Places

In den Ruinen von Pompeji

1937 Jahre. So lange ist es her, dass die antike Stadt Pompeji von Lava, Asche und Gestein des Vesuv heimgesucht wurde. Pompeji wurde wie einige andere Städte im Umkreis bei dem Vulkanausbruch verschüttet – und erst im 18. Jahrhundert wiedergefunden. Eine Welt, die sich öffnet, wenn man sich vorstellt, dass man an exakt derselben Stelle steht wie andere Menschen vor fast 2000 Jahren, in den Ruinen von Pompeji, auf Stein, der größtenteils konserviert und nie wieder verändert wurde.

Ich habe in der Schule Latein gelernt – das heißt, ich bin kläglich an der Sprache gescheitert, weil die wichtige Lernphase in der siebten und achten Klasse leider auf die Nullbockphase fiel. Trotzdem habe ich mich sogar bis zum großen Latinum durchgekämpft. Deklinationen haben mir auch später nie Spaß gemacht, aber in der Oberstufe hatten wir einen tollen Lehrer, und wir hatten Seneca. Der Philosoph und Politiker lebte in der Nähe Roms und starb vier Jahre vor Pompeji. Von „Es gibt keinen bequemen Weg, der zu den Sternen führt“ (≈ per aspera ad astra) über Feststellungen wie dass Menschen ihre Zeit verschwenden, während sie mit Geld geizen, bis hin zu seinen Briefen an Lucilius, der oft als römischer John Doe verstanden wird – finde ich es schwer faszinierend, dass die Menschheit immer kluge Köpfe hat, die sich mit Problemen beschäftigen, die sich anscheinend nie ändern. Dass es damals sie gab und fast 2000 Jahre später uns. Als ich in den Ruinen von Pompeji stehe, kann ich kaum glauben, dass in dieser Geisterstadt heute wieder Grün wächst.

Ruinen von Pompeji
Ruinen von PompejiRuinen von Pompeji
Ruinen von Pompeji
Ruinen von PompejiRuinen von Pompeji
Ruinen von Pompeji

Pompeji liegt nur ein paar Kilometer von Neapel entfernt und kann daher ganz leicht als Halbtagesausflug während einer Pizzareise nach Neapel realisiert werden. Der Zug von Neapel ist supergünstig, der Eintritt zu den Ruinen von Pompeji lag dieses Jahr bei 12 Euro pro Person. So viel römisches Reich gibt es sonst wohl höchstens in Rom selbst… definitiv ein großer Punkt auf meiner Bucket List!

Welche vergangene Zeit fasziniert dich am meisten?

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply
    Tabea
    18.06.16 at 18:53

    Haha, den Satz zu deinem Lateinunterricht unterschreibe ich! Bei mir lief es genau so – später haben mich nur noch die auswendig gelernten Stilmittel + Musterübersetzung in den Klausuren über den Strich gerettet 😉 Ich bin dann allerdings lieber beim kleinen Latinum ausgestiegen, da ich mir nicht den Zeugnisschnitt versauen wollte…

    Die Ruinen sehen aber wirklich irgendwie gut aus, alte Gemäuer mag ich nämlich echt gerne. Mal sehen, ob ich jemals wieder in diese Gegend komme, um sie anzuschauen. Meine Studienfahrt nach Italien hat nämlich eine große Abneigung gegen dieses Land hinterlassen, weil wir in einem ranzigen Hotel leben durften…

    Liebe Grüße

    • Reply
      Sabine
      20.06.16 at 21:49

      Liebe Tabea,
      das kenne ich gut! Bei mir ging es zwecks Abiturschnitt um Latein vs. Naturwissenschaft… da habe ich wenigstens das Fach gewählt, in dem ich noch eine klitzekleine Chance hatte, dazu zu lernen 😀
      xx

  • Reply
    Claudia
    19.06.16 at 19:26

    Hach, Italien. Ich war noch nie da und möchte das dringend bald machen. Neben den Klassikern wie Rom, Venedig und Florenz setze ich nun auch direkt mal Popeji auf die Bucketlist. Finde die Bilder sehr, sehr faszinierend!

    LG,
    Claudia
    http://junegold.blogspot.de

    • Reply
      Sabine
      20.06.16 at 21:49

      Liebe Claudia,
      vielen Dank! Pompeji und die gesamte Gegend darum lohnt sich sehr.
      xx

  • Reply
    Leeri
    19.06.16 at 20:11

    Ich hatte gar kein Latein in der Schule, weil es mich nie interessiert hat und ich lieber eine anwendbare Sprache gelernt habe 😀 aber Pompeji habe ich ich mir trotzdem gerne angeguckt, das war wirklich super interessant 🙂 ich muss auch unbedingt wieder hin, allein schon deswegen, weil ich damals geschafft habe, mein Handy so verstellen, dass die Fotos nur superklein aufgenommen wurden und quasi unbrauchbar sind 🙁 aber die gesamte Gegend dort ist absolut einen Urlaub wert!

  • Reply
    Christine
    30.06.16 at 19:25

    Dort herrscht sicherlich eine ganz eigenartige Atmosphäre. Es ist schon manchmal seltsam, wenn man solche Orte besucht und sich mal vor Augen führt was dort vor Jahrhunderten passiert ist… manchmal ein ganz eigenartiges Gefühl, dass man gar nicht so richtig in Worte fassen kann.

    Ich bin übrigens froh, dass ich mich damals für Französisch und nicht Latein entschieden habe. 😉

  • Leave a Reply