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Plantgang Update: Die Ersatzfamilie

Plantgang Update

Die einen holen sich Hunde, die anderen Pflanzen: Wenn man der NYLON Germany glaubt, bereiten wir Millennials uns gerade aufs Kinderkriegen vor, indem wir zumindest ein bisschen Verantwortung übernehmen. „Ein bisschen Verantwortung“ heißt: So ein bisschen, das man zur Not auch wieder abgeben kann.

Wie dem auch sei – nach so einem anregenden Artikel muss man sich ja schon mal fragen, ob man eigentlich eine gute #Plantmom ist. In dem Zuge dachte ich, ich zeige euch mal ein Plantgang Update: Was ist aus meinem urbanen Dschungel geworden, seit ich „Wohnen in Grün“ als Pflanzenratgeber entdeckt habe?

Pflanzen auf der Fensterbank

In den letzten Wochen kamen immerhin fünf hinzu, zwei sind dabei versehentlich meiner inkompetenten Pflege zum Opfer gefallen (interessanterweise kriege ich die „pflegeleichten“ Sukkulenten am schnellsten tot), aber hey! Die, die noch da sind, explodieren richtig. Plötzlich hat mindestens jeder zweite grüne Mitbewohner zusätzliche Zweige – am Fake-Bonsai ist es mir schon fast zu viel -, und bei den drei Pflanzen auf meinem neuen Regal sind sogar kleine Ableger entstanden. Und das ganz ohne ausgefuchste Vermehrungsstrategie. Anfängerglück? Vielleicht. Ob ich mich fühle wie eine Mutter? Da bin ich mir nicht sicher.

Gründe, die dafür sprechen, dass Pflanzen meine Ersatzbabies sind:

  • Ich wasche sie liebevoll Blatt für Blatt, fühle regelmäßig mit den Händen ob es ihnen gut geht, und wenn sie irgendwann kleine Ableger bekommen, bin ich ein bisschen gerührt. Oma-Stolz? Könnte schon sein.
  • Wenn ich darüber nachdenke, länger als eine Woche in den Urlaub zu fahren, fällt mir auch sofort ein, dass sich dann doch irgendwer um das Grünzeug kümmern muss.
  • Nochmal ein Jahr im Ausland arbeiten? Ja, aber… dafür meine schön gewachsenen Pflanzen zurücklassen und ihnen nicht mehr beim Wachsen zusehen? Fühlt sich moralisch fragwürdig an.

Urban Jungle RegenwetterPflanzen Industrial Regal

Gründe, die dagegen sprechen, dass Pflanzen meine Ersatzbabies sind:

  • Ich kenne ihre Namen halt einfach nicht. „Der runde Kaktus“ und „der längliche Kaktus“ mag funktionieren, aber „das moppelige Kind“ und „das dünne Kind“? Schwierig.
  • Weil ich nicht motiviert war, mit Bus und Bahn zum abgelegenen Baumarkt zu fahren, habe ich meine Bogenhanf-Ableger „vorerst“ in normale Erde gepflanzt. Eigentlich brauchen sie ein luftdurchlässigeres Substrat. Wenn es schon bei Pflanzen mit der artgerechten Haltung hapert, wie hielte ich wohl meine Kids?
  • Die Ableger habe ich auch nicht anhand von Büchern oder YouTube aus der Pflanze extrahiert, sondern mal eben so, nach Gefühl. Ob das gut geht? Mal sehen. Bei meinem Nachwuchs wäre ich hoffentlich ein bisschen ehrgeiziger, was die Vorbereitung angeht.

Ob diese Sache mit den Pflanzen trotzdem etwas mit Ankommen zu tun hat?

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3 Comments

  • Reply
    Laura
    20.08.17 at 22:28

    … Schade, ich wollte dich grade fragen, wie der kleine runde mit den weißen Punkten heißt 😀

  • Reply
    Jenni
    21.08.17 at 12:55

    Liebe Sabine,

    ach, der Beitrag spricht mir aus dem Herzen!
    Ich komme mir, wenn ich meine sonntägliche Runde mit dem Wasserglas (mangels Gießkanne) und Bestäuber drehe, auch immer schwer mütterlich vor. Wie geht es der Alocasia denn heute? Da wird jedes Blatt umgedreht, verwelkte liebevoll weggezupft, ein bisschen nach links und rechts gedreht, um das optimale Wachstum zu begünstigen…

    Und ich weiß ernsthaft von jeder meiner Pflanzen, was das für eine ist und google mich direkt nach der Anschaffung dumm und dämlich, um mit der Pflege alles richtig zu machen. Dummerweise vergesse ich die Hälfte bald wieder, weshalb sie alle nach Intuition gepflegt werden. Bisher hat sich noch keine beschwert. Brave Kinder.

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply
    Tabea
    21.08.17 at 20:12

    Tiere und Pflanzen als „Übung“ für’s Kinder kriegen und Verantwortung tragen? Das finde ich aber echt bescheuert, wenn ich ehrlich bin. Mein Pony ist für mich doch keine Vorstufe von Kindern, weil ich es zur Not noch verkaufen könnte… das ist eine Leidenschaft, eine Herausforderung und ein Teil von mir. Und Pflanzen hätte ich auch nie mit Kindern verglichen, denn die halte ich mir, weil ich gern frisches Gemüse und frische Kräuter esse 😉 Von Kinder dagegen erwarte ich höchstens, dass sie mein Leben lustiger machen, was man von Pflanzen nicht mal annähernd behaupten kann.

    Früher hatte ich auch nur pflegeleichte Pflanzen – eine Palme zum Beispiel. Selbst die wäre aber gestorben, wenn Mama sie mir nicht im letzten Moment wieder weggenommen hätte… und jetzt züchte ich Tomaten und Gurken selbst und es gibt keine Probleme. Pflanzen, die täglich meine Aufmerksamkeit brauchen, passen einfach besser zu mir, weil ich sie Dank der Routine nicht vergesse.

    Also die Gründe, die für dich gegen Mama-Gefühle sprechen, unterschreibe ich: Meine Tomate hat keinen Namen, der Rest auch nicht. Alle haben die gleiche Gartenerde bekommen – auch wenn manche Pflanzen sicher lieber andere hätten. Von der Pflege habe ich auch keine Ahnung und zu faul zum Informieren bin ich ebenso. Dünger oder so sehen meine Pflanzen zum Beispiel nicht mal, obwohl ich weiß, dass sie welchen bräuchten – weil ich zu geizig bin. Bei Kindern wäre das hoffentlich anders 😉

    Liebe Grüße

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