen. Früher habe ich von riesigen Wohnungen mit ganz viel Platz geträumt, heute wüsste ich gar nicht, was ich damit anfangen sollte.

    Capsule Wardrobes finde ich nach wie vor spannend, für mich selbst passt es aber nicht. Ich will immer all meine Kleidung im Blick haben, will genug zu Hause haben um auch mal 1-2 Wochen nicht waschen zu müssen, will mich nicht an irgendwelche Zahlen halten.

    Sabrina
    http://gruengruenblog.blogspot.de

  • Reply
    Anissa Marie
    23.09.16 at 18:13

    Hammermäßige inspiration ich hab Schmetterlinge im Buch bei den Fotos – Ist das komisch?
    Ich lebe im moment auch sehr minimalistisch aber eher aus praktischen Gründen. Aber der Gedanke Nützliches mit Schönem zu vereinen – der gefällt mir ausgesprochen gut!
    Liebe Grüße!
    Anissa Marie

    • Reply
      Sabine
      23.09.16 at 19:03

      Vielleicht schon, aber du darfst sehr gerne eine virtuelle Beziehung mit meinem Zimmer haben! 😀
      xx

  • Reply
    Sören
    24.09.16 at 19:16

    Hallo. Ich finde dein Zimmer einfach unglaublich schön und wünschte mir es wäre das meine 🙂 Du triffst wirklich genau meinen Geschmack, bzw. ich teile deinen vollends! Darf man fragen, ob sich dein gesamter Besitz in dem Zimmer befindet? Ich glaube der Stauraum unter dem Bett ist sicher Gold wert, oder?! Jedenfalls freue ich mich sehr, dass Du den Mini-Umzug nochmal so nutzen konntest und dich nun wirklich wohl fühlst! Das ist unterm Strich nämlich das wichtigste!! 🙂 Hab noch ein tolles Restwochenende! Viele liebe Grüße, Sören

    • Reply
      Sabine
      25.09.16 at 13:28

      Lieber Sören,
      danke für das Kompliment!
      In meinem Zimmer befindet sich das meiste, aber nicht alles, was ich besitze. Im Flur sind noch meine Schuhe und Jacken und ein wenig Badkram, auf dem Dachboden habe ich meine Wintermäntel, Campingausrüstung, Koffer und ein paar Schuhe und Kleider für andere Jahreszeiten. Letztere hätte ich zwar auch noch in meine Kommode quetschen können, aber da ich sie aktuell nicht brauche, habe ich sie lieber aus dem Weg.
      Dir ebenfalls ein tolles Wochenende!
      Liebe Grüße

      • Reply
        Sören
        02.10.16 at 15:24

        Auch wenn es Vllt etwas blöd klingt, ich glaube ich lese diesen Artikel nun schon zum 4-5 mal und bin immer noch hin und weg!! Darf man fragen wie groß dein Zimmer in etwa ist? Hab noch einen schönen Tag!:)

  • Reply
    Minimalismus beim Make Up » LifeSaysHello.com
    11.02.17 at 11:02

    […] gegeben, die gegen Lebensmittelverschwendung helfen und vor einer Weile auch einen Einblick in ihr minimalistisches Zimmer gegeben. Wer sich mehr für das Thema interessiert, ist also bei Sabine genau richtig aufgehoben, […]

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