Minimalismus

What’s in my bag? Minimalist Edition

22.05.16

Ich muss euch heute etwas gestehen: Ich bin eine Frau und besitze genau eine Handtasche. Ihr denkt jetzt vielleicht: “Die mogelt doch, kein Mensch und erst recht keine Frau kommt mit einer Tasche aus!” Und es stimmt. Ich habe noch einen Rucksack wenn ich mit dem Macbook unterwegs bin, einen Weekender für kurze Trips und größere Einkäufe, eine Sporttasche und drei kleine Abendtaschen. Letztere sind mir eigentlich auch schon zu viel, aber dazu wann anders mehr. Im Alltag bleibt es für mich jedoch tatsächlich bei einer Handtasche, die zu allem passt und die mich zur Arbeit sowie in meiner Freizeit begleitet. Gut ein Jahr alt ist mein Herzstück – sie ersetzte eine Billighandtasche, die ich ebenfalls jahrelang als einzige Handtasche trug, bis sie auseinanderfiel. Mit einem Unterschied: Heute habe ich keine unbenutzten Taschen mehr neben der einen…

Minimalistische Handtasche Liebeskind Berlin
Handtasche “Noelle” von Liebeskind Berlin – Foto: Johannes Fucke

Zum Inhalt meiner Tasche? Ganz ehrlich, Aussagen wie “Meine Handtasche ist ein schwarzes Loch” oder “Ich habe nach Monaten mal wieder meine Handtasche ausgemistet” erschrecken mich inzwischen ein wenig. Früher habe ich nämlich ebenso versucht, Schminkutensilien und allen möglichen Kram in mein Unterwegs-Repertoire aufzunehmen, weil es mir irgendwie wichtig und weiblich vorkam. Gebraucht habe ich davon am Ende wenig, Wichtiges gesucht dafür immer mehr, je größer der Tascheninhalt wurde. Deshalb nehme ich inzwischen nur noch das mit, was ich täglich brauche.

Meine Must Takes für die minimalistische Handtasche:

Portemonnnaie
Ebenfalls ein Einzelstück – ich habe es vor 3 oder 4 Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen und seither nicht gewechselt. Hin und wieder pflege ich das Leder mit Schuhcreme, damit es schön bleibt. Das Einzige, was mich ein bisschen stört, ist, dass mein Portemonnaie so groß ist – hier möchte ich ein bisschen reduzieren, spätestens wenn ich irgendwann ein neues brauche…

iPhone
Mein treuester und wahrscheinlich wichtigster Begleiter.

Schlüssel

Sonnenbrille
Zu dieser Jahreszeit einfach ein Muss, allein fürs Gefühl, wenn man endlich die Mittagspause draußen verbringt…

Notizpapier oder -heft
Ich habe wirklich immer etwas dabei, mit dem ich mir schnell Notizen machen kann. Vielleicht ein unnötiger Posten, wenn man auch alles auf dem Smartphone tippen kann, aber ich finde, manche Gedanken lassen sich schneller und effektiver mit einer Mindmap oder handgeschriebenen Stichpunkten und Zeichnungen festhalten. Außerdem ist das Notizheft ein echter Retter, wenn man irgendwo sitzt, der Akku fast leer ist und man ein bisschen mehr Wartezeit totschlagen muss, als geplant.

Jutetasche
Seit ich denken kann, geht meine Oma mit Jutetaschen einkaufen. Sie hat kein Auto, sondern holt auf dem Wochenmarkt oder im Edeka nebenan ihre Lebensmittel. Meine Oma ist keine Grüne. Sie macht sich vermutlich wenige Gedanken zum Atomausstieg, isst gerne und viel Fleisch und ist viel zu pragmatisch für ausufernde Diskussionen über die Umwelt in 50 Jahren. Ich kann mir genau vorstellen, was sie sagen würde, würde ich sie fragen, wieso sie Jutetaschen zum Einkaufen nimmt. Ihre Antwort wäre so etwas wie: “Was soll ich denn mit dem ganzen Plastik?” Und ich finde, da hat sie verdammt recht. Meine Oma sieht Plastiktüten ganz unpolitisch als das, was sie sind: Unnützer Müll.

Tagesabhängige Inhalte werden morgens eingepackt, wenn ich weiß, dass ich sie brauche:

  • Lunchbox
  • Ladekabel
  • Powerbank
  • Eyeliner & Wimperntusche
  • Deo

Meine minimalistische Handtasche hält alles griffbereit, was ich unterwegs schnell brauche – ohne Ablenkung, denn auch Müll, der zwischendurch mal in der Tasche landet, werfe ich jeden Abend weg, bevor ich sie an ihren Platz hänge. Seither hat das Suchen ein Ende…

Wann hast du deine Handtasche zuletzt ausgeräumt? Was musst du einfach immer dabei haben?

  • Reply
    Anne
    23.05.16 at 20:03

    Ach ja, ich hätte auch gerne eine schöne Handtasche für alles. Oder wohl als Kompromiss eine Umhängetasche, mir wird das sonst schnell zu schwer zum Tragen. Und eben genau deshalb ist es allermeistens mein Rucksack, der mich durch den Tag begleitet. Damit hadere ich manchmal ein wenig, wenn ich mich (äußerlich) gerne erwachsener fühlen würde 😉
    Der Jutebeutel ist bei mir auch immer dabei, Schreibzeug, oft ein Buch, immer(!) eine Flasche Wasser. Müll könnte ich öfter mal rauswerfen, obwohl mir die beiden Dönerbuden-Plastiktüten letztens sehr dabei geholfen haben, MacGyver-mäßig eine Tragehalterung für meinen Ikeaeinkauf zu improvisieren 😉

    • Reply
      Sabine
      24.05.16 at 21:06

      Recycling – that’s the spirit! 😀
      Ich weiß, was du mit “erwachsener” meinst, aber ich finde, es gibt inzwischen auch richtig schöne, schlichte Rucksäcke, mit denen man gar nicht mal so sehr nach Schulmädchen aussieht 🙂

  • Reply
    Leeri
    06.06.16 at 19:27

    Ich kann dieses Phänomen der “schwarzes Loch”-Tasche auch nicht so wirklich verstehen. Ich habe auch nicht so viele Taschen, eine große,eine mittlere, 2-3 kleinere, Null schicke 😀 und einen Rucksack 😀 und ich hasse diese Hin und Herräumerei und auch unnötiges Geschleppe, daher ist meistens drin, was ich tatsächlich brauche oder brauchen könnte und das ist nicht viel: Portmonnaie-Handy-Schlüssel, manchmal meine Uniskripte, manchmal Kamera, viel zu selten Taschentücher, Puder, Lippenstift und co (brauche ich tatsächlich nicht oft, aber immer wenn ich Taschentücher tatsächlich brauche, hab ich keine XD), meistens einige Tampons, Powerbank+Kabel, eine Flasche Wasser aber das war’s meist auch schon 😀

  • Reply
    Jasmin
    15.09.16 at 13:18

    Eine richtige Handtasche habe ich gar nicht. Ich bin mehr der sportliche Typ und habe deshalb immer meinen Rucksack dabei. Ich nehme allerdings auch nur die Dinge mit, die du aufgelistet hast. Eine Flasche mit Leitungswasser packe ich mir immer noch ein und je nachdem was ansteht, dann die benötigten Zusatzdinge.

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