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CAREER TALK: Mein (Um-)Weg zum Kreativberuf

Weg zum Kreativberuf

HAMBURG, 12. Januar 2015. Ich stehe um 17.56 bei strömendem Regen am in Dunkelheit getauchten Jungfernstieg, in einer Stadt die ich bisher nur von Erzählungen und Fotos kannte, ganz alleine. Ich atme ein und ich denke: Das ist es, was ich will. Mein Lebensgefühl ist Hunger. Auch wenn manches mir nicht schmeckt, auch wenn der erste Schritt manchmal Überwindung kostet, auch wenn ich manchmal im Regen stehe. Ich will mehr!

Kürzlich bei neuen Bekannten. „Du wolltest früher doch bestimmt Lehrerin werden, oder?“ „Ich weiß nicht… ich hab es so in Freundealben geschrieben, aber ich glaube, ernst gemeint habe ich es nicht einmal damals.“ Für das, was ich wollte, gab es nie einen richtigen Namen. Die anderen wollten alle Lehrerin werden. Ich also auch. Ich mochte Pferde. Vielleicht also Reitlehrerin? Pferdepflegerin? „Damit verdienst du keinen Blumentopf“, sagte mein Vater. Es erschien mir damals sogar noch ein bisschen abwegiger als heute, wieso Geld bei der Berufswahl überhaupt eine Rolle spielen sollte. Andere träumten vom Leben als Rockstar, Schauspielerin oder Model. Ich wollte Malerin werden, Künstlerin, Autorin. Als ich irgendwann alt genug war, um diese Ideen für den primären Lebensunterhalt als unrealistisch anzuerkennen, wusste ich gar nichts mehr. Lehrerin, Bankerin, Anwältin, Psychologin? Diese ernsten Jobs schienen irgendwie alle nichts für mich zu sein – obwohl ich mit einigen davon kurzzeitig liebäugelte wie mit dem Unruhestifter der Klasse, den man eigentlich auch nur mochte, weil es zum guten Ton gehörte. Was fängt man an mit einem Leben?

Irgendwann kam die Oberstufe und mit ihr die ganz große Frage: Was passiert nach dem Abitur? Ich war nicht bereit. Ich bin ästhetikverliebt. Sprachlich talentiert. Liebe es, zu ordnen und zu organisieren. Ich interessiere mich für Kunst und Kultur, aber irgendwie nicht das, was man in der Schule unter diesen Begriffen versteht. Nicht diese ganzen alten Kamellen, die keiner mehr hören kann und ganz sicher nicht die abstrakte Phalluskunst einer traumatisierten 100-jährigen. Ich will etwas machen, das etwas mit der Welt, in der wir heute leben, zu tun hat. Mit Technologie, Innovation und Zeitgeist. Ich will kreativ arbeiten. Ein Job, bei dem ich vielleicht nicht die große Kohle scheffle, aber dafür auch garantiert nicht jeden Tag mit Magenschmerzen aufstehe.

Eine Ausbildung zur Mediengestalterin? Würde mir Spaß machen, aber ich verwerfe die Idee. Könnte ich das überhaupt? Immerhin habe ich eine 3 im Kunst-LK und meine Lehrerin findet meine Arbeiten anscheinend ganz schön scheiße. Und „nur“ gestalten will ich eigentlich auch gar nicht. Außerdem – man sagt es nicht gerne, aber es ist so – will ich mich jetzt beweisen. Ich habe Abitur und für irgendetwas muss das doch gut sein, oder? Ich will mehr als einen Job, den ich auch mit Realschulabschluss machen könnte.

Ein Studium muss also her. Naturwissenschaften liegen mir nicht. Ein Wirtschaftsstudium wäre sinnvoll, aber ich traue es mir nicht zu und irgendwie stelle ich mir als Ergebnis genau den Magenschmerzen-Job vor, vor dem es mir so graut. Sprachen. Englisch kann ich, Englisch liebe ich. Ich entscheide mich nach meinem Bauchgefühl, für ein Anglistikstudium. Und traue mich zum Glück, mich im Nebenfach auf ein Medienwissenschaftsstudium zu bewerben. Etwas, das mich reizt wie sonst noch nichts anderes.

Weg zum Kreativberuf

„Studierst du dann auf Lehramt?“ fragt mich mein Religionslehrer vor dem ganzen Kurs, als wir alle unsere Zukunftspläne erzählen. „Nein, Bachelor.“ „Und was willst du damit machen?“ „In einem Verlag oder in einer Werbeagentur arbeiten“. Er lacht spöttisch. „Das kannst du vergessen, ich kenne viele Leute die eigentlich in einem Verlag arbeiten sollten…“ Der erste Dämpfer. Liege ich falsch? Begehe ich gerade einen riesigen Fehler? Sollte ich zur Sicherheit die Lehrerkarriere einschlagen, obwohl ich genau weiß, dass ich die wäre, die am zweiten Tag heulend aus dem Klassenzimmer der 8b flüchten würde, um ihre Frustration und Hilflosigkeit in den darauffolgenden Jahren an den pubertierenden Blagen auszulassen?

Nach der Stunde kommt eine Mitschülerin auf mich zu und sagt: „Ich finde es gut, dass du das machen willst, was dir liegt. Lass dir nicht von solchen Leuten reinreden. Wenn du willst, dann schaffst du das sicher.“ Man mag das idealistisch finden und sicher gehört eine Portion Glück dazu. Aber ich denke, dass sie recht hatte.

Die darauffolgenden dreieinhalb Jahre sind eine Achterbahnfahrt. Ich komme gut durch mein Studium, mache augenöffnende Erfahrungen wie mein Auslandssemester und nebenbei versuche ich mich durch Praktika zu qualifizieren. Dass man mit einem geistes- und sozialwissenschaftlichen Studium alleine nicht reibungslos in den Beruf einsteigen kann, sollte man sich klar machen. Dass man sogar mit Praktikums- und Auslandserfahrung nach dem Studium nicht sofort den Vollzeitjob kriegt, sondern sich noch immer mit Praktika, Trainee und Co nach oben kämpfen muss, auch. Es ist verdammt nochmal nicht leicht; der Weg zum Kreativberuf ist nicht der Weg des geringsten Widerstands. Mit dieser Tatsache hadere ich während des Studiums regelmäßig. Ich habe Zukunftsangst. Ich bin manchmal kurz davor, hinzuschmeißen und „etwas Richtiges“ anzufangen. Ich habe Angst, dass alles umsonst war und bereue zunehmend, nicht die Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht und dann eventuell noch ein (praxisorientiertes) Studium daraufgesetzt zu haben. Hinterher ist man immer schlauer. Und hinterher ist alles trotzdem gut so, denn ohne dieses Studium, ohne diesen Kampf mit mir selbst wäre ich heute nicht hier. Hätte mein Kumpel M. mir nicht den Kontakt für mein erstes Agenturpraktikum gegeben, hätte ich mir vielleicht nie zugetraut, in diesem Feld zu arbeiten. Ohne die schlaflosen Nächte in Tübingen mit meiner Freundin und Kommilitonin S., in denen wir uns fragten, was zur Hölle mit so einem Studium eigentlich aus uns werden sollte, wüsste ich es vielleicht heute noch nicht.

Vor meiner Bachelorarbeit schrieb ich eine Bewerbung. Ich steckte mehr Zeit und Energie in die dazugehörigen Kreativaufgaben als in meine ganze Bachelorarbeit. Ich habe mir den Arsch aufgerissen weil ich wusste: Das wäre es jetzt wirklich. Genau danach habe ich immer gesucht. Eine einjährige Weiterbildung in einem neuen Kreativberuf, der genau die Bereiche verbindet, zwischen denen ich mich nicht entscheiden kann. Ein Beruf, der das zusammenbringt, was ich mir schon angeeignet habe, und das hinzufügt, was mir bisher gefehlt hat. Etwas, das irgendwie mit allen meinen Talenten und Interessen matcht und mich gleichzeitig herausfordert, noch höher zu greifen als geplant. Es klingt vielleicht romantisiert, aber es war für mich wie ein Puzzle – am Ende ganz.

13. Januar 2015, 17.14 in einem Restaurant in der Schanze. Ich bekomme am Telefon die Zusage für meinen Traumjob in Deutschlands berühmt-berüchtigtster Werbeagentur. Ich sage Ja, ja, tausend Mal JA! Ich kann es nicht fassen, dass ich es bis hier hin geschafft habe, dass ausgerechnet mir sich diese eine Tür öffnet. Aber hier bin ich und jetzt geht es erst richtig los. Ich habe nicht aufgegeben. Ich werde Kreativ-Konzepterin bei Jung von Matt.

Mehr zu meinem Beruf und der einjährigen Ausbildung an der JvM-Academy erfahrt ihr im nächsten Career Talk…

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22 Comments

  • Reply
    Verena
    01.10.16 at 19:22

    Mein Bruder hat mir davon abgeraten, eine Geisteswissenschaft zu studieren. Er war der Meinung, dass ich nach meiner Ausbildung noch die zweijährige schulische Ausbildung zur PTA hätte machen sollen. Meine Eltern, bzw. meine Mutter, haben mir das mit dem Abi erst nicht zugetraut. „Meinst du, du schaffst das denn auch? Du weißt doch, du bist nicht so gut in Mathe…“
    Der einzige, der von vorne herein an mich geglaubt hat, war mein Freund. Auch jetzt natürlich. Er traut mir zu, dass ich Informatik, mein zweites Fach, schaffe.

    Wenn man etwas wirklich will, schafft man das auch. Egal, was andere sagen.

    Diese JvM klingt ja interessant. Bin schon auf den nächsten Artikel gespannt. 🙂

  • Reply
    Kati
    01.10.16 at 21:30

    aaah, toll! Ich bin gespannt, wann kommt der nächste Artikel? 🙂
    JvM ist natürlich immer so ein bisschen das unerreichbare Mutterschiff, aber wenn ich ehrlich bin, würde mich zwar die Arbeit sehr reizen, ich würde aber keine 50, 60 Stunden in der Woche arbeiten wollen – sowas würde ich da immer befürchten.
    Ich habe übrigens den von dir angesprochenen Weg gewählt – Mediengestalter-Ausbildung und ein aufbauendes Studium im Anschluss, und ich bin sehr froh, das so rum gemacht zu haben, dadurch konnte ich neben dem Studium immer schon recht gut bezahlt arbeiten, weil die Basics ja schon da waren. Im Lebenslauf hab ich so auch deutlich mehr Berufserfahrung stehen, die mir den Einstieg hoffentlich noch gut erleichten wird – ich bin gerade in den letzten Studiumszügen.
    (aber für meine Eltern musste ich damals sogar einen Befähigungstest für die FOS ablegen, soviel zum Glauben, den andere in einen haben, oder eben nicht… ich kenn das.)

    Ich freu mich schon auf deinen nächsten Post zum Thema und Gratulation zu deinem bisherigen Weg!

    • Reply
      Sabine
      01.10.16 at 21:58

      Liebe Kati,
      ich schreibe ja nicht umsonst: „berühmt-berüchtigt“ 😉
      Vielleicht kann ich ein paar dieser Mythen in meinen nächsten Artikel einbeziehen. Wann der kommt, habe ich selbst noch nicht festgelegt, aber ich denke, schon bald.
      Danke für die lieben Worte und dir alles Gute für den Abschluss und Berufseinstieg!
      xx

  • Reply
    Ulrike
    01.10.16 at 23:27

    Spannend. Ich freue mich zu lesen, dass du das erreicht hast, was du wolltest und das machen darfst, was dir liegt. 🙂
    Ich bin gespannt auf den nächsten Career Talk. Weil mich deine Arbeit brennend interessiert.
    Wenn man als Mediengestalterin in Ostfriesland arbeitet, hat man von so einem Agenturleben wenig bis gar keine Ahnung. Hier ist alles viel kleiner und es gibt keine tollen Bezeichnungen wie „Kreativ-Konzepterin“. Ich bin einfach Mediengestalterin. Und Mädchen für alles. Mir macht meine Arbeit auch Spaß, aber manchmal frage ich mich, ob ich nicht auch hätte mehr erreichen können. Nun ja.

    Liebe Grüße
    Ulrike

  • Reply
    Anni
    02.10.16 at 09:38

    Sehr interessanter Artikel! Ich habe einen Lebensweg, der genau so ein geisteswissenschaftliches Studium umfasst und ich kann nur bestätigen: Ohne Praktika & Co. gibts keinen Job. Neben etlichen Praktika habe ich mich neben dem Studium (Politik und Germanistik) selbstständig gemacht und zwar im Bereich der Schmerztherapie (aufgrund meiner privaten Geschichte war mir das möglich in diesem Bereich extrem viel weiter zu geben…) dies ist so gut angenommen worden, dass ich neben dem Studium und ein halbes Jahr nach dessen Ende davon leben konnte, Seminare in Firmen anzuleiten, da die Kunden immer wieder kamen und mich weiter empfohlen haben. Nun hatte ich aber fertig studiert und wollte gern etwas daraus machen. Bewerbung um Bewerbung kam mit einem NEIN zurück – keine jahrelange Erfahrung im Job, kein Job. Ein Teufelskreislauf! Dann hatte ich Glück, ich habe mich bei Regenbogenkreis als Autorin beworben, eigentlich per Zufall, weil ich mir wieder neues Sangre de Drago kaufen wollte und auf die Ausschreibung gestoßen bin. Ich hab es mal versucht, auch wenn ich weiß, dass ich ein Mensch bin, der mehr braucht als nur eine bestimmte Sache, die er immer wieder tut (als in dem Falle das Schreiben). Diesmal dachte ich mir, mache ich es anders und habe dort persönlich angerufen. Es hat gleich geklickt und so entstand ein halbstündiges Gespräch an dessen Ende ich aus privatem Interesse fragte, warum sie eigentlich keinen Instagram Account hätten – denn ihre Produkte kennt kaum jemand, dabei schwöre ich seit Jahren darauf. Dann haben sie mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte daran zu arbeiten und jetzt bin ich ab Oktober dabei und werde bald den Account mit Bildern und Infos füllen, spannende Texte recherchieren und Blogger kennen lernen. Ich kann es selbst noch gar nicht glauben und ich freu mich so!

    • Reply
      Sabine
      03.10.16 at 17:25

      Liebe Anni,
      Glückwunsch zum Job! Das klingt wirklich toll und zeigt mal wieder, dass sich Dranbleiben lohnt 🙂 Man darf sich das eine oder andere „Nein“ wirklich nicht zu Herzen nehmen. Wenn ich daran denke, dass ich mal für ein Praktikum bei unserer Lokalzeitung abgelehnt wurde, und jetzt hier in Hamburg sitze, muss ich ein bisschen grinsen. Everything happens for a reason 😉
      xx

  • Reply
    Anissa Marie
    02.10.16 at 11:24

    Toll dass du so ehrlich über die Ängste und Unsicherheit sprichst, das wird bestimmt vielen helfen und ich werde den Post an die weiterleiten aus meinem Freundeskreis, die ähnliche Befürchtungen haben als Motivation und Inspiration 🙂

  • Reply
    Ana
    02.10.16 at 13:18

    Ein sehr sehr schöner Beitrag -bin schon sehr gespannt auf die nächsten Folgen!
    Wir Kreativen haben es auf dem Berufsmarkt einerseits nicht leicht, andererseits haben wir die Möglichkeit etwas zu tun, was einem Hobby nahe kommt. Das nennt man dann wohl die beiden Seiten der Medaille. 🙂 Genieß den Sonntag!
    xx Ana http://www.disasterdiary.de

  • Reply
    Anne
    02.10.16 at 13:39

    Mich zieht es zwar in einen anderen Bereich, aber da ich gerade auch regelmäßig mit Zukunftssorgen zu kämpfen habe (beim Planen der Masterarbeit bin mit den Gedanken schon oft beim Danach), finde ich es immer sehr erbauend, von den Erfahrungen anderer zu lesen. Denn ganz oft kommt es am Ende doch dann genau so, wie man es sich vielleicht nicht unbedingt erwartet, aber doch irgendwie gewünscht hat, möglicherweise nimmt man nicht den direktesten Weg, aber einen, der trotzdem ans Ziel führt.
    Wie schön, dass du machen darfst, was du so gerne wolltest – ich bin gespannt, mehr darüber zu lesen 🙂

  • Reply
    Lulu
    02.10.16 at 16:26

    Ja, es ist leider nicht immer so einfach sich zu entscheiden welchen Weg man gehen soll. Ob so oder anders, wenn man selbst am Ende glücklich und zufrieden ist (und ich denke das bist du!) mit dem was man täglich tut, war es der richtige Weg – egal was Eltern, Lehrer oder Freunde damals geraten haben. Manchmal funktioniert auch der Umweg – und mir öffnet er die Tür zum Studium, was ich selbst nie für möglich gehalten hätte!

    • Reply
      Sabine
      02.10.16 at 19:49

      Waaaas? Ich brauche mal dringend ein Update von dir <3

  • Reply
    Irina
    02.10.16 at 20:50

    Liebe Sabine, ich finde es toll, wie du immer die passende Worte findest, um deine Gefühle zu beschreiben 🙂
    Und du hast es wirklich geschafft! Ich freue mich so, dass du dich in dem Job Kreativ-Konzepterin gefunden hast.
    Bin schon sehr auf deinen nächsten Beitrag gespannt :*

  • Reply
    Dunja
    02.10.16 at 21:07

    Hey Sabine,

    seit du erzählt hast, dass du in Tübingen studiert hast, hab ich mich richtig auf so einen Artikel gefreut – und bin definitiv nicht enttäuscht! Es ist super, dass du dich getraut hast, an dich geglaubt hast und jetzt etwas machst, was dir wirklich Spaß macht. Diese „Berufsfindung“ ist wirklich ein auf und ab ..
    Bin gespannt auf den nächsten Artikel!

    Liebe Grüße, Dunja

  • Reply
    Es kam ganz anders: die Kunst neu anzufangen - mygreenballoon
    03.10.16 at 10:32

    […] Einen wunderbaren Artikel, der auch in diese Kerbe schlägt gibt es übrigens bei Sabine von A Hungry Mind. […]

  • Reply
    Mai
    06.10.16 at 11:51

    Es ist so schön zu lesen, wie weit du es gebracht hast, auf dich gehört hast und nun den Job in den Händen hältst den du wolltest. Ich bin leider noch nicht so weit. Ich weiß noch nicht so ganz genau wohin mit mir aber ich bin da genauso wie du: es soll kreativ sein, doch es soll kein Job sein wo ich nur rumsitze. Dementsprechend bin ich nun Marketing-Kommunikations-Kauffrau. Doch die Firma gefällt mir nicht, jeder sagt es wird sich schon zusammenfügen, das Leben ist eine Geschichte die rückwärts erzählt wird… ich sehe bei mir aber noch keine Puzzle-Teile die sich zu einem klaren Bild verfestigen 🙁
    Deshalb: Umso schöner, wenn ich von so tollen Geschichten höre und lese! Das gibt mir Hoffnung.
    Liebe Grüße,
    Mai von Monpipit.de

    xox

    • Reply
      Sabine
      06.10.16 at 22:37

      Liebe Mai,
      ich persönlich halte nicht besonders viel vom Mantra „Das wird schon noch“ – zumindest, wenn keine konkreten Verbesserungen in Sicht sind, die man wirklich erwarten oder selbst bewirken könnte. Tatsächlich wusste ich einige Jobs auch erst im Nachhinein zu schätzen. Aber nicht, weil es die richtigen Jobs für mich gewesen wären, sondern, weil ich rückblickend verstanden habe, was nicht gepasst hat – und was ich stattdessen will. Die Suche ist anstrengend, aber ich habe auf dem Weg gelernt, dass man für Veränderung meistens in irgendeiner Form aktiv werden muss.
      Alles Gute!
      xx

  • Reply
    bknicole
    06.10.16 at 15:13

    Ich finde es super, dass du an dich gegelaubst hast und dir nicht hast reinreden lassen, das ist echt wichtig. Ich studiere ja auch etwas im geisteswissenschaftlichen Bereich und bekomme auch immer gesagt, dass ich damit ja eh keinen Job finde. Zumal ich ja auch in den Kreativen Bereich möchte. Mir geht es wie dir, mit Naturwissenschaften kann ich einfach nichts anfangen, mein Herz hat schon immer für Sprachen, Kultur und das Schreiben geschlagen. Aus diesem Grund träume ich immer noch von der Journalismus Karriere, wäre aber mit meiner offennen, kommunkativen Art auch in der Öffentlichkeitsarbeit glücklich. Ich möchte ebenfalls einen Beruf haben, bei dem ich nicht mit Bauchschmerzen auf die Arbeit gehe. Das hatte ich leider in der Ausbildung und es war keine schöne Erfahrung. Mich so für den Rest meines Lebens zu fühlen? Nein Danke. Ich möchte etwas, das mir Spaß macht, wo ich gefordert bin, mir neue Dinge begegnen und ich einfach gerne auf die Arbeit gehe.
    Ich hoffe, das gelingt mir auch. Mein Praktikum möchte ich auf jeden Fall auch in diese Richtung machen.

    Übrigens Glückwunsch zur Traumstelle, das freut mich zu hören, dass sich die harte Arbeit dann gelohnt hat.

  • Reply
    Julia
    07.10.16 at 12:42

    Wow, was für ein wahnsinnig schöner und gleichzeitig total interessanter Post! Auch wenn es bei mir noch einpaar Jährchen dauert, bis ich mein Abitur (hoffentlich) in der Tasche habe, wünsche ich mir später auch mal etwas in Richtung Medien/Design/Grafik zu studieren. Wie auch Du, konnte ich mit Naturwissenschaften noch nie etwas anfangen, hingegen mir Sprachen unglaublich liegen. Ich hoffe, dass auch Ich eines Tages von mir behaupten kann, mein Traumberuf gefunden zu haben 🙂

    Viel Glück in deiner Zukunft!

    Ganz liebe Grüße, Julia | http://www.sere-ndipity.blogspot.de

  • Reply
    Christiane
    08.10.16 at 09:37

    Sehr interessant!
    Freut mich, dass du in deinem Job scheinbar glücklich bist 🙂

    Bei mir steht mein Sprung noch bevor 😉

  • Reply
    Lena
    09.10.16 at 10:38

    Liebe Sabine,
    ich finde erstmal, dass du ganz wundervoll schreibst. Und dann finde ich es super, dass du deine Geschichte mit uns teilst. Mir geht/ging es so ziemlich genau so wie dir! Während des Abiturs (und um ehrlich zu sein auch heute noch) habe ich keine feste Ahnung, was ich mal machen möchte, um mein Geld zu verdienen. Wie du, bin ich gerne kreativ, liebe Ästhesik und vor allem fotografiere ich gern. Allerdings hat man auch mir immer erzählt, damit könne man kein Geld verdienen. Damals dachte ich also, das wäre wichtig und ich müsse diesen Faktor priorisieren. Also bin ich in die Wirtschaft gegangen. Bald habe ich meine Ausbildung zur Industriekauffrau fertig. Es ist ein sehr guter Beruf, und ich bin auch sehr gut darin. Aber ich weiß schon jetzt, dass ich das nicht ewig machen möchte. Ich brauche also einen Plan B. Ich werde mir nach der Ausbildung nun die Zeit nehmen, mir darüber klar zu werden, was ich möchte, was ich kann, und wie ich das zu meinem Beruf machen kann. Irgendwie freue ich mich darauf schon sehr. 🙂

    Ich finde es jedenfalls total schön, dass du deine Berufung gefunden hast und glücklich damit bist. 🙂

    Liebste Grüße

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