Minimalism

Impulse vom OTTO re:MIND Workshop | Anzeige

OTTO Remind Event

Letzten Freitag war ich zu einem Event von OTTO, genauer gesagt von OTTOs nachhaltigem „re:BLOG“ eingeladen. Gemeinsam mit etwa fünfzig anderen Bloggern ging es unter dem Motto re:MIND darum, sich zu erinnern: an die kleinen Schritte, die wir jeden Tag machen können, um unser Umfeld ein bisschen nachhaltiger zu gestalten. Leider konnte ich mich nur mit sehr wenigen Blogger-Kollegen austauschen, weil ich schon vor Ende der Talks weiter musste, aber auch die Beobachterperspektive war spannend: Was machen andere? Und vor allem: Was macht OTTO?

Nach einem leckeren, veganen Lunch ging es direkt los – Laura Seiler startete mit einer beruhigenden Meditation, die mit dem Thema des Workshops noch gar nichts zu tun hatte, sondern sich sehr individuell und persönlich anfühlte. Und das war genau richtig so!

Falling in love with the wild (again)

Langsam ankommen: Der schönste persönliche Impuls an diesem Nachmittag kam für mich von Al Humphreys, dem Abenteurer. Nachdem er früher nur full-on crazy stuff wie eine Atlantiküberquerung im Ruderboot erlebt hat, konzentriert er sich inzwischen auf “Microadventures”. Das sind Abenteuer, die im näheren Umkreis stattfinden, weniger Zeit und oft auch weniger Vorkenntnisse in Anspruch nehmen. Kurz gesagt: Abenteuer, die wirklich jeder in seinen Alltag einbauen kann. “Learning to love where I live” wurde zu seinem Motto. Ideen waren eine siebentägige Wanderung durch London, spontan im Freien übernachten oder einfach mal in einen Fluss springen.

Micro adventures Al Humphreys

“Jumping in rivers is a good metaphor for life”

Über diesen Satz habe ich noch das ganze Wochenende nachgedacht.

Taking (corporate) responsibility

Nach der inspirierenden Einführung ging es nun ans Eingemachte: Das Corporate Responsibility Team von OTTO stellte sich und die Nachhaltigkeitsziele des Konzerns vor.

Die offiziellen Ziele der OTTO Group:

  • Nachhaltige Rohstoffe: Bis 2020 sollen nur noch FSC-zertifizierte Holzmöbel angeboten werden. Außerdem sollen bis dahin 100% der für die Eigenmarken verwendeten Baumwolle nachhaltig sein.
  • Transparente Lieferketten: Alle Lieferanten für Eigen- und Lizenzmarken, die in Risikoländern produzieren, sollen bis 2020 in das Sozialprogramm integriert und damit an feste Standards (zB BSCI) gebunden sein.
  • Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen um 50% gesenkt werden – für die Standorte und die Logistik.
  • Link Alle Sustainability Ziele zum Nachlesen

Communication is key

Ich bekam den Eindruck, dass OTTO genau wusste, wen sie da vor sich hatten: Öko-Blogger sind eine enorm kritische Gruppe und das wurde in der Diskussion sehr deutlich. Auch wenn die Ziele noch etwas schwammig formuliert sind – was ist zum Beispiel “nachhaltige” Baumwolle und wieso überhaupt dieser Fokus auf ein Material, das per se nie wirklich nachhaltig sein kann -, hatte man den Eindruck, dass von OTTO bei ähnlich klingenden Zielen ein deutlich ehrlicheres Engagement kommt als bei den üblich verdächtigen Greenwashing-Kollegen. So wird auch auf dem re:BLOG immer selbstkritisch und vergleichsweise transparent kommuniziert, zum Beispiel in diesem Artikel über Audits in Nähereien:

“Das skizzierte Kontrollnetz, auf das sich OTTO stützt, ist ganz sicher nicht lückenlos. Aber es ist eines, auf das sich Wirtschaftsunternehmen weltweit geeinigt haben und das die Produktion global ethischer machen soll – als Einzelgänger ist da schwer etwas zu bewegen.”

Otto Ziele Nachhaltigkeit

OTTO ist ganz klar keine grüne Marke. Aber ich finde, wir können den Versuch, ökologisch und ethisch besser zu handeln, nicht nur den hundertprozentig korrekten Kleinstlabels überlassen. Dafür ist schon zu viel Schaden entstanden, der fortschreitet, wenn die Großen sich weiter ausruhen. Es ist ein schmaler Grat zwischen der profitorientierten Verwässerung wichtiger Standards, und dem ehrlichen Versuch riesiger Unternehmen, die nun einmal nicht vom einen auf den anderen Tag zur Hardcore-Ökomarke werden können. Schuld daran sind immer auch die Größe des Unternehmens und die damit verbundenen logistischen Herausforderungen.

Actions speak louder than words

Es sind die sichtbaren Ergebnisse, die mich letztendlich überzeugen: Für jedes FSC-zertifizierte Möbelstück, das bei OTTO gekauft wird, wird zum Beispiel ein Baum auf Amrum gepflanzt. Und das ist kein Marketinggag, der mit einer Recyclingwoche gleichzusetzen wäre – hier wird aktiv und sichtbar eine Aktion des Bergwaldprojekt e.V. unterstützt, die den geschädigten Wald wieder aufbaut. Vielleicht erscheint ein einziger Baum pro Möbelstück nicht viel, wenn man das Gleiche bei anderen Marken für eine Tafel Schokolade bekommt. Aber: es zeigt eine gewisse Ernsthaftigkeit.

Remind Event OTTO Loft

Ideas for a better future

Konsum ist am Ende des Tages nicht alles – und wenn das sogar ein Konzern wie OTTO zugibt, dessen Existenz momentan noch voll und ganz davon abhängt, finde ich das einfach gut. In Zukunft müssen nicht nur wir als Verbraucher, sondern auch die Firmen umdenken. Mit OTTO NOW, einem Verleihservice für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik, hat der Konzern schon einen ersten Schritt gemacht, der mir persönlich richtig gut gefällt. Liegt die Zukunft vielleicht in Service-Plattformen, die Sharingmodelle, Reparaturen und echtes Recycling anbieten?

Ich bin gespannt, was OTTO und re:BLOG daraus machen.

Der Artikel ist als „Anzeige“ gekennzeichnet, weil ich zum Event eingeladen wurde. Vielen Dank dafür!
Mein Bericht wurde jedoch weder bezahlt, noch inhaltlich beeinflusst von OTTO.

Fotos: Marcus Werner von VIERTEL \ VOR

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