Personal

2018: deine Influencer, deine Happiness Coaches und ich.

07.01.18

Es hat sich so angeschlichen, das neue Jahr. Die Zeit davor zog sich irgendwie, gleichzeitig stand alles ein bisschen still. Auch A HUNGRY MIND. Brauchte es nur ein neues Jahr, eine neue Zahl hinter der zwanzig, den symbolischen alljährlichen Neustart, damit auch der Blog wieder wie von selbst losläuft? Ich fürchte, so einfach ist es dieses Mal nicht.

So einfach ist es nie, denn “von selbst” geht hier nichts. A HUNGRY MIND ist eine Nebentätigkeit. Das heißt, dass ich neben einem Job, neben einem Privatleben und ganz allgemein neben anderen Prioritäten herschreibe – und damit war ich im letzten Jahr nicht zufrieden. Ich habe das Gefühl, dass ich 2017 viel zu sehr versucht habe, mich mit etwas ganz anderem zu messen, nicht einmal wissend, was das konkret sein soll. Ich habe so viel Druck verspürt. Und muss im Rückblick vor mir selbst zugeben: Der Druck kam ausschließlich von innen. Ich wollte ständig mehr, gelungen ist mir das nur wenig. Am Ende konnten mich selbst die Erfolge, die es durchaus gab, sagen wir die Features bei im gegenteil oder die Kooperation mit einer richtig grünen Marke, nicht auf längere Sicht zufriedenstellen. Das Einzige, worüber ich mich immer und ganz ehrlich gefreut habe, sind eure lieben und klugen Kommentare, eure Gedanken zu meinen Geschichten. Ich danke euch allen!

Heißt das jetzt, dass ich unzufrieden mit meinem Blog bin, mit dem was ich hier schreibe, und dass ich 2018 so nicht weitermachen will? Ich bin mir nicht sicher. Die Blogosphäre, Instagram und was sonst noch dazu gehört, kam mir in den letzten Monaten so unfassbar banal vor. Die Bedeutungslosigkeit eine Krankheit, ich gelähmt davon. Das Gefühl, dass A HUNGRY MIND nur untergehen kann in diesem Meer. Content, Content, Content: Jeder tut es, keiner blickt mehr durch. Es gibt keinen Filter für gut oder schlecht. Im Gegenteil. Es macht mich wütend, was da draußen anscheinend wirklich am gefragtesten ist. Was ist verkehrt mit den Leuten, die diesen Bullshit auch noch zum Erfolg liken?

Es sind die sogenannten “Top-Influencer”, die eigentlich nichts tun außer aufdringliche Abverkaufsprospekte in zunehmend aufgesetzte Selfies und lifestyle-gewinnspiel-egalwas-verkaufende Captions umzuwandeln. Eindimensionalität gewinnt, und das nicht nur bei den Wahlen. Erst mit großem Abstand kommen dahinter die mittleren Influencer, die teilweise wirklich gute, ästhetische oder sogar gesellschaftlich wertvolle Arbeit machen, aber die trotz harter Arbeit stagnieren, wenn sie nicht doch irgendwann anfangen, nichts mehr zu sagen. Und dann ist da noch die gefühlte Unendlichkeit der Micro-Macro-Influencer, die sich vielleicht noch gar nicht entschieden haben, ob sie überhaupt welche sein wollen, aber trotzdem ihre Themen auf eigenen Plattformen vertreten, die keiner mehr zählen kann. Das alles zu filtern, hat mich in den letzten Monaten schlicht überfordert.

Natürlich stimmt es nicht, dass alles bedeutungslos ist, dass niemand seine Geschichten teilen sollte, dass keiner von uns etwas bewegt.

Ich weinte diese Woche um eine Frau, die ich nie persönlich kennenlernen durfte, und deren Leben mich trotzdem so tief berührt hat, dass ich seither nicht aufhören kann, über ihren maßlos ungerechten Tod zu grübeln. Kim, du wirst fehlen.

Es gibt in dieser Blase Menschen, die mich dazu inspiriert haben, mich in Hamburg zu verlieben und damit schlicht und tiefgreifend mein Leben beeinflusst haben. Mein Bewusstsein für Natur und Tiere wäre sicherlich langsamer gewachsen, hätte ich nur neutrale Zeitungsartikel dazu gelesen. Menschen, deren Blogs ich lese, werden schon seit zehn Jahren immer wieder zu Freunden.

Hamburg Möwen am Jungfernstieg

Und trotzdem fühlt sich dieser Raum zurzeit so leer an, so wie Schwimmen ohne Ufer, und wahrscheinlich sollte die Frage nicht sein, was der Sinn oder das Ziel ist, sondern, ob das Schreiben überhaupt irgendeinen Zweck braucht, außer sich selbst.

Wenn ich unzufrieden mit meinem Day Job war, habe ich mich oft erwischt, wie ich vom Bloggerdasein träumte. Wie schön wäre es, mein eigener Chef zu sein, und die Mission wäre: Die Welt ein bisschen besser machen. Natürlich ginge es mir nie um ein Influencerdasein im Sinne der Top 10, sondern um eines mit einer konstruktiven Botschaft. Aber ist das wirklich meine Idee? Ist es nicht vielmehr der Spiegel einer Entwicklung, die scheinbar jedem eine Existenzgrundlage und im besten Fall sogar Ruhm für freies, kreatives Schaffen verspricht, und die im Umkehrschluss auch heißt: Wenn du sowas machst, dann muss es ja wohl auch Geld abwerfen! Wenn dir nur 100 Leute wirklich zuhören, und die noch nicht einmal dafür bezahlen, ist es lächerlich, ja beinahe dumm, dass du dich so sehr bemühst.

Es ist nicht mehr nur der Optimierungszwang, der unsere Generation umtreibt, es ist der Zwang, die Optimierung weiterzutragen und davon zu profitieren. Anderen zu einem besseren Selbst zu verhelfen, nachdem man es selbst geschafft hat. Ich garantiere euch: Wenn mir noch eine wildfremde Person Anfang 20 bei Facebook schreibt, ob ich dieses Jahr endlich glücklich/fit/einwertvollerMensch werden und dafür ihr Coaching-Programm nutzen will, schreie ich. Muss denn jeder immer besser werden? Und muss sich jeder anschließend als Yoga-Life-Happiness-Coach verkaufen und anderen das Leben beibringen?

Natürlich erwischt man sich, wie man den allgegenwärtigen Lebenstraum des freiberuflichen Content Creators und digitalen Nomaden manchmal abkauft, besonders dann, wenn man mit dem schnöden Alltag des Normalbürgers mal so gar nicht happy ist. Aber es kann doch nicht die Lösung sein, dass wir uns alle regelmäßig auf Bali “rausziehen” und dort die spirituelle Erleuchtung suchen müssen, um mit den Schwierigkeiten zurecht zu kommen, die genau hier stattfinden. In mein Tagebuch schrieb ich vor einigen Wochen, etwas pathetisch vielleicht: “Man muss doch auch so irgendwie lernen können, im Hamburger Regen zufrieden zu sein und wieder zu reisen, weil es Spaß macht, nicht weil es auf Instagram gut aussieht und uns vom letzten Beinahe-Burn-out ablenkt”. Dieses nomadische, seelenheilende Ideal ist keines, dem ich vorschnell nacheifern will (auch wenn ich absolut respektiere, dass andere mehr damit anfangen können!).

Zum Glück gibt es ja auch noch die weniger aufdringliche Variante, das Weltverbessern zum Beruf zu machen: Inspirierender, subtil belehrender Content, hin und wieder finanziert von Werbepartnern. Quasi ein Magazin. Auch ich habe in den letzten zwei Jahren im Ansatz versucht, ein solches zu schreiben. “5 Wege, wie ich…” – es ist das Einbringen der Persönlichkeit, das Themen sympathisch und greifbar macht. Es ist das Modell, dessen Erfolg ich am meisten schätzen kann: Menschen, die nicht mit leeren Fotohülsen und Luxusgewinnspielen, sondern mit Inhalten überzeugen. Aber das heißt auch, dass man sich hergeben muss. Die Vermischung von Mensch und Magazin mag ein Erfolgsrezept sein, aber zu welchem Preis? Ich habe noch kein Beispiel gesehen, in dem es auf Dauer gut ging, sich selbst, als Person, für seine Themen angreifbar zu machen. Will ich das dann? Ich glaube kaum. Und vielleicht ist das der Grund, warum ich oft halbherzig war.

Wieso rede ich also davon, dass mein Blog “untergeht”, wenn ich mir eigentlich gar kein Herz fassen kann, wirklich oben schwimmen zu wollen? Ich will wohl eine Stimme haben, auch eine, die über mich als Privatperson hinaus geht. Nicht zuletzt, weil ich im Alltag eben eher still bin, weil ich nicht der Typ bin, der im echten Leben ständig die Runde mit seiner Weltanschauung unterhält. Ich bin im Schreiben besser als im Reden. Es macht mich zufriedener, den Austausch in Ruhe zu suchen. Ich brauche den Ausgleich zum schnellen, extravertiert gesteuerten Alltag und genieße deshalb diesen Ort, an dem ich meine Gedanken so ausführlich und bedacht ausdrücken kann, wie ich mag. Würde ich dafür nur die Kommentarspalte auf Facebook nutzen, wo man sich im Schnitt ergebnislos mit den größten Idioten streitet, um die Diskussionskultur nicht völlig im Dreck liegen zu lassen, würde ich wohl durchdrehen. Aber muss meine Stimme auf meinem eigenen Kanal konstruktiv sein, braucht sie einen Contentplan und gute Keywords, braucht sie vordefinierte Kategorien? Reicht es nicht, einfach aufzuschreiben, wie ich die Welt erlebe?

Als Digitalkonzepterin bin ich niemand, der ein bisschen SEO (das heißt schlicht Auffindbarkeit) und eine thematische Ausrichtung verteufelt. Ich denke durchaus, dass Konzepte authentisch sein können, dass sie unsere Geschichten sogar glaubwürdiger und nachvollziehbarer machen können – solange sie so offen sind, dass sie mit uns wachsen können. Aber ich sehne mich auch nach einer Zeit, in der Blogs schlicht Tagebücher waren – Lifejournals -, so wie das von Nirrimi es heute noch ist. Und das heißt nicht, dass ich gute Magazine nicht schätze oder nicht sehe, wie gut es manchen Menschen und ihren Projekten tut, für ein einziges Thema zu stehen. Ich weiß nur nicht, ob so ein Weg zu mir passt.

Vielleicht muss ich mich strategisch dazu entscheiden, keine Strategie zu haben. Gar nicht so leicht, wenn man sich beruflich auf Konzepte eingeschossen hat, und Bloggen nirgendwo mehr als Hobby oder gar Kunstform zählen will.

  • Reply
    Tabea
    07.01.18 at 09:32

    Tut mir Leid, dass du gerade durch so eine Phase gehen musst. Hier läuft es nicht viel besser – ich weiß langsam nicht mehr, ob mein Leben überhaupt so weitwrgehen soll oder kann.

    Liebe Grüße

    • Reply
      Sabine
      08.01.18 at 22:24

      Ohje, das klingt ein bisschen umfassender als bei mir. Ich hoffe, dir geht es bald besser!
      xx

  • Reply
    Jenni
    07.01.18 at 13:18

    Liebe Sabine,

    ich muss gestehen, dass mir zu deinen Gedanken nicht viele Worte einfallen, denn sie sind denjenigen, die ich mir zwischendurch immer mal wieder mache, so ähnlich.
    Meine Selbstpositionierung hat auch lange Zeit gedauert und manchmal bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich eigentlich möchte und wie ich auftreten möchte – obwohl sich ein immer klareres Gesamtbild herauskristallisiert, mit dem ich blogtechnisch immer zufriedener werde. 2018 soll noch die ein oder andere Veränderung kommen, aber dazu vielleicht bald mehr. 🙂
    Die Hin- und Hergerissenheit zwischen Lebensinhalt (jedenfalls teilweise) und Banalität kenne ich auch sehr gut und befinde mich immer mal wieder phasenweise wechselnd in entweder der einen oder der anderen Position…

    Ich finde deinen aktuellen Weg aber sehr gut – AHM ist einer der wenigen Blogs, die mir sofort Ruhe vermitteln, wenn ich ihn aufrufe und bei dem ich, seitdem ich ihn entdeckt habe, wirklich jeden Artikel lese (und fast immer kommentiere).
    Was den Spagat bzw. die Vereinbarkeit von Beruf und Blog und die Gewichtung beider Aspekte beinhaltet, denke ich, dass die Zeit zeigen wird, was für dich das Richtige ist. Nichts muss schnell entschlossen werden, die Dinge brauchen Raum für Entwicklung. Und das ist gut so. Du wirst deinen Weg finden, dessen bin ich mir sicher.

    Liebe Grüße und ein wunderbares Jahr 2018 dir totz allem!
    Jenni

    • Reply
      Sabine
      09.01.18 at 20:51

      Liebe Jenni,
      ich danke dir, vor allem für diesen letzten Absatz. Du lässt mich manchmal so klar erkennen, was eigentlich vor meiner Nase liegt 😉
      Ich bin gespannt darauf, was bei dir kommt!
      xx

  • Reply
    dieschattentaucherin
    07.01.18 at 14:23

    Wenn Du Dich nach der Zeit sehnst, in der Blogs noch Tagebücher waren und selbst einen solchen Blog schreibst, dann ist doch alles in Ordnung! 🙂
    Und wenn es tatsächlich 100 Menschen gibt, die Deine Texte regelmäßig mit Gewinn lesen (und ich meine lesen, nicht “abliken”!) dann hast Du viel erreicht.
    Dann beeinflusst Du andere Menschen.
    Dass Du Dich dafür selbst hypen musst, bis Du glasige Augen kriegst, steht nur da, wo Dir jemand mit exakt der Begründung seinen eigenen Blog verkaufen will. 😀
    Ich wünsch Dir ein zufriedenes Jahr!

  • Reply
    Melanie
    07.01.18 at 14:36

    Ach, ich kann deine Worte sehr gut verstehen! Ich möchte dich auffordern einfach du selbst zu bleiben. Ich mag deinen Blog gerne, einen der wenigen deutschen Blogs die noch lese.
    Ich habe während 4 Jahren einen Blog geführt und wollte auch immer wieder höher, besser, mehr und habe mich sehr unter Druck gesetzt und dabei das grosse Warum vergessen. Ich habe diverse “grosse” Blogger kennengelernt und da sieht man plötzlich, dass die Welt nicht so shiny ist.
    Und gerade viele Digitale Nomaden verdienen kaum Geld. Und ob das Leben in Bali etc. mit ständigen Geldsorgen noch sehr entspannt ist?
    Ich habe mich bereits vor einigen Jahren gegen das Bloggen entschieden. Wir waren trotzdem als Familie in Asien unterwegs. Mein Mann so zu sagen als digitaler Nomade. Er hat seinen Job als Software Entwickler einfach teilzeit aus Asien gemacht. Das heisst es geht auch anders, es gibt einen Mittelweg. Ich war so zu sagen als digital nomad housewive im Yoga barn in Ubud am Yoga machen und meine Smoothie Bowl geniessen und natürlich auf Instagram posten.
    Ein Jahr später bin ich voll zufrieden im Hier und Jetzt – wir haben uns dieses Jahr gegen eine Reise in die Weite entschieden, wir wollen lieber in die Provence.
    Alles Gute für dich, ich hoffe du kannst immer wieder auf deine innere Stimme hören.

    • Reply
      Sabine
      10.01.18 at 13:15

      Hey Melanie,
      danke dass du deine Geschichte geteilt hast! Aus einer anderen Perspektive betrachtet, ist das Gras sicher oft nicht mehr ganz so grün… 😉
      xx

  • Reply
    Vita
    07.01.18 at 18:38

    Liebe Sabine,
    ich verstehe dich so unglaublich gut und weiß auch nicht, wo der Weg mit mir und meinem Blog hingehen soll. Ich frage mich fast täglich, ob ein Blog noch das richtige Medium für mich ist und mit welchem Zwecke ich ihn eigentlich noch betreibe. Eigentlich möchte ich meine Erfahrungen teilen und anderen Menschen helfen, aber welche Kompetenzen liefere ich, die andere vllt viel mehr haben? Gerade versuche ich inhaltlich etwas umzustrukturieren und mir neue Motivation zu schaffen. Ich freue mich (auch wenn ich in letzter Zeit sehr leise war) aber immer über neue Beiträge von dir, seien sie privat oder eher fachlich.

    Liebe Grüße,
    Vita

    • Reply
      Sabine
      10.01.18 at 13:18

      Liebe Vita,
      ich verstehe total, wie es dir geht! Aber ich weiß nicht, ob man tatsächlich “Kompetenz” braucht, um andere zu inspirieren. Man inspiriert ja auch, beinahe automatisch, Familie und Freunde, und da käme niemand auf die Idee, zu sagen: Hör mal, bist du eigentlich echt der kompetenteste Ansprechpartner? 😀
      xx

  • Reply
    Jojo
    07.01.18 at 20:11

    Unglaublich gut geschrieben, unglaublich wahr. Ich stehe manchmal vor der gleichen Sinnfrage, die ich mir aber ungefähr so beantworte: Mein Blog ist mein kreatives Ventil. Manchmal bin ich gut darin, Magazininhalte zu schreiben, Ratgeber zu sein und Inspiration zu liefern (und das mach ich wirklich gerne, irgendwie dennoch aus dem Herzen). Manchmal verlier ich mich im poetischen Verarbeiten von meinem Gedankenchaos, das sich nicht besonders SEO-tauglich verpacken lässt. Manchmal ist es eine Mischung. Ich verstehe sooo sehr, was du meinst. Und ja, es ist frustrierend, zu sehen, dass rosafarbene Himmel und Luxus-Fashion immer noch mehr zählen als echter, herzlicher Content. Aber diese 100 Leser, Zuhörer, Fans. Die sind es, die ich wirklich bewegen will. Alles andere ist nur Nebensache.
    Bleib so, wie du bist und mach einfach, worauf du Lust hast. 🙂
    Liebe Grüße,
    Jojo

  • Reply
    Nowshine
    07.01.18 at 20:25

    Seit Monaten habe ich die gleichen Gedanken und sie killen meine Kreativität (naja, immer wieder mal).
    Alle bloggen, alle treiben sich auf Instagram herum: liken, liken, liken, Kommentare, Kommentare, Kommentare. Und beschweren sich, dass andere Follower kaufen. Aber im Grunde ist doch egal ob ich für Follower bezahle oder unehrliche Likes und Comments um des Ruhms willens verteile. Finde ich. Ich will mein Ding machen und nicht mitbekommen, was andere tun aber es gelingt mir nicht. Heute war ich bei einer Nachbarin und sah ihre Einrichtung. Eine super coole Frau mit netten Kindern… und das Wohnzimmer aus Holz und ich dachte „Wow. Sie hat definitiv kein instagram und ich wette sie ist…irgendwie glücklicher. Oder freier. Ich überlege nämlich, ob ich mein Wohnzimmer wohl wieder streichen soll, optimieren soll. Bleh.
    Ich blogge und ich blogge darüber, worüber man eben bloggt. SEO optimiert, Keywords inklusive. Und sagte heiterte meinem Mann, ich wünschte, ich könnte wieder so bloggen wie vor 5 Jahren. Nur für mich. Aber würde es jemand lesen wollen? Ich sollte es versuchen. Bei allem anderen fühle ich mich wie das Schaf, das der Herde hinterher läuft. Und dabei dachte ich immer, ich wäre „special“.
    Danke für diesen Post, der mir so aus der Seele spricht! With Love, Doro

    • Reply
      Sabine
      10.01.18 at 13:21

      Liebe Doro,
      Ich finde, dass du komplett recht hast mit der Einschätzung, dass das offensive Like-Game nahezu mit dem Einkaufen von Followern gleichzusetzen ist…
      xx

  • Reply
    Pascale
    07.01.18 at 20:54

    Liebe Sabine
    Herzlichen Dank für diesen Blogpost. Er ist so nahbar und spricht mir aus der Seele. Auch ich bin an diesem Punkt, wo ich nicht mehr weiss ob ich freiberuflicher Content Creator werden möchte oder ob das bloss eine aufgefangene Idee war. So kann man sich in unserem Beruf (auch ich arbeite in einer Agentur in einem fast gleichen Tätigkeitsgebiet) schnell einmal nicht komplett frei fühlen im Gestalten, im Konzepte schreiben. Ich fand es lange Zeit deshalb umso interessanter und begehrenswerter mein eigenes Ding auf meinem Blog machen zu können und nach Grossem zu streben. Nachdem mir aber seit ein paar Monaten die ständige Bombardierung von (werblichen) Inhalten anderer Blogger auf Social Media zu viel wurde denke ich langsam anders darüber.

    Ich begann zu schreiben um mich auszudrücken, um Freude an der Sache zu haben. Um Eindrücke zu teilen. Mittlerweile denke ich aber vor jedem Post über Mehrwert, Informationsgehalt, Keywords und Relevanz nach. Und so ging mir langsam aber sicher die Freude abhanden. So wurde mein Hobby von Erfolg abhängig – Das fühlt sich so schlecht an.
    Kurzgefasst, deine Worte zeigen mir das ich nicht komplett irrational denke. Vielen Dank!

    Alles Liebe, Pascale

  • Reply
    Missi
    08.01.18 at 07:43

    Liebe Sabine,

    ich kann gut nachvollziehen, was Du meinst. Auch ich habe mir in letzter Zeit (vor allem zwischen den Jahren) häufiger Gedanken gemacht, was und wie ich mit dem Blog umgehen will, was ich erreichen möchte oder welche Linie ich verfolgen will. Im Endeffekt möchte man natürlich gelesen werden und irgendwie Mehrwert bieten. Auf der anderen Seite ist das mit einem 40h+ Job nicht so einfach und artet schnell in Stress aus.
    Ich habe mich für dieses Jahr dazu entschieden, einfach darüber zu schreiben, worüber ich schreiben möchte. Ohne Gedanken daran, ob das nun den ultimativen Mehrwert bietet oder nicht 🙂 Der Vorsatz ist da, aber ob er so leicht einzuhalten ist, wird sich zeigen.

    Alles Liebe,
    Missi

  • Reply
    Mandy
    08.01.18 at 11:30

    Liebe Sabin,
    ich bin ein großer Fan deines Blogs und deiner Instagram Seite! Deine Beiträge bringen es immer auf den Punkt. Mir würde etwas fehlen, wenn du nicht weiter machst. Dennoch kann ich verstehen, dass man auch mal Abstand braucht.
    Mit lieben Grüßen aus Hannover – ich hoffe noch viel von dir zu lesen,
    Mandy

  • Reply
    Sandra
    08.01.18 at 11:59

    Liebe Sabine,

    ich finde immer ganz wunderbar was du schreibst und zu sagen hast. Ich lese nur noch drei Blogs regelmäßig, da mich die meisten einfach nicht mehr berühren. Du allerdings schaffst das immer wieder, da du mich in vielen Bereichen inspirierst. Im wahren Leben ist es für mich schwierig gleichdenkende Menschen zu finden. Ich wünsche dir daher von ganzem Herzen, dass du deinen Weg machen kannst und damit zufrieden wirst.

  • Reply
    Kati
    08.01.18 at 16:50

    Liebe Sabine,
    außer einem zustimmenden Nicken und “Ja, ja, ja!” bleibt mir da nicht viel zu sagen. Du hast absolut Recht mit allem, was du hier anführst – besonders der Punkt mit dem Coaching-Programm 😀 Coaching braucht Expertise. Und die KANN man mit 20 in den allermeisten Fällen noch gar nicht haben. Und auch ansonsten schreibst du viele Gedanken nieder, die auch in meinem Kopf oft herumspuken. Ich hoffe trotz allem, du findest deinen Weg und schreibst weiter – ich mag deine Artikel sehr.
    Liebe Grüße,
    Kati

  • Reply
    Stef
    08.01.18 at 21:08

    Ich habe mir vor ein paar Tagen als kreatives Projekt meinen eigenen Blog eingerichtet (also, mal wieder) und bin jetzt am Überlegen, was ich damit anfangen will. Und jedes Mal wenn ich überlege, was ich denn selbst so am liebsten mag, ist meine Liste voller Blogs wie deiner – persönliche Blogs mit eigenem Stil, die nicht jedem Trend hinterherrennen und vielleicht nicht so oft posten, dann aber Qualität haben. Ich habe das Gefühl dass man heutzutage immer irgendeine Mission oder Message haben muss und das unnötig Druck sowohl auf die Blogger als auch auf die Leser auswirkt. Wenn ich ständig mit Lebenstipps bombardiert werde, die ich wohl jetzt am besten sofort anwenden muss, kann ich mich auch nicht mehr entspannen, und gerade deswegen lese ich Blogs eigentlich – weil ich den Einblick in das Leben anderer mag. Gerade wenn die selbst noch auf der Suche sind.

    Deswegen hoffe ich, dass du weiter machst.

  • Reply
    Elisabeth
    09.01.18 at 17:32

    Liebe Sabine,
    das hast du wieder mal fantastisch auf den Punkt gebracht! Dein Blog ist einer der wenigen, die ich wirklich regelmäßig und sehr gerne lese (auch wenn ich dann viel zu selten kommentiere), einfach weil du Qualität hast und Dinge, die bei mir eher ein vages Gefühl sind, so treffend genau formulierst, dass ich einfach nur denke: JA!!! Und meine Welt ist danach wieder ein Stück konkreter und sortierter.
    Ich hoffe, bei dir geht es ganz nach Lust und Laune weiter 🙂
    P.S.: Mich nervt auch nichts mehr als selbsternannte Lifestyle-Gurus Anfang 20, die mir Geld für ihre Postkartenweisheiten abknöpfen wollen 😉
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

  • Reply
    Hanna
    11.01.18 at 21:30

    Liebe Sabine,

    bisher habe ich noch keinen einzigen comment verfasst, da mir das Schreiben nicht so gut gelingen mag wie dir und ich dann meist doch alles wieder lösche und viel zu kritisch meine Texte beäuge. Warum ich nun schreibe und meine Schreibangst überwinden möchte, hat einen einfachen Grund: ich möchte unbedingt weitere Texte von dir lesen! Ich bin erst Ende Dezember auf den Blog von Rotköpfchen gestoßen und dort auf deinen Blog aufmerksam geworden. Ihr habt mich in so kurzer Zeit so unfassbar umfassend inspiriert, dass sich in meinem Leben sehr vieles geändert hat. Dafür bin ich sehr dankbar!!! Und ich spüre bei Euch beiden, dass es eben keinen Plan gibt, und man mich nicht missionieren und von etwas überzeugen möchte, sondern dass ihr Eure Ansichten aufschreiben und teilen möchtet, und ich fühle mich einfach dazu eingeladen, mich von diesen Gedanken inspirieren zu lassen oder aber sie auch zu hinterfragen. Das ist meiner Meinung nach viel fruchtbarer und auch nahhaltiger als die eindimensionalen und oft aufgesetzten Texte und Gewinnspiele der Top-Influencer! Dein Blog ist für mich wie eine Quelle, und ich hoffe ich konnte ihr auch ein klein wenig zurückgeben.
    Ganz liebe Grüße,
    Hanna

    • Reply
      Sabine
      12.01.18 at 15:07

      Liebe Hanna,
      bitte lass dich nie von deinem inneren Kritiker aufhalten, deine Gedanken zu teilen! Du schreibst schön und ich habe mich so sehr über deine Worte gefreut, tausend Dank <3
      xx

  • Reply
    Sarah
    12.01.18 at 09:51

    Liebe Sabine,

    ich bin über Umwege auf deine Seite gekommen und dieser Artikel ist der erste, den ich von dir lese. Aber nachdem ich ihn gelesen habe weiß ich, dass ich einen neuen Blog gefunden habe den ich zukünftig öfter besuchen werde.

    Ich stimme dir so zu, bei allem was du sagst.

    Auch ich hab einen Blog den ich neben einem 40h-Brotjob betreibe. Zudem hab ich noch andere Hobbies, ein Privatleben und schlafen muss ich auch manchmal. Aber ich mache mir die gleichen Gedanken, ob es genug ist den Blog nur für mich zu betreiben. Ohne danach zu streben, ihn so schnell wie möglich zu monetarisieren. Auch bin ich vielleicht nicht immer mit meinem Angestelltendasein zufrieden und träume manchmal von der Freiheit, sich die Arbeit selbst einzuteilen. Aber manchmal hab ich das Gefühl, dass angestellt sein als etwas Schlechtes dargestellt wird.
    Das alles hat momentan bei mir dazu geführt, dass mein Blog etwas brach liegt, da ich so zerrissen in meinem Kopf bin von den Dingen die ich schreiben will und den Dingen die ich glaube schreiben zu müssen.
    Daher danke ich dir für diesen Beitrag, ich fühle mit dir und du inspirierst mich dazu, wieder mal in die Tasten zu hauen und einfach zu schreiben wozu ich Lust habe. Dinge die mich wirklich bewegen.

    Danke.

  • Reply
    Carolin
    28.01.18 at 17:05

    Ja, ja, JA! Du sprichst genau das an, was mich auch beschäftigt. Einerseits mag ich meinen Blog so wie er ist, aber andererseits ist da immer dieser Druck. Man muss mit den anderen mithalten, laufend Content produzieren, optimieren und alle Trends mitmachen. Tue ich das nicht, bin ich bedeutungslos. Ich habe schon oft davon geträumt, Vollzeitbloggerin zu sein, aber letztendlich bin ich dafür nicht ambitioniert genug. Mittlerweile gibt es so viele Blogs. Sie überrollen mich förmlich und genau wie du sehne ich mich manchmal nach der Zeit, als Blogs lediglich Online-Tagebücher waren – als ich mich noch nicht fragen musste, ob ich ein Loser bin, weil die Followerzahlen stagnieren.
    Danke für diesen Beitrag! <3

  • Reply
    Linkliebe № 12 | LexasLeben
    04.02.18 at 09:19

    […] 2018: Deine Influencer, deine Happiness Coaches und ich. […]

  • Reply
    Sport- und Fitnessblogs am Sonntag, 4.2.2018 – Eigenerweg
    04.02.18 at 13:41

    […] tolle Artikel übers Bloggen: Warum nur Experten Inhalte von anderen teilen (vom Blogger ABC) und 2018: Deine Influencer, Deine Hapinness Coaches und ich (von A Hungry […]

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