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Schweden: Freiheit im Kullaberg Naturreservat

schwedische Natur

Als wir uns im späten August nach Skandinavien aufmachten, wollten wir nur eines: Raus aus der Zivilisation. Die letzten Monate in der Stadt waren anstrengend gewesen. Im August jedes Wochenende eine andere Veranstaltung in Hamburg, mit tausenden und abertausenden Menschen, die sich um Alster und Elbe drückten. In der Agentur zu viele Stunden und eine letzte Academyphase mit – für mich – zu viel Personen auf zu wenig Raum. Ein Endspurt, der dieses Mal wirklich an die Substanz ging und ein durstiges Verlangen in mir weckte: Ein Verlangen nach Freiheit, nach dem Meer und endlosen Wäldern ohne eine Menschenseele. Außer vielleicht einer.

Ich dachte, ich bekomme meine Ruhe und einen von Anfang an entschleunigten Urlaub; was ich bekam, war pures Abenteuer. Unsere erste Nacht in Schweden verbrachten wir im Auto mit Dosenravioli – Öffnungszeiten beim Camping verpasst und rundherum nur Landwirtschaft oder Naturschutzgebiet -, die zweite im Zelt bei einem Gewitter, das den Boden – und uns – beben ließ. Und dann war da der dritte Tag im Kullaberg Naturreservat. Die Kullen-Halbinsel liegt nördlich von Malmö und endet in einer felsigen Spitze. Nach dem Gewitter in der Nacht war es ein kühler, feuchter Spätsommertag und ein brausendes Meer, stürmische Winde und steile Klippen, die uns im Kullaberg Naturreservat erwarteten. Ein düster-aufregender Anblick.

Wenn ich meine Höhenangst jemandem erklären muss, sage ich immer: Es ist eine rationale Angst. Ich habe sie nur, wenn kein Geländer da ist, das mich halten kann; nur, wenn ich wirklich am Abhang stehe und ein falscher Schritt mich umbringen könnte. Es ist eigentlich eine schlaue Angst. Und trotzdem hat sie mich auch emotional im Griff; sie lässt mich zitternd zurück, wenn ich beim Felsenklettern nur zuschaue. Sie lässt mich spüren, wie klein wir Menschen sind. Und auch das ist eine gewisse Freiheit.

Roadtrip Schweden
Kullaberg Naturreservat
Kullaberg Naturreservat Leuchtturm
Kullaberg Naturreservat Selfie Spot
Kullaberg Naturreservat Brandung
Kullaberg Naturreservat FelsenKullaberg Naturreservat

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6 Comments

  • Reply
    Julia
    07.10.16 at 12:45

    Wow, die Bilder sehen wirklich unglaublich schön aus! Nach Schweden bzw nach Skandinavien zieht es mich auch schon seit Ewigkeiten, nur habe ich bis jetzt leider noch nicht das Glück gehabt, dort hinzufahren 🙂

    Ganz liebe Grüße, Julia | http://www.sere-ndipity.blogspot.de

  • Reply
    Tabea
    07.10.16 at 20:42

    Schön, dass du im Urlaub ein wenig Freiheit gespürt hast. An mir zerren solche Menschen-überfüllten Tage auch immer sehr, sodass ich mich gern mal ein Wochenende in meiner Wohnung verkrieche und sage: Ich will meine Ruhe!
    Höhenangst habe ich aber auch – vor allem Leitern gehen gar nicht. Aber alles mit Geländer ist ok – das genieße ich dann einfach 🙂

    Liebe Grüße

  • Reply
    Carolin
    07.10.16 at 22:56

    Wow, die Bilder sind wahnsinnig schön! <3

  • Reply
    Vita
    08.10.16 at 17:23

    So einen entschleunigten Urlaub hatte ich auch in Bulgarien, es hat einfach so gut getan 🙂 Aber nach Skandinavien will ich auch unbedingt mal! Kann mich nur noch nicht entscheiden, in welches Land zuerst 😀

  • Reply
    Maribel Skywalker
    08.10.16 at 18:59

    Ich könnt‘ halt direkt wieder los, wenn ich mir die Bilder anschaue. Fernweh ist doch etwas schönes und gemeines zugleich.

  • Reply
    Monique
    09.10.16 at 11:41

    Hi,
    der Urlaub scheint wirklich super gewesen zu sein – genau wie die Bilder:)
    LG, Monique

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