#AHMfirsttimes Less Waste

Ihgitt, die putzen sich den Hintern mit Lumpen!

#zerowaste Vorurteile

Das war die erste Assoziation, die ich mit Zero Waste hatte. Es war 2012 in einem dieser Uni-Zusatzseminare und ich war wohl noch sehr weit entfernt von „Öko-Ilse“, wie ich heute manchmal liebevoll genannt werde. Von der #zerowaste Bewegung hörte ich an dem Tag zum ersten Mal, und während ich die Ansätze zu Beginn der gezeigten Kurzdoku noch gut nachvollziehen konnte, wurde es mir irgendwann einfach zu krass. Waschbare Toilettentücher und Windeln, Stoffbinden, Haare waschen mit der „No-Poo-Methode“? Ich glaube, mich juckt’s! Wenn das nachhaltiges Leben ist, dann ciao.

Schade: Wenn eine eigentlich sinnvolle Sache anhand von Extremen dargestellt wird, tendiert man wohl ganz natürlich dazu, den gedanklichen Fire Exit zurück ins Gewohnte zu nehmen. Hilfe, damit will ich nichts zu tun haben! Und das, obwohl man ursprünglich interessiert war. Ich habe Nachhaltigkeit damals nicht so absichtlich verfolgt wie heute, aber aus irgendeinem Grund hatte ich mich dennoch für den Kurs „Sustainability Design“ entschieden. Ich denke, tief drinnen war ich schon immer ein kleiner Öko, oder sollte ich lieber sagen: Ein Mensch mit gesundem Verstand?

Es könnte so einfach sein.

Dass Müll, und besonders Plastik, irgendwie doof ist, weiß inzwischen jeder. Zwar waren die meisten von uns noch nicht einmal auf der Welt, als das bunte, komisch hart-weiche Material, sie quasi überflutete. Vom Erdöl zum künstlich hergestellten Alleskönner – naja. Dass das biologisch nicht abbaubare Zeug unsere Meere verstopft und nebenbei enorm gesundheitsschädlich sein kann, haben nicht nur die mitbekommen, die schon mal die Doku Plastic Planet gesehen oder in den Nullerjahren mal an einem Scooby Doo Armband gerochen haben. Das Gefühl, dass einem der Krebs vielleicht gleich durch die Nase ins Gehirn springt, war schon damals echt uncool. Dass alle Produkte aus Plastik – und das sind unglaublich viele, wenn man mal so einen normalen Tag im Kopf durchgeht – vielleicht fast genauso schädlich sind, ignorieren wir aber bis heute.

Ja, was sollen wir da jetzt auch machen, wenn schließlich das Mineralwasser in PET-Flaschen kommt und unsere gesamten Nahrungsmittel doppelt und dreifach abgepackt sind? Wenn die Duschgelflasche nun einmal alle 2 Wochen leer ist und der Bäcker für jedes Gebäckteilchen eine eigene Tüte nimmt? Leben mit weniger Müll und vor allem weniger Plastik, okay. Aber wie geht das überhaupt? Also mal ehrlich: Wir, und da schließe ich mich selbst nicht aus, stellen uns hier ganz schön dumm an.

Dabei ist es so offensichtlich! Wir müssen eigentlich nur mal nachdenken, wie unsere Großeltern früher gelebt haben. Mit Waschlappen und warmem Wasser statt Wattepads und Mikroplastik-Schaumpeeling. Mit einem Stück Seife neben der Badewanne und Gemüse vom Wochenmarkt, das in den mitgebrachten Korb gelegt wurde. Kommt uns alles oll vor? Ja, Fortschritt ist gut und Plastik war eine praktische Erfindung. Deshalb ist das Material jetzt überall und macht uns scheinbar noch immer das Leben leichter. Eine Welt ohne Plastik kennen wir nicht, und deshalb können wir uns auch nicht mehr vorstellen, darauf zu verzichten. Wir tun ein bisschen so, als wäre Plastik eine Erfindung wie die Lokomotive gewesen. Und natürlich hat es auch echte Vorteile, zum Beispiel für medizinische Zwecke, fürs Warmhalten und Transportieren, für Funktionskleidung. Synthetische Fasern wurden nicht zum Spaß erfunden – aber heute werden sie beinahe ausschließlich so genutzt.

Im Alltag bedeutet Plastik nämlich eigentlich nur eines: Convenience. Bequemen, faulen Konsum. Und brauchen wir den wirklich? Betrachtet man die langfristigen Konsequenzen und die Art, wie die Erde sich jetzt schon wehrt, dann hat Plastik ihr wohl schon mehr geschadet als genützt. Sei’s drum: Das Plastik, das wir bis jetzt produziert haben, ist da. Egal ob wir es an Land, in Form von neuen oder bereits recycelten Produkten, sehen können, ob es als Sondermüll lagert, als Schlacke im Straßenbau verarbeitet wurde oder ob wir den Abfall in der Zwischenzeit einfach ins Meer geschmissen haben. Plastik ist erst nach mehreren hundert Jahren, also in einer menschlichen Zeitspanne gedacht quasi nie wieder abbaubar, während wir uns verhalten, als hätten wir noch zehn weitere Weltmeere, in denen wir die Millionen Tonnen, die wir allein in diesem Jahr produzieren, versenken könnten. Können wir bitte damit aufhören?

#zerowaste Müllvermeidung

Ich werfe täglich schätzungsweise 3 Plastikverpackungen allein von Lebensmitteln in den Müll – da es der Recycling Müll ist, kam ich mir dabei bisher immer recht vorbildlich vor. Und genau hier liegt die Gefahr: In der Wahrnehmung, dass wir alles recyceln und uns dementsprechend auch alles erlauben können. Das ist nicht wahr. Nur 43% des Plastikmülls werden überhaupt recycelt – und dabei nicht zu gleichwertigem Plastik weiterverarbeitet, sondern downgecycelt. Weil das, was in der Tonne ist, sich nicht mehr sortenrein trennen lässt und dementsprechend nicht mehr für das, was es vorher war, verwendet werden darf. Diese Zahlen betreffen übrigens nur Deutschland, wo schon recht bewusst mit dem Thema umgegangen wird. Dass viele Marken im nachhaltigen Bereich zurzeit Produkte aus altem Plastik machen, ist sicher gut. Upcycling ist ein nützlicher Trend. Aber das heißt auf keinen Fall, dass wir noch mehr Material nachschieben können. Und eine Hose aus recyceltem Plastik gibt beim Waschen noch immer Mikroplastik in den Kreislauf.

Woher kommt unsere Obsession mit einem Stoff, der Gift für uns und die Umwelt ist? Wie eigentlich alles: aus Gewohnheit beziehungsweise unserer Abneigung, Gewohnheiten zu überdenken und zu ändern. Irgendwann wurde es anscheinend normal, alles abgepackt zu kaufen, Synthetikfummel waren chic (oder praktisch) und die spätestens monatlich wechselnde Duschgeltube ein Symbol der Hygiene, das das Seifenstück ausschlug. Wir benutzen Plastik in Bereichen, in denen es vor ein paar Jahrzehnten noch völlig absurd gewesen wäre. Und das ist doch das Verrückte: Um den Schritt weg vom sinnlosen Müll zu schaffen, müssten wir uns heute eigentlich nur ein bisschen mehr verhalten wie unsere Großeltern, als sie so alt waren wie wir.

Wieso tun wir es dann nicht?

Das alles sehe ich inzwischen ein, und das nicht erst seit dem Vortrag von Trashless Society, den ich letzte Woche zusammen mit Petra und anderen nachhaltig Interessierten in Hamburg gehört habe. Ich finde das Thema #zerowaste unglaublich spannend und versuche auch seit einem halben Jahr, immer wieder mal in Unverpackt-Läden in Hamburg einzukaufen. Die Plastiktüte habe ich gegen Jute getauscht und Gemüse lege ich auch im normalen Supermarkt ohne Verpackung aufs Band. Ich habe eine auffüllbare Trinkflasche und zwei Coffee to Go Becher aus Bambus. Aber damit reduziere ich bisher höchstens 5% meines Mülls. Und das ist mir auch bewusst. Wieso, zur Hölle, mache ich dann nicht mehr?

Es gibt natürlich den Faulheitsaspekt, oder, wenn man es etwas wohlwollender betrachtet, den Aspekt dass ich einen Job und zurzeit noch etwa drei andere Baustellen habe, die Zeit und Energie kosten. Mir fehlt ein Stück weit der Antrieb, meine Gewohnheiten innerhalb von kürzester Zeit komplett zu ändern, und das ist vielleicht menschlich. Aber was ist meine Entschuldigung beim Bäcker oder im Restaurant, wo es mich NICHTS kosten würde, mir das Brötchen über die Theke in eine eigene Tasche geben zu lassen oder den Kellner darauf hinzuweisen, dass ich bitte keinen Trinkhalm haben möchte? Nun ja, es kostet mich Überwindung.

Ja ehrlich, ich traue mich nicht. Es ist wohl paradox, sich für etwas zu schämen, das durch und durch gut ist, aber: Ich will kein Aufsehen erregen, nicht mit den fremden Menschen hinter der Theke über meine privaten Entscheidungen diskutieren, will nicht die sein, die im Bekannten- oder Kollegenkreis mit ihrem Ökomist nervt, und was macht schon der eine Strohhalm? Die Bäckertüte ist doch immerhin Papier, das ist nicht so schlimm… und wenn ich eh mindestens ein Mal die Woche bei Edeka Salat von der Frischetheke hole, wo der Plastikbehälter quasi unvermeidlich ist, dann ist es doch auch schon egal, was ich sonst noch… wait. Das ist genau die Argumentation, die ich bei anderen Themen hasse. Es sind feige Ausreden dafür, dass ich auch fünf Jahre nach der abschreckenden Doku noch ein bisschen Angst davor habe, zu „denen“ zu gehören und denselben Stempel zu tragen, den ich ihnen damals schleunigst aufzudrücken wusste.

#zerowaste Zeichen

Man kann schon Vorurteile haben. Manche davon mögen sogar wahr sein, und ja, ich finde das Popoputzen ohne Klopapier und das Zähneputzen mit Pulver noch immer befremdlich, weil das zwei Dinge sind, die meine persönliche Komfortzone einfach völlig sprengen. Egal, ob es verschiedenste Alternativen gibt, die eigentlich sogar klüger oder (Achtung!) hygienischer wären. Aber man soll und muss ja auch nicht mit einem Satz aus der Komfort- in die Vollökozone springen. Ich finde #zerowaste ohnehin einen blöden Begriff. Ich meine – Null. Nada. Ein Weckglas mit dem Jahresmüll. Wer soll das erreichen, und erst recht so eben über Nacht? Wieso immer Extreme? Vielleicht sind es stattdessen die Babysteps, die zählen, und vielleicht muss man auch nicht jeden Weg bis zum Ende gehen. Aber dort, wo nur bequeme Ausreden im Weg stehen, will ich ab jetzt einen Schritt zur Seite machen. Und dann zwei nach vorn. Gestern habe ich mich beim Bäcker getraut. Die Verkäuferin hat nicht einmal mit der Wimper gezuckt, als sie mir mein Schokobrötchen in die Jutetasche legte.

5 einfache Sofortmaßnahmen (auch für Feiglinge)

  1. Leitungswasser trinken. Glas- oder Edelstahlflasche mitnehmen.
  2. Jutetasche mitnehmen. Plastiktasche an der Kasse links liegen lassen.
  3. Kosmetik, die Mikroplastik enthält, aussortieren.
  4. Ein paar Gläser von Lebensmitteln sammeln und mal in einem Unverpackt-Laden oder einem Bioladen mit abfüllbaren Lebensmitteln stöbern.
  5. Putzmittel selbst machen.

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Fotos: Johannes Fucke

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19 Comments

  • Reply
    Verena
    19.03.17 at 21:30

    Also, bei manchen Dingen sehe ich es noch ein, auf sie zu verzichten. Wir benutzen schon seit Jahren immer einen Beutel, wenn wir in den Supermarkt gehen. In unserem Stammsupermarkt ist es auch kein Problem, dass wir unsere Einkäufe bis zur Kasse in unserem eigenen Beutel oder Korb transportieren. So können wir nämlich nicht zu viel kaufen. Da der Supermarkt fußläufig zu erreichen ist, gehen wir zu Fuß, aber wir wollen ja auch nicht zu viel schleppen. Oft packe ich Möhren oder Obst nicht in die vorgesehenen Plastiktüten, sondern lege sie so in den Korb. Hab letztens einen Mann gesehen, der seine Bananen (!) in eine solche Tüte verpackt hat. wtf?!

    Meistens habe ich auch einen Beutel dabei, wenn ich in die Stadt fahre. Manchmal stopfe ich auch einfach Sachen in meine Handtasche. Zum Trinken nehme ich für unterwegs sowieso immer entweder eine Thermoskanne mit oder eine andere Flasche, die ich später umspüle. Ich bin jetzt nur noch auf der Suche nach einem schönen To-Go-Becher ohne komische Sprüche drauf. Leitungswasser ist bei mir übrigens schon seit Jahren Standard.

  • Reply
    datmomolein
    19.03.17 at 22:23

    hmh, beimir hat’s klick gemacht, als ich vor 10 jahren zum ersten mal den versuch „plastiktütenfrei weihnachtseinkäufe“ erledigen wollte. das erste jahr war massiv anstrengend, oft waren bücher und sachen in der kostenfreien plastetüte bevor die sachen überhaupt gescannt wurden. *wtf??? dachte ich. in dem jahr scheiterte ich grandios auch an meiner schüchternheit. das jahr deauf lies ich knallhart umpacken. klar, mir war auch bewusst, dass die „zerknitterte“ tüte wohl nicht nochmal genutzt wurde, aber nach jeder erklärung meines „plastiktütenfreien“ weihnachtsexperiments bekam ich oft „lob“ und meinem verbesserungsvorschlag doch wenigstens zu fragen, wurde angenommen, das merkte ich im
    jahr drauf. seit 2 jahren ist meine stadt immerhin soweit, dass der einzelhandel hier keine kostenlosen plastiktüten mehr anbieten darf. und bis auf wenige ausnahmen klappt mein einkauf mit wiederverwendbarentüten nun bei mir das ganze jahr.
    ich versuche wenn es geht glasflaschen zu kaufen, oft ist das schwierig. gerade tetrapacks zu vermeiden klappt nicht, wie gewünscht.
    klopapier etc ist definitiv nur recycelt, wiederverwendbare „lumpen“ – sorry, da bin ich echt noch nicht. zwar habe ich bei meiner tochter lange über stoffwindeln nachgedacht, die einzig für mich akzeptable version des abholens und professioneller waschung hat sich nach eingehender recherche als tatsächlich nicht umweltschonender erwiesen (transport, bleiche, ausfall). mit schlechtem gewissen versuche ich möglichst plastefreie papierwindeln als alternative. obst und gemüse versuche ich regional und ohne verpackung zu kaufen, nicht immer klappt das so wie gewünscht. hin und wieder entfallen extreme verpackungsmonster aus meinem einkaufskorb. verpackungsfreie supermärkte finde ich super, aber kaum in mein leben integrierbar (oft nicht gleiche öffnungszeiten oder vglbares angebot).

    ergo es gibt dinge, die sind überraschend einfach ändernar und in den alltag integrierbar. bei einigen stelle vllt auch ich mich zu blöd an. aber toller artikel!

    • Reply
      Sabine
      20.03.17 at 11:59

      Danke für den ausführlichen Kommentar!
      Um bei der Klopapierdiskussion fair zu bleiben muss ich das jetzt doch mal ergänzen: Ich habe noch keinen Zero Wastler getroffen, der es wirklich mit Stoff regelt. Das wäre wahrscheinlich wirklich ziemlich unpraktisch und unhygienisch. Es gibt nachhaltigeres Toilettenpapier ohne Plastikhülle oder andere Methoden (zB aus dem arabischen Raum), die absolut hygienisch sind 😉
      Und ich denke, die Quintessenz für uns alle ist: Lieber macht jeder es ein bisschen besser, ohne sich dabei zu jedem Extrem zu zwingen, als dass nur wenige den Hardcore Lifestyle „hinkriegen“ und alle anderen damit entmutigen!
      xx

  • Reply
    Kati
    19.03.17 at 22:49

    Das hört sich doch nach guten Vorsätzen an, die man leicht umsetzen kann 🙂
    Mir geht es ebenso wie dir – ich möchte eigentlich weder selbst ständig gedanklich um das Thema kreisen, noch es vor anderen rechtfertigen müssen.
    Aber sowohl die Sache mit dem Wasser als auch die mit dem Immer-dabei-Jutebeutel gewöhnt man sich wirklich schnell an.
    Meiner Vor-Vor-Posterin kann ich übrigens die BambooCups empfehlen – ich hab einen zu Weihnachten bekommen und bin ganz begeistert 🙂

    Liebe Grüße,
    Kati

  • Reply
    Ana
    20.03.17 at 13:22

    Sabine, ich bin begeistert! Du holst mich mit diesem Artikel genau dort ab wo ich stehe: Ich finde weniger Konsum und Müll super toll und komme doch irgendwie nicht ausse Pötte. Wieso? Weil immer nur krasse Ökos darüber schreiben, die schon 47395 Schritte weiter sind und ich irgendwie das Gefühle habe, ich habe was verpasst. Die Entwicklung dazwischen, die Babysteps gibt es in der Bloggerszene leider nicht. Das gilt sowohl fürs Vegansein, als auch für das Ökosein. Es gibt nur Extreme und das ist der Grund, weshalb sich die Gesellschaft da spaltet und die einen als Randgruppe gesehen werden.

    Deine Tipps werde ich also jetzt mal anwenden (Plastiktüten nehme ich schon seit einem Jahr nicht mehr, aber das ist auch einfach, da sie meistens nicht mehr umsonst und automatisch mitgegeben werden). Das beim Bäcker find ich auch nicht so wild, das werde ich mich auch mal trauen.

    Hardcore finde ich es ja bei abgepacktem Salat. So viel Müll für nur eine kleine Mahlzeit – für das Dressing, für die einzelnen Zutaten, eigentlich ist es zum Verrücktwerden.

    Lange Rede kurzer Sinn: Applaus, ein cooler und informativer Beitrag. 🙂
    xx Ana http://www.disasterdiary.de

    • Reply
      Sabine
      20.03.17 at 19:43

      Liebe Ana,
      dein Feedback bedeutet mir so viel! Denn genau darum soll es auf meinem Blog gehen. Ich bin nicht der Typ, der sich heute für ein veganes und müllfreies Leben entscheidet und das dann ab morgen Früh sofort zu 100% durchziehen kann. Und ich denke, so geht es vielen. Dass die sich nicht von den „krassen“ Beispielen entmutigen lassen, den Weg ihrer Überzeugung zu gehen, ist mein Ziel.
      (Auch wenn es natürlich noch andere Blogger gibt, die da auch entspannter drauf sind und toll motivieren können. Klick einfach mal die Leute durch, die bei mir so kommentieren!)
      xx

  • Reply
    Tabea
    20.03.17 at 20:53

    Eigentlich ist es wirklich ein Fortschritt, dass inzwischen jeder weiß, wie furchtbar Plasik ist. Beim anderen Müll ist das aber meiner Meinung nach noch nicht jedem bewusst – und das Plastik-Problem ignorieren zu viele Leute völlig und packen liebend gern jede Tomate einzeln in die Einweg-Tüte im Supermarkt 🙁

    Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann produziere ich viel zu viel Müll, obwohl ich weiß, wie schlecht er ist. Ich kaufe zwar nur mit Rucksack und Stoffbeutel ein und nehme freiwillig nirgends eine Tüte an, aber meine Bio-Möhren bekomme ich nur im 1-kg-Plastikbeutel und auch den Joghurt, Käse und Quark gibt es nur in Plastik. In großen Städten mag es zwar Unverpackt-Läden und große Wochenmärkte geben, aber auf dem Land kann man das vergessen.

    Danke auch, dass du noch mal ansprichst, wie schlecht das Recycling selbst im vorbildlichen Deutschland funktioniert. Ich bin da echt traurig drüber 🙁

    Das mit der Überwindung kenne ich aber genau wie du – denn irgendwie fühle ich mich unwohl, wenn ich immer Extrawünsche (kein Fleisch, Bio, kein Ei, kein Fertigprodukt, viel Bewegung, Leitungs- statt Mineralwasser) habe… In der Schule und manchmal auch unter Freunden und bei der Familie lasse ich daher gerne 5 gerade sein… aber alleine versuche ich wirklich, alles mögliche umzusetzen und kaufe möglichst keine Fertigprodukte, weil die mir zu viel verpackt sind.

    Ich finde es supe, dass du nun auch lieber den Fokus auf kleine Veränderungen legst, als immer nur die Extreme zu bewerben! Das schreckt viel weniger ab und wenn wir alle die Kleinigkeiten beachten, dann bewegen wir mehr, als wenn nur wenige ALLES richtig machen.

    Leitungswasser nehme ich mir schon immer mit, genau wie Jutebeutel. Kosmetik habe ich keine – also kein Peeling, keine Cremes, nur Duschgel (2 in 1) steht bei mir neben der Seife.
    Aber das mit den Putzmitteln sollte ich wohl mal in Angriff nehmen.

    Liebe Grüße

  • Reply
    Simone
    21.03.17 at 10:05

    Liebe Sabine,

    Punkt 1 – 4 ist für mich Normalität. Aber Punkt 5 – da werd ich mich jetzt endlich mal ausprobieren! 🙂 Danke für den Tipp!

    Ich bin übrigens weder „öko“ noch sonst was vergleichbares. Warum Menschen aber bei jedem Einkauf eine Plastiktasche kaufen, ist mir absolut schleierhaft. Habe festgestellt, dass bei uns (Österreich) jetzt immer weniger Lebensmittelhändler die Sackerln überhaupt im Sortiment haben – find ich super! Aber manchmal ganz lustig anzusehen, wie die Leute fassungslos an der Kasse stehen. Dann kauf ich doch einfach 1x ein Stoffsackerl – gibt’s auch an jeder Kasse – und gut ist.

    Habe übrigens jetzt das erste mal Deocreme und Lippenbalsam selbst gemacht – wesentlich einfacher als gedacht. Und irgendwie stimmt das schon… man hat ein besseres Gefühl, wenn man weiß, was drin ist. Und wenn ich so der Umwelt was Gutes tu‘, ist’s doppelt gut 🙂

    Alles Liebe!
    Simone

  • Reply
    Ann-Kristin
    21.03.17 at 14:04

    Liebe Sabine. Ich muss endlich auch mal einen Kommentar schreiben. Dein Blog ist wirklich inspirierend.
    Und es macht immer Spaß deine Beiträge zu lesen.
    Bin vor kurzem über deinen Blog gestolpert als ich mich für Minimalismus interessiert habe.

    Man sollte sich nicht so verrückt machen und einfach langsam anfangen. Man steigert sich dann automatisch. Hab angefangen Leitungswasser zu trinken vor ein paar Jahren, will ich Kohlensäure nicht mehr so gut vertragen habe. Und im Kasten ist das einfach mal mega teuer, also blieb nur das 1,5 L Sixpack. Was mir aber nach ein paar Wochen einfach so furchtbar verschwenderisch vorkam, dass ich es gelassen habe.
    Seit letztem Sommer benutze ich selbstgemachte Wattepads und habe einiges im Bad reduziert. Da steht jetzt nur noch mein eines Duschgel (den Luxus gönn ich mir dann noch :D) Shampoo hab ich jetzt endlich ein Festes, was soo toll ist und die Spülung hab ich einfach mal weggelassen und gemerkt, dass ich sie gar nicht brauche. Manches benutzt man vielleicht einfach nur noch aus Gewohnheit und weil man es so „macht“.

    Und ich glaube auch, dass man gar nicht zum 100 % „Zerowastler“ mutieren muss, wenn jeder einfach etwas mehr bzw. weniger macht, ist doch auch was Gutes.

  • Reply
    Corinna
    21.03.17 at 21:02

    So ein toller Artikel mal wieder liebe Sabine! Du triffst es einfach auf den Punkt! Plastik ist einfach convenience, in allen Lebensbereichen, und genau das ist der Grund, weshalb wir viel zu oft nicht NEIN dazu sagen. Auch die Sache mit der eigenen Tasche beim Bäcker oder den blöden Strohhalmen überall! Ich bin genau so wenig perfekt oder bei zerowaste (richtig, was heißt schon zero?), aber zumindest achte ich vermehrt darauf, nicht so viel Plastikmüll zu verursachen wenn es vermeidbar ist. Und ärgere mich dafür auch doppelt, wenn ich vergesse, den Strohhalm abzubestellen, weil ich bei meiner Minz-Ingwer-Limo gar nicht damit gerechnet hatte und dann sind auch noch zwei von diesen verdammten Plastikdingern drin! Argh, da möchte man einfach nur schreien WHY! XD Zumindest hab ich mir schon mal Glas-Strohhalme für Zuhause besorgt. Ob ich die dann irgendwann mal mit ins Restaurant trage, weiß ich noch nicht. Aber wie du sagst- Baby steps. Irgendwo fängt man halt mal an, nech? Beim Bäcker find ich auch gut. 🙂
    Also weiter so und alles Liebe,
    Corinna

    http://www.kissenundkarma.de

  • Reply
    Emilie
    23.03.17 at 07:28

    Was für ein toller Text! Ich bin ganz bei dir und sehe viele Dinge ähnlich. So oft verkrampft sich mein Bauch, wenn ich wiedermal nicht geschafft habe, gänzlich auf Plastik zu verzichten. Das geht mir vor allem beim Einkaufen so – ich schaffe es einfach nicht, in 3 unterschiedliche Läden zu marschieren, um die perfekte Balance zwischen günstigen und verpackungsfreien Lebensmitteln zu finden. Ich mir sehr wohl bewusst bin, dass ich es besser machen kann. Aber wir müssen auch nicht alles perfekt machen. Mein Statement zum größer gefassten Thema Nachhaltigkeit habe ich hier gesetzt: http://emiliestreats.de/nachhaltigkeit-kritik/
    Liebe Grüße,
    Emilie

  • Reply
    Jenni
    23.03.17 at 07:52

    Liebe Sabine,

    ach, ich bin immer wieder begeistert von deiner Ehrlichkeit, Offenheit und deinem Gespür dafür, die richtigen Sätze zur richtigen Zeit aufzuschreiben. Ich kann mir nämlich sehr gut vorstellen, dass diese Gedanken vielen Menschen ebenfalls im Kopfe herumschwirren – mir ging das ganz, ganz lange nämlich ganz genauso.
    Und ich finde, es ist ein sehr böses Vorurteil, dass Minimalismus/Zero Waste/Müllvermeidung sogleich mit mangelnder Hygiene und Nachlässigkeit in Verbindung gebracht wird – da haben wir uns in eine sehr bedenkliche Richtung entwickelt, wenn es der Gipfel der Sauberkeit ist, Shampoo in Plastikflaschen mit Mikroplastikzulage zu kaufen, unser täglich Brot aus mit Plastik beschichteten Einwegtüten, unseren Kaffee nur echt mit Plastikaufsatzbecherchen zu uns zu nehmen und unsere Kleidung aus möglichst viel Plastik zu kaufen (funktional und so).
    Irgendwas ist das gewaltig schief gelaufen.
    Und ich finde auch, dass wir wieder ein Gefühl dafür bekommen müssen, dass das Alte – was oftmals so angestaubt daherkommt, schon der Natur der Sache wegen – eigentlich das Bessere war, wenn wir mal so ganz ehrlich sind. Und ich glaube, wir sind so ziemlich die erste Generation, die wieder mehr zurück- als nach vorne blicken muss (jedenfalls in bestimmten Zusammenhängen) und sich wieder auf scheinbar so lange als überholt geltende Konzepte rückbesinnen muss, um sich selbst, der Umwelt und letzten Endes auch irgendwo der gesamten Menschheit etwas Gutes zu tun.

    So, genug des Pathos. Toller Artikel! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply
    Sonnenuntergänge März - Habutschu!
    31.03.17 at 06:09

    […] Extreme Lebenseinstellungen schrecken ab, findet Sabine. Deswegen plädiert sie für Moderation bei Zero Waste und mehr Mut, kleine Schritte zu gehen! […]

  • Reply
    Maria Widerstand
    31.03.17 at 18:29

    Hallo Sabine!

    Genau der Punkt stört mich auch, wenn so Extreme dargestellt werden, dann schadet man der Sache mehr als es nutzt. Damit verschreckt man die Leute nur.

    Dein Beitrag gefällt mir sehr gut!

    lg
    Maria

  • Reply
    Joanna
    03.04.17 at 13:52

    Hallo Sabine,

    ich stimme dir zu, dass Extreme nicht unbedingt gut sind, aber genau damit fängt es doch an. Nur wenn die, die es wirklich extrem ernst nehmen, uns wach rütteln, kann das funktionieren. Wenn Greenpeace nur langweilige Informationen bringen würde und keine krassen Aktionen, wäre da doch keiner Mitglied… Wer extrem ist, leistet wahrscheinlich einen wirklich großen Anteil daran, die Welt zu verbessern, einfach indem er auch Leute darauf aufmerksam macht. Wenn ein Veganer zum Beispiel im Restaurant was veganes bestellt, fragt doch der ein oder andere nach, warum er das macht, und so kommt das ins Bewusstsein. Was nicht sein kann, ist dass man nur vom Extremen ausgeht und die Schritte davor außer Acht lässt und nicht würdigt. Für den einen ist es eben schwieriger kein Fleisch mehr zu essen, für den anderen weniger.

    Und ich muss sagen, ich bin mit Stoffwindeln damals aufgewachsen und Schaden hab ich davon glaub ich nicht erlitten. Müsste aber mal meine Mutter fragen, wie genau das ablief. Fand das im ersten Moment auch ganz spannend, weil ich eigentlich von Campers ausgegangen war und da erst von Stoffwindeln gehört habe zum ersten Mal.

    Liebe Grüße,

    Joanna

    • Reply
      Sabine
      03.04.17 at 19:40

      Hey Joanna,
      danke für den Kommentar! Ich glaube ich weiß, was du sagen willst, aber ich sehe das ein bisschen anders.
      Ich glaube, gerade die Extreme in Greenpeace oder PeTa sind es, die die Leute, die sich mit den Themen bisher gar nicht auseinandersetzen, einfach komplett abschrecken. Für jemanden wie uns, der sowieso schon ein starkes Bewusstsein für Tierquälerei oder Umweltverschmutzung hat, ist sowas vielleicht eher das Richtige. Aber ich denke, es gibt auch Wege, den Blick sanfter auf Probleme zu lenken, durch die sich die Angesprochenen vielleicht weniger persönlich für ihr „Fehlverhalten“ angegriffen fühlen. Wie zum Beispiel der Veganer, der einfach mit gutem Beispiel vorausgeht und andere erst dann „belehrt“, wenn er gefragt wird.
      xx

  • Reply
    Natalie
    25.06.17 at 14:24

    Wieder ein sehr schöner Artikel. Ich bin so froh, dass wir eine gemeinsame Leserin haben (Tabea), die dich weiter empfohlen hat. Wie konnte ich dich so lange nicht entdecken?! (Deswegen stöber ich heute endlich mal alles bei dir durch!)

    Plastiktüten habe ich tatsächlich noch nie an den Geschäften angenommen – Erziehung sei dank. Dennoch weiß ich, dass schon so ein kleiner Schritt noch vor ein paar Jahren (vor dem Verbot von Plastiktüten, bzw. der Regelung, dass Kunden dafür zahlen müssen) einiges an Selbstbewusstsein erforderte. Zuerst durch die Blicke oder teilweise auch die Kommentare der Verkäuferinnen, zum anderen durch Kommentare von Klassenkameraden oder Freunden, die so ein Verhalten aus ihrem Umfeld eben nicht kannten. Tatsächlich hat eine Bekannte mal argumentiert: „Aber dann sehen doch die anderen Leute gar nicht, wo du dir deine coolen Sachen kaufst. Also… was du dir so leisten kannst!“ Ähm ja. Mittlerweile sind ja Jutebeutel einigermaßen „hip“. Es gibt genug hübsche Modelle zu kaufen und es gibt sogar ganze Bastelbücher, die beschreiben, wie man selbst einen solchen Beutel hübsch machen kann.
    Mir geht es gar nicht darum mein gesamtes Umfeld zu missionieren oder ständig zu kritisieren – damit verschrecke ich die Leute nur, glaube ich. Es geht mir viel mehr darum, dass mehr Menschen eben „kleine Dinge“ ändern. Öfter mal das Auto stehen lassen, einmal öfter auf Fleisch verzichten, die unverpackten Lebensmittel kaufen… und vor allem die „Biobauern“ um die Ecke unterstützen, in dem man auf dem Wochenmarkt kauft. (Wie ich selbst den letzten Punkt demnächst umsetze weiß ich noch nicht, dabei ist es mir so wichtig!)
    Außerdem ist mir noch ganz wichtig: die Wildbienen- und sonstigen Insektenarten schützen! Das geht ganz einfach, in dem Wildblumen auf den Balkonen gepflanzt werden. Insekten sind unheimlich wichtig, damit wir überhaupt Obst und Gemüse ernten können! https://www.bund.net/tiere-pflanzen/wildbienen/ Jeder kann etwas dafür tun!

    So, ich stöber jetzt mal weiter rum!
    Liebe Grüße,
    Natalie

    • Reply
      Sabine
      26.06.17 at 10:01

      Hallo Natalie, danke für deine ausführlichen und netten Kommentare!
      Das mit den Bienen ist eine tolle Anregung, dazu will ich mich mal näher informieren.
      xx

  • Reply
    Was bisher geschah… – Einmal Ausland, immer Ausland
    25.07.17 at 17:48

    […] Ihgitt, die putzen sich den Hintern mit Lumpen! [A Hungry Mind] […]

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